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"Warum gibt es Zeitung überhaupt?"

"Schüler lesen die OP" "Warum gibt es Zeitung überhaupt?"

1.170 Schüler, 21 Schulen, sieben Wochen. Das Projekt „Schüler lesen die OP“ geht in die 27. Runde. Lektion des Tages: Zeitung lesen ist einfach, eine Zeitung zu falten hingegen schwer.

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Zeitung lesen in der Schule – für die Schüler der Klasse 4a der Grundschule in Münchhausen steht das in den nächsten sieben Wochen auf dem Stundenplan.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Irgendwie ganz schön unhandlich, so eine Zeitung. Seite für Seite purzelt auf den Boden. Niklas fischt nach dem Sportteil. Bleibt bei einer Überschrift hängen. Liest. Greift wieder nach ein paar Zeitungsseiten. Liest wieder. Zerpflückt liegt die Dienstagsausgabe der Oberhessischen Presse auf seinem Schoß. Der Versuch, sie wieder zusammenzufalten scheitert. Im ersten Anlauf, im zweiten, im dritten sowieso. Irgendwann lässt er Unordnung Unordnung sein. Das Stöbern und Lesen lässt er nicht. Und irgendwie ist diese kleine Szene schon der erste Erfolg, der durch das Projekt „Schüler lesen die OP“ erzielt wurde. Niklas liest Zeitung. Ist interessiert, fragt nach, will wissen, was um ihn herum passiert. Und mit ihm 1170 Schüler, die sich an der 27. Auflage des Projekts beteiligen.

Grundschüler haben viele Fragen

Zum Auftakt stand an 21 Schulen im Kreis „Lesen“ auf dem Stundenplan. So auch in der Grundschule Münchhausen. In der Klasse 4a rutschen die Schüler im Stuhlkreis zusammen. Sezieren die Zeitung. Seite für Seite. Mittendrin –  Projektredakteurin Marie Lisa Schulz. Die Viertklässler nutzen die Chance, Fragen zu stellen.Seit wann gibt es die OP? Woher bekommt ein Redakteur seine Informationen? Wie viele Artikel erscheinen pro Ausgabe – und, viel wichtiger noch: Wieso gibt es überhaupt die Zeitung?
Eine einfache Frage, und doch so komplex. Es gibt schließlich Fernsehen, Internet, Radio. Wieso um alles in der Welt also noch die Zeitung studieren? Sich morgens ein paar Minuten Zeit nehmen, um zu lesen? 19 Augenpaare richten sich auf die Redakteurin. Warum denn nun, scheinen sie alle zu fragen.

Lesen, recherchieren und informieren

Die Antwort auf diese Frage, sollen die Schüler in den nächsten Wochen selbst herausfinden. Jeden Tag bekommen sie eine aktuelle Ausgabe der Oberhessischen Presse in die Schule geschickt. Jeden Tag können sie darin lesen, sich informieren.
Die Schüler werden in den nächsten Wochen das Bild der Zeitung mitgestalten. Denn auch in diesem Jahr werden wieder Sonderseiten mit Schülerartikeln veröffentlicht. Die Schüler selbst bestimmen die Inhalte. Erlaubt ist, was gefällt. Die Kinder und Jugendlichen sollen recherchieren und Interviews führen. Sollen mit Block, Stift und Kamera losziehen. Sie dürfen mitsprechen und mitgestalten. Sie, die Leser von morgen, sollen die Themen von heute bestimmen. Ein spannendes Projekt – für die beteiligten Schüler und die Redakteure. Der Dialog mit den Kindern und Jugendlichen hilft auch, die Zeitung zukunftsfähig zu gestalten – und zwar über den Rahmen des Projektes hinaus. Unterstützt wird die Aktion von den Stadtwerken Marburg, der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Pharmerserv und dem staatlichen Schulamt für den Landkreis Marburg Biedenkopf.
Eine Antwort auf die Frage, wieso es überhaupt eine Lokalzeitung gibt, hält die OP-Redakteurin für die Schüler aber doch noch bereit: „Weil es einfach spannend ist mitreden zu können, zu wissen, was vor der eigenen Haustür passiert.“

  • Folgende Schulen nehmen an dem Projekt Teil :Elisabethschule, Alfred-Wegener-Schule, Friedrich-Ebert-Schule, Gesamtschule Heskem, Lahntalschule Biedenkopf, Theodor-Heuss-Schule, Wollenberg Schule, Brüder-Grimm-Schule, Adolf-Reichwein-Schule, Berufliche Schulen, Käthe-Kollwitz-Schule, Mittelpunktschule Wohratal, Schule für Kranke, Ottfried-Preußler-Schule, Waldorfschulverein e.V., Grundschule Münchhausen, Grundschule Lohra, Grundschule Mengsberg-Momberg, Grundschule Schweinsberg, Anna-Freud-Schule, Georg-Büchner-Schule, Astrid-Lindgren Schule, Landschulheim Steinmühle.
  • Anfragen für Klassenbesuche: marie.schulz@op-marburg.de oder 06421/409376.

von Marie Lisa Schulz

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