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Vorrang für Busse und Fußgänger

Winterdienst Vorrang für Busse und Fußgänger

In der Kernstadt werden die Flächen ausgeweitet, in denen im Winter nicht mit einer Salz-SplittMischung, sondern lediglich mit Splitt gestreut werden soll.

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Schnee und Eis auf den Lahnbergen in Marburg: Der Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg hat bei winterlichen Straßenverhältnissen alle Hände voll zu tun.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Stadtverordnetenversammlung soll am Freitag des Konzept des Dienstleistungsbetriebs Marburg für den Winterdienst zur Kenntnis nehmen. Die Betriebskommission des DB hatte sich Anfang des Monats „intensiv“, so Stadträtin und DBM-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Kerstin Weinbach, mit dem Konzept beschäftigt, das sich vor allem mit dem Einsatz von Streumitteln und einer Prioritätenliste für die Räumung von Straßen beschäftigt.

Wie Stadtsprecherin Edith Pfingst berichtete, ist es das erste Mal, dass der DBM sein Winterkonzept schriftlich vorlegt. Man erhoffe sich davon auch, notwendige Änderungen, die sich aus der Praxis ergeben, unkompliziert einarbeiten und transparent machen zu können.

Besonderes Augenmerk auf Busse und Fußgänger

Neu ist gegenüber den Vorjahren, dass nicht nur im Südviertel und im Biegenviertel, sondern auch in Weidenhausen auf den Einsatz von Streusalz verzichtet werden soll. Hier soll ausschließlich Splitt verwendet werden, heißt es in dem von DBM-Betriebsleiter Jürgen Wiegand unterschriebenen Konzept – solange nicht „extreme Witterungsverhältnisse“ herrschen. Bei Eisgefahr oder bei Blitzeis beispielsweise kann auch Auftausalz eingesetzt werden, wo es besonders sinnvoll ist. Als Beispiel nennt das Konzept die kleine Steigung vor der Ampel Am Grün/Universitätsstraße.

Brücke, Stege, Fußgängerüberwege und Fahrradwege werden zur Not mehrfach am Tag geräumt. Hier nehme die Stadt Marburg ihre Anliegerpflichten wahr, sagt Wiegand. Bei starkem Schneefall werden Bushaltestellen und „Fahrbahnquerungshilfen“ nach dem ersten Räumgang „erneut winterdienstlich behandelt“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Sage und schreibe 170 Beschäftigte des DBM und des Fachdienstes Hochbau sind in zwei Rufbereitschaftsgruppen eingeteilt worden, um diese umfangreichen Aufgaben zu erfüllen.

Für Anwohner besteht aber nach wie vor Räum- und Streupflicht für die Bürgersteige. Um den Öffentlichen Personennahverkehr möglichst störungsfrei zu gewährleisten, werden, so Wiegand, die Busstrecken „winterdienstlich betreut“ – und zwar während der gesamten Fahrtzeit, also von morgens gegen 4 Uhr bis etwa 1.30 Uhr am nächsten Tag. Vier Rufbereitschaftsgruppen mit jeweils sechs Arbeitern und einem Einsatzleiter wurden zu diesem Zweck gebildet, um die langen, außerhalb der regulären Arbeitszeit liegenden Einsatzzeiten abdecken zu können. Konkret bedeutet dies, dass jeweils eine Einsatzgruppe eine Woche Rufbereitschaft hat und eine zweite Gruppe diese bei langanhaltenden Winterdiensteinsätzen ablöst, damit die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sichergestellt werden kann.

Prioritätenliste für Winterdienst auf Straßen

Der DBM führt den Winterdienst auf den Straßen der Stadt nach einer dreistufigen Prioritätenliste durch. Fahrbahnen der Priorität 1 sind Haupt­verkehrsstraßen, Buslinien und Gefällstrecken. Sie werden geräumt und gestreut, solange dies notwendig ist. Zu ihnen gehören beispielsweise die meisten Straßen am Richtsberg, die Straßen in der Innenstadt, auf denen Buslinien verkehren sowie die Gefällstrecken am Richtsberg, in der Kernstadt, in Cappel oder Wehrda.

Erst wenn alle Straßen der Priorität 1 verkehrssicher sind, Fahrer und Fahrzeuge wieder einsatzfähig sind und ein Anhalten des Winterwetters zu erwarten ist, sind Straßen der Priorität  2 an der Reihe. Dies betrifft Straßen in den Stadtteilen ebenso wie Nebenstraßen im Südviertel oder am Ortenberg. In der Kategorie 3 schließlich – sie kommen nur dann dran, wenn alles andere frei ist – sind einige Nebenstraßen in den Stadtteilen sowie öffentliche Parkflächen – etwa am Georg-Gaßmann-Stadion.

von Till Conrad

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