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Was darf, was darf nicht?

Gespräche zum Pharmarecht Was darf, was darf nicht?

Bei den 20. Marburger ­Gesprächen zum Pharmarecht stehen am 2. und 3. März zwei viel diskutierte Kernfragen im Mittelpunkt: Regeltreue ­("Compliance") und ­"Innovation".

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Verbindung von historischem und philologischem Wissen

Ein 500-Euro-Schein wechselt den Besitzer. Der Kampf gegen Bestechung und Bestechlichkeit im Pharmawesen ist Schwerpunkt eines Kongresses in Marburg.

Quelle: Peter Steffen

Marburg. Das Symposium wird vom Förderkreis der Forschungsstelle für Pharmarecht der Philipps-Universität Marburg veranstaltet. Dort haben sich Vertreter aus Universität und Wirtschaft zu einem dauerhaften Erfahrungsaustausch ­zusammengefunden.

Zielsetzung ist es, sich den Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung des Gesundheitswesens zu stellen. Bei den Marburger Gesprächen sind daher alle am Pharmarecht Interessierten eingeladen, die Entwicklung von Theorie und Praxis zu fördern.

Juristische Herausforderungen für das Gesundheitswesen

Zum Auftakt beschäftigt sich das Symposium mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen. Nachdem dieses im Sommer 2016 in Kraft getreten ist, gilt es nun, die neu geschaffenen Tatbestände Bestechlichkeit und Bestechung (§ 299a, § 299b StGB) hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzung näher zu untersuchen. Anknüpfend an die letztjährigen Vorträge sollen durch die 20. Marburger Gespräche praxisorientiert die möglichen Formen der Zusammenarbeit dargelegt und zugleich deren strafrechtliche Schranken aufgezeigt werden.

Im Rahmen des ersten Schwerpunktes „Compliance“ umfassen die ersten beiden Vorträge die Thematik der praktischen Umsetzung der Paragraphen zu Bestechlichkeit und Bestechung im Pharmaunternehmen hinsichtlich der komplexen Formen der Zusammenarbeit und im Weiteren die Auswirkungen auf das Strafrecht und die Strafverteidigung.

Zwei weitere Vorträge befassen sich mit einem Unterpunkt des Komplexes „Compliance“, dem Bereich des Datenschutzes. Einer der Vorträge informiert über die neuen Entwicklungen durch die Datenschutz-Grundverordnung. Welche Daten sind für wen zugänglich und was deckt eine Einwilligung ab? Sind ­abgespeicherte Daten in einer Cloud wirklich sicher? ­Begriffe wie Safe Harbour und Privacy Shield werden hier eine Rolle spielen.

Ein weiterer Vortrag zeigt aktuelle Fragen der Arzneimittelsicherheit (Pharmakovigilanz) auf. Dabei wird Bezug auf die Person des Stufenplanbeauftragten und dessen zu erbringende Anforderungen genommen sowie das Spannungsfeld von Pharmakovigilanz und ­Parallelimport beleuchtet.

Innovative Arzneimittel im Spannungsfeld

Den Abschluss des ersten ­Tages bilden das Heilmittelwerbe- und das Kartellrecht. So beschäftigt sich ein Vortrag mit der Frage, ob mit Aussagen zum Zusatznutzen eines Arzneimittels geworben werden darf. Dabei gilt unter anderem zu klären, ob ein konkreter Hinweis auf die Einigung des Arzneimittelherstellers und den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenversicherung über einen Erstattungsbetrag für den verschreibenden Arzt so zu verstehen ist, dass ihm bei einer Verschreibung des Arzneimittels kein Wirtschaftlichkeitsregress droht. Der letzte Vortrag des Tages befasst sich mit innovativen Arzneimitteln im Spannungsfeld des Kartellrechts.

Der zweite Tag beschäftigt sich mit dem Themenschwerpunkt „Innovationen“. Passend dazu befasst sich der erste Vortrag mit Neuerungen im Rahmen der ­klinischen Prüfung.

Mit dem Bereich der stratifizierten und der individualisierten Medizin beschäftigt sich ein weiterer Vortrag und zeigt deren Entwicklung und Chancen auf. Anschließend erfolgt ein Überblick über berufsrechtliche, ­datenschutzrechtliche und haftungsrechtliche Aspekte von ­E-Health.

Anknüpfend an die Symposien der letzten Jahre folgt ein Beitrag über die neuesten Entwicklungen und Erfahrungen zum Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG).

Die 20. Marburger Gespräche zum Pharmarecht enden mit einem Vortrag über die aktuelle Spruchpraxis der Schiedsstelle und zeigt deren rechtliche Grundlagen und Verfahrensgarantien auf.

  • Tagungsprogramm:www.uni-marburg.de/fb01/pharmarecht/weiterbildung/marburger_gespraeche/flyer­20gespraeche.pdf 
  • Forschungsstelle für Pharmarecht der Philipps-Universität Marburg: www.forschungsstelle-pharmarecht.de
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