Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Vorwurf: Schläge und Tritte gegen Stieftochter

Gericht Vorwurf: Schläge und Tritte gegen Stieftochter

Ein 42-Jähriger Richtsberger soll seine jugendliche Stieftochter nach einem Streit geschlagen und getreten haben.

Voriger Artikel
„Berti“ verrät die Hauspreise
Nächster Artikel
Moschee-Gegner attackieren OB Vaupel

Marburg. Zwei Ohrfeigen, mehrere Faustschläge auf den Rücken und Tritte gegen die Beine: Während des Umzugs der Familie von der Sudetenstraße einige Straßen weiter, riss dem Angeklagten nach eigenen Aussagen der Geduldsfaden. „Der Stress an dem Tag wurde mir zu viel“, sagte er am Montag vor dem Amtsgericht aus. Während er stundenlang schwere Kisten die Stockwerke herauf und hinunter getragen habe, seine Frau schwanger nicht mithelfen konnte, richtete sich der Frust gegen die Stieftochter. „Sie saß faul auf dem Sofa, spielte mit ihrem Handy herum und hatte Ohrstöpsel in den Ohren, hörte Musik“, sagte er. Anstatt ihm zu helfen, habe sie ihn schwer beleidigt, ihn verhöhnt. „Dann rutschte mir die Hand aus.“

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft flüchtete die Jugendliche nach der ersten Attacke in die Küche, wo sie zu Boden geschubst und getreten wurde. Der Ausraster alarmierte den vorsitzenden Richter Cai-Uwe Boesken. Ist der bislang ungescholtene 42-Jährige ein Frauenschläger? Fotos von den Verletzungen der Jugendlichen beweisen, dass sie einige Kratzer und blaue Flecken davontrug. Leugnen war wohl zwecklos - daher gestand der Bauhilfsarbeiter und entschuldigte sich bei seiner Familie auch vor Gericht für sein Verhalten.

Mittlerweile habe sich die Situation spürbar verbessert, bestätigt ein Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe. Seitdem die dreiköpfige Familie in der neuen, größeren Wohnung lebe, gebe es keine vergleichbaren Konflikte mehr. Die Stieftochter, die nicht offiziell aussagen musste, stimmte zu: Sie habe nun ihr eigenes Zimmer, das sei vorher nicht so gewesen.

Gegen eine Zahlung von 200 Euro wurde das Verfahren gegen den 42-Jährigen, der sich erstmals vor Gericht verantworten musste, eingestellt. Boskens Begründung: Er glaube daran, dass es ein einmaliger Vorfall gewesen, der Angeklagte kein Frauenschläger sei. Dennoch warnte der Richter den Beschuldigten: „Selbst eine Ohrfeige ist inakzeptabel, Wut hin oder her. Passiert das noch einmal, wird es sehr unangenehm vor Gericht.“

von Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr