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Was bedeutet es, Flüchtling zu sein?

Jugend-Workshop Was bedeutet es, Flüchtling zu sein?

Unter dem Motto "Heimat - los - Vertrauen finden" haben sich am Samstag Marburger und Oberweimarer Konfirmanden in der Elisabethkirche getroffen.

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Mit farbig bemalten Tüchern gaben die Teilnehmer Antworten auf die Frage: Was macht Heimat für mich aus?

Quelle: Alexander Graf

Marburg. „Weltweit sind mehr als 51 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Hälfte davon sind Kinder“, erzählte einer der Teamer von „Konfi@Church“. Was für Schicksale im einzelnen hinter solch immensen Zahlen stehen und was es für die Menschen bedeutet, ihre Heimat zu verlieren, sollte den Jugendlichen nähergebracht werden.

Etwa 60 Konfirmanden nahmen an den Workshops in der Elisabethkirche teil.

„Wir wollen ihnen zeigen, dass sie nur zusammen Aufgaben lösen können, dass ist bei den Aufgaben hier genauso wie im echten Leben“, beschrieb Elke Kirchhoff-Müller, Pfarrerin der Matthäusgemeinde, die Zielsetzung an diesem Samstagnachmittag.

Insgesamt vier Stationen standen dafür bereit. An einer sollten die Teilnehmer innerhalb einer vorgegebenen Zeit mit ihren Körpern Buchstaben darstellen und dies für eine spätere Präsentation fotografieren.

An einer anderen es, erst einen, dann mehrere Luftballons als Gruppe in der Luft zu behalten, ohne dass dieser den Boden berührt. Lautes Lachen und voller Einsatz zeigten, dass die Konfirmanden großen Spaß an der gemeinsamen Aufgabe gefunden hatten. Die Stationen drei und vier forderten anschließend weniger körperliche Geschicklichkeit, dafür umso mehr Wissen und Kreativität.

Bei einem Bibel-Flüchtlings-Quiz waren einige überrascht, dass auch bekannte Deutsche wie Albert Einstein oder Marlene Dietrich einst Flüchtlinge waren.

Was macht Heimat für mich aus? Dies war eine der Fragen, die bei der vierten Station kreativ mit Farben auf einem weißen Tuch beantwortet werden sollte.

Nachdem alle Gruppen diese Aufgabe gelöst hatten, wurden alle Tücher zu einem großen Tuch zusammengefügt.

Was die Jugendlichen damit ausdrücken wollten, erklärte einer von ihnen während des darauffolgenden Gottesdienstes: „Heimat ist wichtig. Doch sie ist nicht nur ein Ort, sie ist immer dort, wo Menschen sind, die mich verstehen und gern haben.“ Während des Jugendgottesdienstes stellten die Konfirmanden den somalischen Flüchtling Daud und seine Geschichte vor.

Er hatte schon an den Workshops teilgenommen und so hatten ihn viele bereits kennen gelernt.

Er erzählte von seiner Flucht über Dschibuti, Libyen und Italien sowie von dem Leid und der Gewalt, die er erlebt hat. Aber auch von seiner Zeit in Deutschland, dem Lernen der Sprache und der Hilfe, die ihm viele Menschen hier gewähren. Gerade diese Konfrontation mit einem Flüchtling und dessen Geschichte schien bei einigen der Konfirmanden gut anzukommen.

„Mir hat hier alles viel Spaß gemacht, aber das Gespräch mit Daud war das Beste. Wir haben viel über Flucht und Flüchtlinge gelernt“, bestätigte David Binz, ein Teilnehmer aus der Kirchengemeinde Oberweimar, den Eindruck.

von Alexander Graf

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