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Straßenverkehr

Vorsicht Eis! Bedrohung aus der Luft

Eis auf den Straßen – angesichts der Minustemperaturen keine Seltenheit. Wohl aber, wenn es sich nicht um Glatteis, sondern um tellergroße Eisstücke handelt, die sich bei voller Fahrt von den Lkw-Dächern lösen.

Gefährliche Flugobjekte: Die Eisbrocken auf der Straßenkreuzung Südspange/Cappel.

© Thorsten Richter

Marburg. Die Ampel an der Kreuzung in Cappel ist rot. Gelangweilt kickt ein Jugendlicher einen dicken Eisbrocken auf die Straße. Die Ampel springt um. Grün. Eine junge Mutter manövriert kopfschüttelnd den Kinderwagen durch die großen Eisklumpen. Auf ihrem Gesicht ist eine Frage abzulesen: Was wäre gewesen, wenn...? Wenn die Eisstücke, die sich vermutlich von der Plane eines Lkw gelöst haben, einen Fußgänger getroffen oder einen schweren Unfall verursacht hätten?

Der „Was wäre wenn-Fall“, der darf laut Gert Kautetzky, Geschäftsführer der Stadtallendorfer Spedition Kautetzky, nicht eintreten. Jeder Fahrer sei dazu verpflichtet, sein Fahrzeug vor Dienstbeginn auf Verkehrssicherheit zu überprüfen. Dazu gehört auch eine Kontrolle der Plane, auf der sich das (Tau)Wasser sammeln kann. „Dann muss mit einem Schieber das  Eis heruntergeklopft werden“, erklärt der 48-Jährige. Auf dem Firmengelände der Spedition ist das kein Problem. Eine Leiter ist vorhanden, ein Blick aufs Dach ohne Akrobatikeinlage möglich. „Aber ich weiß auch, wie schwer es ist, wenn man mit dem Lkw unterwegs ist und nicht aufs Dach kommt“, so Kautetzky. Denn nicht jeder Rasthof verfüge über die Möglichkeit, das Lkw-Dach zu erklimmen. „Bei den neueren Rasthöfen ist das kein Problem, das müsste aber bei allen Standard werden“, kritisiert Kautetzky. In seinem Unternehmen ist die Kontrolle der Planen auf Schnee und Eis Pflicht. „Wir sind zertifiziert – da muss das genauestens dokumentiert werden“, erläutert der Geschäftsführer.

Die Eisbrocken auf der Kreuzung in Cappel sind auch Polizeisprecher Martin Ahlich aufgefallen. Er weiß, welche Gefahr von den herabfallenden Geschossen ausgeht. Betont jedoch auch: „Das ist kein Unfallschwerpunkt im Landkreis.“ Und deshalb auch kein Grund für die Marburger Polizei, vermehrt Lkws auf „Eisfreiheit“ zu kontrollieren.

von Marie Lisa Schulz

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