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Vorfahrt achten am ganzen Ortenberg

Tempo-30-Zone Vorfahrt achten am ganzen Ortenberg

Aufmerksamen Autofahrern ist es nicht entgangen: An den drei Zufahrten zum Ortenberg stehen quadratische Verkehrsschilder, die mit blauen Müllsäcken zugehängt sind.

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In der Rudolf-Bultmann-Straße weist eine weiße „30“ auf die Geschwindigkeitsreduzierung hin. Am Rotenberg (rechtes Foto), wo seit Samstag wieder freie Fahrt herrscht, kann kein Tempo 30 eingeführt werden, weil er eine Kreisstraße ist.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Des Rätsels Lösung: Die Schilder weisen darauf hin, dass künftig der gesamte Ortenberg eine Tempo-30-Zone sein wird. Ein Wunsch von Anwohnern entlang der Georg-Voigt-Straße, Schützenstraße und Alten Kasseler Straße geht also in Erfüllung (die OP berichtete).

Gestern Morgen haben Arbeiter damit begonnen eine große weiße „30“ am Beginn der Alten Kasseler Straße, der Georg-Voigt-Straße und der Rudolf-Bultmann-Straße in Höhe der Brücke über die Bahn auf den Asphalt aufzubringen.

Im Anschluss machten sie sich daran, an den Einfahrten der Neben- in die genannten Hauptstraßen die weißen durchbrochenen Haltelinien zu entfernen. Was weiter folgen wird, ist der Abbau der „Vorfahrt“-Schilder. Denn „im Zuge der Ausweisung einer Tempo-30-Zone ändern sich meistens auch die Vorfahrtsregeln an den Kreuzungen“, betont Ralf Laumer, Pressesprecher der Stadt, auf OP-Anfrage.

Es sei zu beachten, dass in Tempo-30-Zonen grundsätzlich eine Rechts-vor-links-Regelung gelte. „Die einzige Ausnahme sind Kreuzungen, an denen die einfahrenden Verkehrsteilnehmer über eine Bordsteinkante in den Kreuzungsbereich einfahren. Diese müssen dann die Vorfahrt gewähren“, erklärt Laumer.

Am Ortenberg müssen künftig, sobald Tempo 30 endgültig eingeführt ist, alle Verkehrsteilnehmer besonders achtsam sein und vorausschauend fahren. Das gilt aber auch für Wehrda, wo laut Laumer derzeit ebenfalls die bestehenden Tempo-30-Zonen um die Straßen erweitert werden, die nicht als klassifizierte Straßen eingestuft sind.

Freie Fahrt am Rotenberg, aber kein Tempo 30

Klassifizierte Straßen sind zum Beispiel Kreisstraßen, die durchs Stadtgebiet führen. Eine ist der Rotenberg. Er ist zwar seit Samstag wieder geöffnet, dürfe aber nicht als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden. Grundlage für die Einführung der Tempo-30-Zonen ist das im Auftrag des Magistrats aufgrund eines Bürgerbefragung angelegte Geschwindigkeitskataster.

In den Außenstadtteilen ist die Umsetzung der Vorschläge bereits erfolgt. Zuletzt ist Tempo 30 im kompletten Stadtteil Richtsberg vorgeschrieben worden (die OP berichtete). Weitere Tempo-30-Zonen werden laut Laumer voraussichtlich nach den Sommerferien oder im Herbst umgesetzt. „Hierüber wird gesondert informiert.“

Was bedeutet Tempo 30 nun konkret für den Autofahrer? Dadurch, dass er nicht mehr maximal 50 Kilometer pro Stunde auf Innerortsstraßen fahren darf, braucht er länger, um von A nach B zu gelangen. Die OP hat die Probe aufs Exempel gemacht und ist die Schützenstraße vom Ortenbergplatz bis zum Ende der Alten Kasseler Straße gefahren. Für die circa 1,5 Kilometer hat unser Testfahrer bei maximal Tempo 50 genau 2 Minuten und 22 Sekunden benötigt. Auf der Rückfahrt hat er bei konsequent eingehaltenem Tempo 30, die übrigens mit modernen Autos problemlos im dritten Gang gefahren werden können, genau 3 Minuten und 7 Sekunden gebraucht - also exakt 45 Sekunden oder etwa ein Drittel mehr.

von Michael Arndt

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