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Warten auf das Gutachten

Nach dem Wohnheimbrand Warten auf das Gutachten

Das Studentenwohnheim am Richtsberg ist seit dem Großbrand im Juni unbewohnbar. Im Bauausschuss waren sich alle Fraktionen einig, dass das Wohnheim schnellstmöglich wieder bezugsfertig gemacht werden soll.

Seit dem Großbrand im Juni ist das Studentenwohnheim am Richtsberg unbewohnbar.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. „Es muss etwas passieren“, machte Dr. Michael Weber (Piratenpartei) deutlich. Mehrere Monate nach dem im Keller entstandenen Brand in dem Hochhaus am Richtsberg können die Bewohner des vom Marburger Studentenwerk betriebenen Heims noch nicht einziehen und haben in ihren Ausweichquartieren zum Teil nicht einmal Kochgelegenheiten.

Als ehemaliger Bewohner des Studentenwohnheims Am Richtsberg 88 hat Weber noch Kontakt zu einigen der bis zum Großbrand im Juni dort wohnhaften Studierenden und ihren Familien. So ist es ihm ein Anliegen, sich für eine möglichst schnelle Rückkehr der Bewohner in das Haus einzusetzen. In diesem Sinne forderte Weber vom Magistrat einen Bericht über den Sachstand. Zudem will er, dass sich die Verantwortlichen der Stadt beim Studentenwerk für eine Beschleunigung der Bemühungen und eine möglichst transparente Kommunikation einsetzen. Er hofft, dass ein Wiedereinzug möglichst bald im neuen Jahr erfolgen kann. Dem Antrag Webers stimmten parteiübergreifend alle Ausschussmitglieder zu.

Wohnheim ist offiziell ein Hochhaus

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) gab im Bauausschuss schon einen ersten kurzen Bericht und bezog sich dabei auf Gespräche mit Verantwortlichen des Studentenwerks: Demnach sei mittlerweile zumindest klar, dass es keinen Abriss oder Neubau des Wohnheims am Richtsberg geben werde

Da das Wohnheim nach dem Baurecht als Hochhaus gelte, müssten die Hochhaus-Richtlinien angewendet werden. Und deswegen habe sich im Laufe der Aufarbeitung des Großbrands herausgestellt, dass die Erstellung eines Brandschutzgutachtens zwingend notwendig sei. Noch lägen die Ergebnisse dieses vom Studentenwerk in Auftrag gegebenen Gutachtens aber nicht vor. Wenn es vorläge, müssten jedoch zunächst eventuell daraus folgende brandschutzrechtliche Auflagen umgesetzt werden. Erst wenn das Studentenwerk das brandschutzrechtliche Okay vom städtischen Bauamt und der Feuerwehr vorliegen habe, könnten die ehemaligen Mieter wieder einziehen, betonte Kahle. Zudem müssten noch komplizierte versicherungsrechtliche Fragen geklärt werden. Er habe keine Hinweise darauf, dass das Studentenwerk in dieser Angelegenheit irgendwelche Fragen vernachlässigt habe, sagte Kahle. Seiner Kenntnis nach bemühe sich der Betreiber des Wohnheims, den ehemaligen Bewohnern bei jedem individuellen Problem zu helfen.

von Manfred Hitzeroth

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