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„Vorzeige-Migrantin“ ausgezeichnet

Preisverleihung „Vorzeige-Migrantin“ ausgezeichnet

Für ihr frauenpolitisches Engagement wurde am Freitag in Dortmund die gebürtige Afghanin Shaima Ghafury ausgezeichnet. Eine Delegation aus Marburg nahm an der Feier teil.

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Shaima Ghafury lebt seit fast 20 Jahren in Marburg. Die Agraringenieurin arbeitete in Kabul als Uni-Dozentin, hier ist sie nun als Schuldnerberaterin tätig.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis für frauenpolitisches Engagement der „Stiftung Aufmüpfige Frauen“ geht an Shaima Ghafury, die seit vielen Jahren in Marburg lebt und 1992 mit ihrem Mann und drei kleinen Kindern aus Afghanistan geflohen ist, als die Mujaheddin dort die politische Macht übernommen hatten.

Die feierliche Preisverleihung fand in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses vor rund 250 geladenen Gästen statt, unter ihnen Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Abed Nadjib von der Afghanischen Botschaft Berlin sowie eine Delegation aus Marburg. Die Stifterin Professorin Sigrid Metz-Göckel begründete die Entscheidung: „Wir zeichnen heute eine hochengagierte Frau aus, die sich seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise sowohl in Deutschland als auch in Afghanistan für die Belange der Frauen engagiert. Sie ist eine eigenständige und emanzipierte Frau und Mutter, die mehrere Sprachen spricht und sich mit großen Anstrengungen rasch in die deutsche Gesellschaft integriert und mit ihren Kindern und ihrem Mann um die Wette Deutsch gelernt hat.“

Weiter sagte Metz-Göckel: „Shaima Ghafury wollte nicht von der Sozialhilfe leben und hat bald eine Arbeit im Marburger Frauenhaus als Hausmeisterin angenommen, um mit selbstverdientem Geld ihre Familie zu erhalten. Sie spricht die Migrantinnen in Marburg und die afghanischen Frauen nicht (nur) als Opfer an, sondern in ihren Potenzialen zur aktiven Gestaltung ihres Lebens und ihrer Umwelt.“

Shaima Ghafury, die mit mehr als 20 Familienmitgliedern und 50 Personen aus Marburg mit einem Bus nach Dortmund angereist kam, nahm den Preis sichtlich bewegt und erfreut entgegen. Sie betonte in ihrer Dankesrede, wie wichtig es für sie sei, diese Anerkennung aus Deutschland zu bekommen, das ihre zweite Heimat geworden sei: „In diesem Land habe ich eine friedliche und demokratische Gesellschaft kennen gelernt.“

von Anna Ntemiris

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