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Wandmalerei im Michelchen entdeckt

Restauration Wandmalerei im Michelchen entdeckt

Während der Sanierungsarbeiten im Michelchen, der Kapelle am früheren Pilgerfriedhof, kam eine alte Wandmalerei zum Vorschein, die jahrhunderte überstrichen war.

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Ulrike Höhfeld restauriert die Wandmalerei in der St.-Michaels Kapelle, die Michelchen genannt wird.

Quelle: Uwe Brock

Marburg. Es waren die roten Striche, die auffielen. Als die Restauratorin Ulrike Höhfeld während der Sanierungsarbeiten der St. Michaels-Kapelle im Auftrag der Elisabethkirchengemeinde die Nordwand überprüfte, merkte sie, dass sich hinter dem Anstrich ein Bild verbergen könnte. Sobald die Maler den Dispersionsanstrich abbeizten, kam die kleine Sensation hervor: Eine Wandmalerei. Fortan übernahmen nicht die Maler, sondern die Restauratorin die Arbeit. Erstaunlich war dabei, dass nur wenige Farbschichten über dem Bild lagen, sodass sehr schnell etwas zu sehen war: Zunächst ein Kopf, dann ein weiterer kleiner Kopf.

Da wurde Ulrike Höhfeld klar, dass es sich um ein Christophorus-Bild handeln muss: Christophorus, der das Christuskind in der Hand hält. Höhfeld arbeitete – stehend auf dem Gerüst – stundenlang mit Skalpell oder Mörtel, um nach und nach das Bild freizulegen. Jetzt, nach fast zwei Monaten Arbeit, sieht man die Fresken, die gestalterischen Malereien sind nicht mehr vorhanden. „Wir haben ein Puzzlesteinchen in der Baugeschichte, die man nicht kannte, aufgedeckt“, freut sie sich.
„Die Wandmalerei muss kurz nach dem Bau der Elisabethkirche angefertigt worden sein, also im 13. Jahrhundert“, erklärt Höhfeld.

von Anna Ntemiris

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