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Waldtal-Begegnungszentrum soll bis 2020 stehen

Projekt Soziale Stadt Waldtal-Begegnungszentrum soll bis 2020 stehen

Das größte Vorhaben innerhalb des Projekts Soziale Stadt im Waldtal ist das neue Begegnungszentrum. Das erfuhren die 
20 Teilnehmer einer 
Bewohnerversammlung.

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Birger Rohrbach (links) und Dr. Uwe Grebe informierten über das geplante Studentenwohnheim.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Es sei sein erster Termin in Sachen Soziale Stadt im Waldtal, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Und er freue sich, bei dem Projekt, genau für diesen Stadtteil zuständig zu sein, weil er ihm besonders am Herzen liege.

Dr. Uwe Grebe, Geschäftsführer des Studentenwerks, verwies darauf, dass der Wohnheim-Neubau in der Geschwister-Scholl-Straße unter anderem dem Ersatz der am Richtsberg nach einem Brand weggefallenen 118 Studentenwohnungen dienen müsse, denn „da sind wir noch in den Querelen der Gutachter und Versicherungen gefangen“, sagte Grebe.

Gute Aussicht ist garantiert

Am Hang in der Geschwister-Scholl-Straße wird laut Auskunft von Architekt Birger Rohrbach Wohnraum für bis zu 80 Studierende entstehen. Um das steile Gelände mit dem Wald im Hintergrund so wenig wie möglich zu verändern, werde ein Sockel gebaut, auf dem das Gebäude „in den Wald hineinschwingt“.

Der obere Teil werde zudem in verschiedenen Brauntönen gehalten, um den Blick auf das 21 Meter hohe Haus auch vom Schloss aus möglichst unauffällig zu halten. Anders als bei den bestehenden Gebäuden des Studentendorfs, so Rohrbach, seien alle Wohneinheiten Richtung Altstadt und Schloss ausgerichtet. Sie profitierten dabei neben der schönen Aussicht auch von mehr Sonne.

In den Mietverträgen sei festgelegt, dass die Bewohner kein Auto haben. Stellflächen werde es nicht geben, sagte Rohrbach. Anwohner äußerten die Befürchtung, dass es trotzdem zu mehr Fahrzeugen in den Straßen komme. Grebe versprach, dass das bestehende und nicht ausreichend genutzte Parkdeck aufgewertet werden soll.

Andere Regelungen beispielsweise durch Parkverbote seien jedoch Aufgabe der Stadt. Jürgen Kaiser vom Fachdienst Stadtplanung versicherte, dass darüber noch ausführlich beraten wird. Er stellte die geplanten Vorhaben der Sozialen Stadt in diesem und im kommenden Jahr vor, für die beim Land Mittel beantragt werden sollen und im städtischen Haushalt stehen.

Kommendes Jahr beginnt Planung für Spielwald

Das größte Projekt sei das Begegnungszentrum, so Kaiser. Stadt und das Bistum Fulda als bisheriger Eigentümer hätten sich inzwischen auf einen Verkauf des St. Martin-Hauses mit Grundstück geeinigt. 2016 werden Kaisers Auskunft nach Projektleitung und Planung ausgeschrieben. Die Planung durch die Architekten solle dann 2017 erfolgen, bevor mit einer etwa zweijährigen Bauzeit zu rechnen sei. Die Anwesenden verliehen ihrem Wunsch Ausdruck, dass das Haus spätestens 2020 auch fertig zur Verfügung steht.

Weiter berichtete Kaiser, dass auf der Freifläche am Fuchspass in diesem Jahr eine zusätzliche Drainage nötig wird. Dazu würden Schautafeln und im Pavillon ein Rundtisch aufgestellt. 2017 werde dann die Planung für den Spielwald vorgenommen.

Projekte im Försterweg seien Müllplätze und der Fahrradstellplatz, und bei der Lowkaschen Wiese werde 2016 ein provisorischer Übergang geschaffen. Sie werde, so der Ausblick, Ausgangspunkt für eine „soziale Achse“ werden. Im kommenden Jahr werde mit der Verrohrung begonnen, so Kaiser, sowie mit der Planung der Freiflächengestaltung.

„Baukolonne“ mit Menschen aus dem Quartier

Wie Kaiser weiter ausführte, werden demnächst an den Wegen Bänke aufgestellt, bevor 2017 dem Wunsch entsprochen wird, einen Rundwanderweg zu schaffen und andere Wege aufzuwerten. Geplant seien weiterhin Am Rain und im Ginseldorfer Weg die Wohnfeldumgestaltung anzugehen.

Er sei sicher, so Kaiser, dass auch eine „Baukolonne“ als Beschäftigungsprojekt, wie sie derzeit bereits am Richtsberg eingesetzt wird, im Waldtal arbeiten wird und zwar mit Menschen, die aus diesem Quartier kommen.

Zum Abschluss berichtete Peter Schmittdiel vom Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, dass beim Deutschen Institut für Urbanistik ein begleitendes Forschungsprojekt angefragt sei. Handlungsbedarf gebe es etwa bei der Lärmbelastung durch die Panoramastraße, Luftverschmutzung, illegalen Müllabladeplätzen sowie in Fragen der Energie. Die Forschungsbegleitung könnte unter anderem eine Vor-Ort-Analyse betreiben und Hilfestellung durch Experten geben.

von Heiko Krause

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