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Warum Frauen reden und Männer schweigen

Landfrauen-Jubiläum Warum Frauen reden und Männer schweigen

Seit 50 Jahren gibt es den Bezirkslandfrauenverein Marburg. Anlässlich dieses Jubiläums waren am Samstagvormittag rund 300 Mitglieder und Freunde des Vereins in das Bürgerhaus von Niederklein gekommen.

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Seit 18 Jahren leitet Ute Lepper (vorne rechts) den Bezirkslandfrauenverein Marburg – seit 50 Jahren besteht der Verband. Zur Jubiläumsveranstaltung war das Niederkleiner Bürgerhaus restlos gefüllt. Vor den rund 300 Besuchern hielt Sozialpädagogin Christa-Maria Rosch (vorn im rosa Sakko) den Festvortrag.

Quelle: Alfons Wieber

Niederklein. So viele Besucher. Ute Lepper, die seit nunmehr 18 Jahren die Geschicke der Marburger Landfrauen lenkt, freute sich. „Nach 50 Jahren haben wir uns etabliert und zu jedem Jubiläum wird der Stolz auf die lange Zeit guter Zusammengehörigkeit größer. Die zurückliegenden Jahre haben viel Freude aber auch viel Arbeit mit sich gebracht“, sagte sie und würdigte zugleich auch den Einsatz ihrer Vorstandsmitstreiterinnen Doris Adlung, Marianne Peter, Christine Schneider, Emmi Walter, Katharina Henz und Erna Pitz.

Für Landrätin Kirsten Fründt ist der Bezirkslandfrauenverein mit seinen 50 Jahren im besten Alter angekommen. „Sie bieten den Frauen eine Plattform, auf der sie sich kennenlernen, zusammenarbeiten und sich austauschen können. Nach 50 Jahren kann man tatsächlich von Nachhaltigkeit sprechen“, lobte die Landrätin. Auch Hildegard Schuster, Vorsitzende und Sprecherin der rund 50000 Landfrauenmitglieder in Hessen, lobte die Marburger Landfrauen mit ihrer rührigen Vorsitzenden an der Spitze für die Arbeit der vergangenen Jahre. Mit großer Freude erinnerte sie dabei an die Begeisterung, die beim Hessentag 2010 in Stadtallendorf an den Tag gelegt worden sei.

Die Landesvorsitzende ging auf die Situation der deutschen Landwirte in Europa ein. „Ob jemand biologisch oder konventionell erzeugte Lebensmittel isst, bleibt jedem selbst überlassen. Wir wollen aber, dass deutsche Lebensmittelstandards von allen übernommen werden“, forderte sie und ergänzte: „Wir müssen uns für die Entwicklung des ländlichen Raums stark machen, damit auch die Attraktivität der Dörfer und die Lebensqualität darin erhalten bleibt.“

Kreisbauernverbandsvorsitzender Erwin Koch würdigte die Landfrauen für ihre Arbeit. „Ein Kreiserntedankfest ohne die Mitarbeit und Unterstützung durch die Landfrauen ist einfach undenkbar“, sagte Koch.

Den Festvortrag mit dem Thema „Männer und Frauen sprechen verschieden“ hielt die Sozialpädagogin Christa-Maria Rosch aus Bonn. Mit ihrer humorvollen und lebensnahen Schilderung zahlreicher Alltagssituationen, in denen sich viele Zuhörerinnen wiederfanden, vertrat die Referentin die These, dass bis in die heutige Zeit die Gesellschaft von den Frauen erwarte, dass sie die Verantwortung für Haus und Familie übernehmen und dem Mann so bei seinen Bemühungen um den täglichen Broterwerb den Rücken freihalten müssten. Um zu erläutern, warum Frauen im Durchschnitt vier Mal so viel reden wie Männer, ging die Referentin bis in die Urzeit zurück: Die Männer gingen wortlos auf die Jagd, um das Wild nicht zu verscheuchen und verständigten sich dabei mit lautloser Zeichensprache. Währenddessen hüteten die Frauen in der Höhle Feuer und Kinder und tauschten in vielen Gesprächen ihr Wissen aus. Am Ende ihres Vortrags ermunterte Christa Rosch die anwesenden Damen, die eigene Situation zuhause in der Familie mit dem neu gewonnen Wissen zu überdenken.

Die aus Frankenau stammende und jetzt in Marburg wohnende Harfenistin Christa Werner stellte einen weiteren Glanzpunkt der Jubiläumsveranstaltung dar. Sie erfreute die Jubiläumsgäste mit ihren stimmungsvollen Harfen­klängen. Es war einfach ein Genuss, den warmen, ruhigen, teilweise melancholischen aber auch frischen und lebhaften Klängen zuzuhören, die nach Südamerika und Spanien entführten und von Hoffnung und Sehnsucht aber auch von Weite und Ferne kündeten.

von Alfons Wieber

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