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Waldtal fordert bessere Bus-Anbindung

Anwohner vs. Stadtwerke Waldtal fordert bessere Bus-Anbindung

Eine Bürgerinitiative im Waldtal kämpft um die Rückkehr der Bus-Linie 3 in den Stadtteil. Aktivisten haben Unterschriften von 280 Anwohnern gesammelt. Ihre Kritik: Die Waldtäler würden vom Verkehr abgeschnitten.

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Oberbürgermeister Egon Vaupel nimmt von Inge Stein (rechts), Bella Izmailova, Manfred Groß und Joachim Bauer die Unterschriftenliste entgegen. Betroffene an der Bushaltestelle in der St.-Martin-Straße. Fotos: Tobias Hirsch, Björn Wisker

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Wir wollen unsere Linie 3 wieder haben“, lautet der Slogan der Anwohner. Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 hat sich für die Waldtäler die Bus-Anbindung geändert. Verschlechtert, sagen viele von ihnen. Bis Ende vergangenen Jahres fuhr die Linie 3 eine Schleife durch das Waldtal, dann wurde der Abschnitt aus dem Routenplan gestrichen. „Das bedeutet für uns einen Komplettausfall der Direktverbindung zur Bahnhofstraße und eine Halbierung der Abfahrten generell“, sagt Joachim Bauer. „Vor allem für die vielen Älteren und die Behinderten ist das ein schlechter Zustand. Gerade, weil die betroffene Endhaltestelle Sankt-Martin-Straße und viele Häuser darüber bergauf gelegen, mühsam zu erreichen sind“, sagt er.

Die Aktivisten der Bürgerinitiative haben nun Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) eingeschaltet, ihm eine Unterschriftenliste aus dem Stadtteil übergeben. Vaupel: „Ich kann nicht versprechen, dass das so umgesetzt wird, schon gar nicht zum nächsten Fahrplanwechsel Ende des Jahres. Wir sind aktuell an den Grenzen des Möglichen.“ Jedoch: „Der Vorschlag wird Teil der Nahverkehs-Planung für die Zeit ab 2015 werden, die bald beraten wird.“ Falls der Streckenabschnitt in den Fahrplan wiederaufgenommen werde, drohen der Stadt alllerdings Kosten. Die Kommune müsste die Stadtwerke aufgrund von gesetzlichen Regelungen für den Zusatzaufwand bezahlen. Das Geld dafür wäre aus dem Haushalt aufzubringen, erläutert Vaupel. „Klar ist: Wenn man beim ÖPNV an einer Schraube dreht, verändert das die Situation in anderen Stadtteilen“, sagt er.

Die Stadtwerke verwiesen zuletzt etwa auf die Tatsache, dass die Linie 8 weiterhin von der St.-Martin-Straße im Halbstunden-Takt zum Erlenring und bis in den Stadtwald fahre. Die erste Fahrt beginnt um 5.52 Uhr. Mit der Linie 8 müssten die Fahrgäste, die zum Hauptbahnhof und weiter in die Stadt wollen, am Ortenbergsteg aussteigen, dort die Treppen und den Steg hinunterlaufen, um zu den Haltestellen am Bahnhofsvorplatz zu gelangen. „Das ist aber nicht für jeden möglich, schon gar nicht für Leute mit Mobilitätsproblemen“, sagt Manfred Groß, Rollstuhlfahrer aus dem Waldtal. „Der jetzige Fahrplan ist eine Zumutung, das muss sich ändern“, sagt Inge Stein. „Unser Minimalanliegen ist es, irgendwie vom oberen Waldtal direkt zum Hauptbahnhof zu kommen. Und sei es mit einem besseren Takt der Linie 7“, sagt Stein.

Das Problem für die Stadtwerke: Erhebungen haben gezeigt, dass einige Strecken von zu wenign Fahrgästen regelmäßig genutzt werden. Einspruch von Stein: „Die Waldtäler sind typische Busfahr-Kunden, das ist ein Busfahr-Stadtteil. Hier haben viele kein Auto, sind nicht gut zu Fuß“, sagt sie. Außerdem tragen alle Marburger Kunden die Fahrpreiserhöhungen, die Finanzierungslücke im ÖPNV dürfe daher nicht als Argument dienen, das Angebot für Kunden zu reduzieren, ergänzt Joachim Bauer. „Wir hoffen jetzt jedenfalls auf das Stadtparlament“, sagt er. Die SPD arbeitet nach OP-Informationen bereits daran, das nötige Geld für den Haushalt 2015/2016 zu beantragen.

Vaupel mahnt indes zu Geduld: „Wenn der Bahnhof-Vorplatz erstmal fertig, der Busbahnhof da ist, wird vieles besser, übersichtlicher.“ Im Oktober will er der Bürgerinitiative über den Zwischenstand zu ihrem Anliegen berichten.

von Björn Wisker

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