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Wähler am Südbahnhof zeigen Trend an

OB-Wahl Wähler am Südbahnhof zeigen Trend an

Laut OP-Wahlprognose wird es bei der OB-Wahl ein enges Rennen zwischen den Kandidaten geben. Das Ergebnis von 2011 gibt einen Anhaltspunkt, in welchen Bezirken die Bewerber womöglich punkten könnten.

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CDU-Kandidat Wieland Stötzel (rechts) gratuliert Egon Vaupel (SPD) im Rathaus zu dessen Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl 2011.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Anders als bei der OB-Wahl 2015, in der es nach der OP-Umfrage vermutlich einen zweiten Wahlgang geben wird, war das Rennen um das Marburger Rathaus im Jahr 2011 eine eindeutige Sache.

59,3 Prozent aller Stimmen konnte Amtsinhaber Egon Vaupel (SPD) damals auf sich vereinen - fast in jedem der insgesamt 94 Wahlbezirke lag er über der 50-Prozent-Marke. Lediglich in den Wahllokalen in Wehrshausen (48,1 Prozent), Elnhausen (48,8) und im Briefwahlbezirk 3 (49,8) konnte er diese Hürde nicht überspringen.

Nahezu astronomisch hohe Werte von mehr als 70 Prozent erzielte Vaupel dagegen in den Lokalen Ronhausen (76,3), Hansenhaus IV (73,9), Waldtal (72,4), Hermershausen (71,4) und Oberer Richtsberg III (70,5).

Auch wenn der jetzige SPD-Bewerber Dr. Thomas Spies in der Prognose der OP deutlich unter den Zahlen von Vaupel liegt (34 Prozent), könnte er also in diesen Bezirken wichtige Stimmen sammeln, um seinen 3-Prozent-Vorsprung vor Dirk Bamberger (CDU) zu halten beziehungsweise auszubauen. Schwer dürfte es Spies hingegen bei der Briefwahl haben. Von den Briefwählerstimmen konnte Vaupel 2011 54,9 Prozent auf sich vereinen - also 4,4 Prozent weniger als im Gesamtergebnis.

Gute CDU in Marbach, Wehrda und bei Briefwahl

CDU-Kandidat Wieland Stötzel schnitt dagegen bei der Briefwahl überdurchschnittlich gut ab. Gegenüber seinem Gesamtergebnis von 18,0 Prozent, kam er bei der Briefwahl auf 22,1 Prozent. Auch unter den fünf besten Einzelbezirken tauchen bei Stötzel gleich drei Briefwahlbezirke (in Marbach und Wehrda) auf. Am besten schnitt er im Briefwahlbezirk 17 (31,6 Prozent) ab, es folgen die Wahlräume Schröck II (31,1) und Ginseldorf (30,7).

Für den aktuellen CDU-Kandidaten Bamberger (Prognose: 31 Prozent) könnte es vor allem in den Außenbezirken viele Stimmen geben. Dort schlug sich Stötzel 2011 deutlich besser als in der Kernstadt. Neben den kleineren Dörfern punktete er vor allem in Marbach (23,2 Prozent) und Wehrda (22,9). In Bezirken wie Kliniksviertel II (6,5 Prozent), Waldtal (6,7) und Altstadt III (7,4) waren seine Werte enttäuschend.

Gerade in diesen innenstädtischen Bereichen konnte 2011 der grüne Bewerber Dr. Franz Kahle punkten. In den Lokalen Kliniksviertel II (26,4 Prozent), Altstadt I (25,8) und Altstadt II (25,4) erzielte Kahle ein mehr als doppelt so gutes Ergebnis wie in der Gesamtauswertung (12,4 Prozent). Auch Dr. Elke Neuwohner (Prognose: 18 Prozent) könnte also einen Vorteil in und rund um die Oberstadt haben. Magere Resultate gab es für Kahle dagegen in den Bürgerhäusern von Dilschhausen (2,0 Prozent), Ronhausen (3,7) und Haddamshausen (3,8). Die Außenstadtteile liegen den Grünen also offenkundig ebensowenig wie den Linken.

OP-Prognose sieht Beckmann und Wiegand zusammen bei 7 Prozent

Henning Köster holte für die Partei 2011 weniger als ein Prozent in den Bürgerhäusern von Schröck (0,7 Prozent), Ronhausen (0,7) und Michelbach (0,9).Stark schnitt er dagegen in den Wahllokalen Kliniksviertel II (11,0 Prozent), Grassenberg II (9,9), Altstadt IV (9,7), Altstadt I (9,5) und Kliniksviertel I (9,0) ab. Wie Neuwohner muss also auch der 2015er-Kandidat der Linken, Jan Schalauske insbesondere auf Wähler aus der Innenstadt hoffen. Köster kam auf 4,4 Prozent, Schalauske liegt laut OP-Prognose bei 10 Prozent.

Die Kandidaten Reinhold Becker (MBL), Jörg Behlen (FDP) und Michael Klapschinsky (APPD) kamen im Jahr 2011 auf zusammen 5,9 Prozent. Rainer Wiegand (parteilos) und Marius Beckmann (Die Partei) kommen in der OP-Prognose für den ersten Wahlgang am Sonntag auf etwas höhere 7 Prozent.

Ein Bezirk spiegelte vor vier Jahren übrigens ziemlich genau das Gesamtwahlergebnis wieder. Im Wahllokal Südbahnhof betrug die kumulierte Abweichung der Ergebnisse von den vier Parteien, die auch in diesem Jahr wieder einen Kandidaten stellen, nur 5,3 Prozent. Noch genauer bildeten die neun Bezirke des Richtsbergs den allgemeinen Trend zusammengenommen ab. Vaupel holte dort 59,8 Prozent (+0,5 gegenüber Gesamtergebnis), Stötzel 18,7 (+0,7), Kahle 11,1 (-1,3) und Köster 6,2 (+1,8). Dort wählten 1654 der insgesamt 28.456 Wähler.

von Peter Gassner

Ergebnis der OB-Wahl 2011 (1. Wahlgang)

59,3 %  Egon Vaupel (SPD)
18,0 %  Wieland Stötzel (CDU)
12,4 %  Dr. Franz Kahle (Grüne)
  4,4 %  Henning Köster (Linke)
  1,7 %  Jörg Behlen (FDP)
  3,5 %  Reinhold Becker (MBL)
  0,7 %  M. Klapschinsky (APPD)

 
H inweise zur Briefwahl
Angesichts des Streiks bei der Post will die Stadt Marburg alles tun, damit es möglichst alle Briefwahl-Stimmen in die Auszählung schaffen. Die Post selbst spreche zur Zeit mit einer Verspätung in der Zustellung von ein bis zwei Tagen, sagt die stellvertretende Wahlleiterin Nikola Orth. Heißt: Wer seinen Wahlbrief noch nicht abgeschickt hat, könnte zu spät dran sein. Alternative: Den Wahlschein bis heute mittag 12 Uhr bei der Stadtverwaltung abgeben. Im städtischen Wahlamt im Rathaus können die Briefwahlunterlagen dagegen noch am Wahltag, 14. Juni 2015, bis spätestens 18 Uhr abgegeben werden. „Zur Not“, so Orth, will die Stadt am Samstag nach Linden fahren, um eventuell im dortigen Briefverteilzentrum  liegende Wahlbriefe noch abzuholen.
 
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