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Vorwurf: Schlechte Informationspolitik

Baustelle Vorwurf: Schlechte Informationspolitik

Aufregung in der Oberstadt: Zwischen dem Parkdeck Barfüßerstraße und Am Plan - beim Institut für Leibesübungen - sind plötzlich Bauarbeiterangerückt und reißen die Straße auf.

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Die Barfüßerstraße von der Bushaltestelle „Am Plan“ aus gesehen. Auf der linken Seite soll der Zugang zum dahinter liegenden Parkdeck ausgebaut werden. Rechts befinden sich die Parkplätze, die zum Teil auf den Gehweg verlegt werden.Foto: Peter Gassner.

Einige Anwohner beschwerten sich, sie seien über die aufgetauchte Baustelle nicht informiert worden. Sie fühlen sich übergangen. „Niemand hier weiß von etwas. Die Informationspolitik der Stadt, die ja immer behauptet, man wolle jeden mitnehmen bei den Vorhaben, geht gar nicht“, sagt Christoph Ditschler, der in einem angrenzenden Büro arbeitet. Es sehe eher so aus, als wolle die Stadt „das ganz schnell durchdrücken und Fakten schaffen in einer Geschwindigkeit die ich sonst nicht von ihr kenne.“ Anrufe beim Bauamt seien mit der Aussage „das geht sie als Anwohner nichts an“ abgeblockt worden.

„Wir machen etwas, das allen dient“, argumentiert Rüdiger Halbach vom Tiefbauamt. Eine Aussage, die Ditschler gar nicht anzweifelt. Nachdem er erfahren hatte, dass unter anderem die Stadtwerke die Baustelle gleichzeitig zur Verlegung von Wasserleitungen nutzen, findet er „es ja sogar gut, dass das gemacht wird“, es sei lediglich die Informationspolitik des nur einige Meter weiter ansässigen Bauamts, die verfehlt sei.

Sinn der Arbeiten ist die Verbreiterung des Gehwegs zwischen Parkdeck und Oberstadt auf 1,50 Meter Breite. Das Parkdeck befindet sich auf der Seite des Instituts für Leibesübungen. „Auf der anderen Seite ist doch genug Platz“, findet jedoch Ditschler, da dort bereits ein breiter Gehweg besteht. „Jetzt ,wo ich weiß, was dort gemacht wird, bin ich gar nicht wirklich gegen die Baustelle“, sagt er, auch wenn er nicht versteht, dass Passanten dort nicht die Straßenseite wechseln könnten. Es sei jedoch beobachtet worden, „dass viele Personen auf der Fahrbahn laufen“, so Halbach. Zudem werde die Bushaltestelle „Am Plan“ auf diese Weise behindertengerecht.

Parkplätze werden halb auf den Gehweg verschoben

Befürchtungen, die sechs Parkplätze auf der gegenüberliegenden Seite könnten verschwinden, entkräftet er. Die Markierungen der Parkplätze sollen zum Teil auf den Gehweg verlagert werden. Dadurch entstünde auch, entgegen den Bedenken der Anwohner, kein Nadelöhr, durch das Feuerwehr- und Lieferfahrzeuge nicht durchkämen. Während der Bauarbeiten sind die Parkplätze deswegen gesperrt. Durch den besseren Ausbau der Bushaltestelle sei sogar das Rangieren eventuell leichter möglich, sagt Halbach. Ditschler hatte befürchtet, Lieferfahrzeuge für seinen Arbeitgeber, die Marburger Grundstücksverwaltung, kämen dort nicht mehr um die Ecke herum.

Etwa drei Wochen lang sollen die Arbeiten andauern, eine genaue Prognose sei aufgrund der Wasserleitungen aber nicht möglich, berichtet Halbach. Das Projekt kostet die Stadt circa 90000 Euro.

„Es ist schon so, dass man Anlieger vorher grundsätzlich informiert“, räumt Halbach im Bezug auf die Vorwürfe der mangelnden Information ein. Dies sei bei der Universität, auf deren Straßenseite die Baustelle liegt, auch geschehen.

„Anwohner sind nicht direkt betroffen“

„Die Anwohner auf der anderen Seite sind aber nicht direkt betroffen“, so Halbach. Er verweist darauf, dass man personell ohnehin unterbesetzt sei und nicht immer jeden informieren könne, auch wenn es für ihn „ja gar keine Einschränkungen“ gebe.

Ditschler hingegen „fühlte sich schon betroffen.“ Dies ergebe sich allein aus der Lärmbelästigung. Außerdem meint er, dass „es durch die Nachfragen aus der Bevölkerung und von der Presse jetzt schon viel mehr Aufwand war, als es gewesen wäre, mal eben einen kurzen Brief bei den gegenüberliegenden Häusern einzuwerfen.“ Die fehlende Benachrichtigung sei „einfach nur schlechter Stil“.

von Peter Gassner

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