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Wachgeküsst im Märchenschloss

Ausstellungseröffnung Wachgeküsst im Märchenschloss

Die Ausstellung "Echt hessisch? Land Leute Märchen" erläutert den Bezug von Grimms Märchen zum hessischen Landleben Anfang des 19. Jahrhunderts.

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Das Schicksalsrad ist unerbittlich: Hier testet Karin Stichnothe-Botschafter in der Ausstellung „Echt Hessisch?“ , welche Rolle das Schicksal ihr zugedacht hat. Fotos: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das Marburger Landgrafenschloss präsentierte sich am Freitagabend im winterlichen Gewand und fast wie ein verzaubertes Märchenschloss. Anlässlich der Ausstellungseröffnung im Fürstensaal des Schlosses zitierte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause deswegen auch die Anfangszeilen aus dem Grimmschen Märchen „Schneewittchen“, in dem der verzaubernde Schnee eine große Rolle spielt. „Das ist eine der Passagen in den Märchen der Brüder Grimm, in denen der Winter nicht einfach nur kalt und lebensbedrohlich ist, sondern die besondere Ästhetik des Winters einbezieht“, erzählte Krause.

Karin Stichnothe-Botschafter in der Ausstellung "Echt Hessisch?" im Marburger Schloss. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Märchenhaftes hatte auch Dr. Christoph Otterbeck, Leiter des Marburger Uni-Museums für Kunst und Kulturgeschichte, im Sinn. In seiner Ansprache verglich er die volkskundliche Sammlung des Museums im Schloss, deren Bestände zu 80 Prozent in der am Freitag eröffneten Ausstellung zu finden ist, mit einem Frosch, der wachgeküsst werden musste. Dazu hätte es eines Prinzen (Ausstelllungs-Initiator Professor Harm-Peer Zimmermann) und einer guten Fee (Ausstellungsmacherin Christina Schlag) sowie zahlreicher Helfer (Studierende der Kulturwissenschaften) bedurft.

Schicksalsrad der Stereotypen

Vor welchen großen Herausforderungen die Studierenden bei der Realisierung der Ausstellung standen, machte die Studentin Paulina Rinne stellvertretend für ihre Kommilitonen deutlich. So verließ Professor Zimmermann, der Initiator der Schau, Marburg bereits Anfang des Jahres um eine neue Arbeitsstelle an der Uni Zürich anzutreten. Zudem gab es auch einen Wechsel in der Leitung des Uni-Museums, dessen neuer Leiter sich auch erst mit der Ausstellungsidee vertraut machen musste.

Die Ausstellungsmacher haben einige interaktive Elemente eingebaut, um die Ausstellung aufzulockern. Besonders beliebt war bei der Eröffnung am Freitagabend im Schloss das Schicksalsrad zum Thema „Stereotype im Märchen und in der Realität“. Dort konnte man durchs Drehen herausbekommen, ob man Hexe oder Prinzessin, Pantoffelheld oder König, Wolf oder Prinz ist. Das liebevoll gestaltete Rad führt gut ein in die Märchenthematik. An einer anderen Station können sich die Besucher mit Hilfe von zwei Kopfhörern Geschichten der Märchenbeiträgerinnen anhören, die als „Gewährspersonen“ von Jacob und Wilhelm Grimm eine Menge zur Entstehung der weltberühmten Sammlung beitrugen.

Die Ausstellung „Echt hessisch? Land Leute Märchen“ ist bis zum 31. Dezember 2014 zu den üblichen Öffnungszeiten im Schloss zu sehen (bis 1. April: dienstags bis sonntags: 10 Uhr bis 16 Uhr; 1. April bis 31. Oktober: dienstags bis sonntags 10 Uhr bis 18 Uhr).

von Manfred Hitzeroth

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