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Wahl nach Abbruch der Versammlung

Junge Union wählt Vorstand Wahl nach Abbruch der Versammlung

Die Junge Union Marburg hat einen neuen Vorsitzenden. Hat die Junge Union Marburg einen neuen Vorsitzenden? Jein.

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Hans-Martin Reissner (links) ist Nachfolger von Mathias Range an der Spitze der Jungen Union Marburg. Mit Reissners Wahl beschäftigt sich das Bezirks-Schiedsgericht. Fotos: privat/Archiv

Marburg. Marburg. Am vergangenen Freitag sollte in den Räumen der CDU-Kreisgeschäftsstelle turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt werden - statt der üblichen etwa 15 JU-Mitglieder erschienen an diesem Abend zur Jahreshauptversammlung rund 40 junge Christdemokraten. Dieser Zulauf, über den sich normalerweise jeder Politiker freuen müsste, wurde jedoch zum Problem: Der Versammlungsraum war zu klein, ausreichend Stimmzettel gab es auch nicht. Grund genug für Marburgs CDU-Vorsitzenden Philipp Stompfe, in seiner Funktion als Tagungsleiter nach Absprache mit Kreisgeschäftsführer Oliver Pohland die Sitzung zu schließen. Ein Teil der JU-Mitglieder verließ darauf die Kreisgeschäftsstelle, der verbleibende Rest wählte einen neuen Vorstand: Hans-Martin Reissner aus Gisselberg löst demnach Mathias Range an der Spitze der Jungen Union ab. Reissner ist 18 Jahre alt, und der Schüler scheint ein echter Familienmensch zu sein: Sein Zwillingsbruder Christoph ist Beisitzer im neuen Vorstand, der drei Jahre jüngere Lennart Reissner ebenfalls. Zu Stellvertretern des Nachfolgers von Mathias Range wählte die JU Sebastian Meier und Marcel Mayer. Agnes Wörster fungiert als Schatzmeisterin, Christopher Vossschulte als Pressesprecher und Yunas Kaya als Schriftführer.

Doch ob die neue Vorstandsriege des Unions-Nachwuchses Bestand hat, ist seit dem Wochenende Gegenstand von Beratungen des Bezirks-Schiedsgerichts der Jungen Union. Dort nämlich legte der bisherige Vorsitzende der JU Marburg, Mathias Range, Einspruch gegen die Wahl Reissners ein.

Die unklaren Umstände der Vorstandswahl hinderten den neu gewählten Pressesprecher Christopher Vossschulte nicht daran, unmittelbar nach der Zusammenkunft eine Pressemitteilung abzusetzen, in der das neue Vorstandspersonal vorgestellt wird. Reissner wird darin mit den Worten zitiert: „Unsere Aufgabe ist es, die Ideen der Jungen Union aktiv in der CDU zu vertreten.“ Aktiv will sich die CDU selbst erst einmal nicht in das Einspruchsverfahren einschalten. „Wir warten ab, was das Bezirks-Schiedsgericht entscheidet“, sagte Kreisgeschäftsführer Oliver Pohland gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Das kann einige Wochen dauern, schätzt Range, der den Abbruch der Jahreshauptversammlung damit rechtfertigte, dass aufgrund der unzureichenden Raumsituation kein ordnungsgemäßer Tagungsverlauf möglich gewesen wäre: „Dass so viele JU-Mitglieder kamen, spricht für eine positive Mitgliederentwicklung und das wiederum für die Arbeit, die wir im abgelaufenen Jahr geleistet haben.“

Hans-Martin Reissner selbst sagte, Philipp Stompfe und Mathias Range seien am Freitag vergangener Woche aus dem Kreis der Mitglieder darauf hingewiesen worden, dass ein Abbruch der Versammlung möglicherweise rechtswidrig sei. „Der Raum wurde dann zwar geräumt, aber aus dem Kreis der noch Anwesenden wurde der Wunsch laut, die Versammlung fortzusetzen und den Vorstand zu wählen.“ Etwa 20 JU-Mitglieder hätten dann in der Tat in den Räumen der CDU-Geschäftsstelle den Tagesordnungspunkt „Vorstandswahlen“ abgearbeitet - mit einstimmigem Votum für Reissner. Der sieht sich trotz der aktuell unsicheren Situation als neuer JU-Vorsitzender: „Ich habe mich in der Hinsicht auch bei Katharina Größlein-Weiß, der Justiziarin der Landes-JU, rückversichert - die hat in einer ersten Beurteilung meine Haltung bestätigt.“

Das Schiedsgericht, so hofft Hans-Martin Reissner, werde alle Aspekte des Konflikts prüfen und „sicherlich zu der richtigen Entscheidung gelangen“.

Von Carsten Beckmann

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