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Vorbilder prägen weltoffenes Marburg

Verleihung des Stadtsiegels Vorbilder prägen weltoffenes Marburg

Gleich zweimal wurde von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) das Historische Stadtsiegel am Tag der kulturellen Vielfalt verliehen: an die Muslima Sabreen Younis sowie an Wouloh Korodowou aus Togo.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (Mitte) ehrte Sabreen Younis (links) und Wouloh Korodowou jeweils mit dem Historischen Stadtsiegel.

Quelle: Kristina Lieschke

Marburg. Es ist bereits eine liebgewordene Tradition, dass immer zum Tag der kulturellen Vielfalt Marburger Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die kulturelle Integration besonders ausgezeichnet werden. Deshalb schritt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies zur Tat und verlieh die beiden Historischen Stadtsiegel mitten im Fest der kulturellen Vielfalt am Tag der deutschen Einheit. Und so verfolgten im Großen Saal der Stadthalle mehr als 200 Zuschauer die Zeremonie und die ehrenden Worte von Spies.

Gerührt reagierte die erste Geehrte, die Muslima Sabreen Younis auf ihre Ehrung. „Ich bin sprachlos“, sagte sie dann, als Spies ihr das Historische Stadtsiegel überreicht hatte.

Sabreen Younis wurde besonders für ihren Einsatz um das Zusammenleben in kultureller Vielfalt in Marburg sowie ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Bereits seit 20 Jahren ist Younis aktiv in der internationalen Frauengruppe im Marburger Stadtteil Richtsberg tätig und hat verschiedene ehrenamtliche Einsätze für Frauen und Kinder vorzuweisen. Zahllos sind die Aufgaben und Ämter, die Younis übernommen hat.

Younis ist eine selbstbewusste muslimische Frau

So ist sie seit 2014 unter anderem Integrationslotsin beim Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen (BSF) und arbeitet auch seit dem Jahr 2014 als Vorstandsmitglied im Verein BSF mit. Zudem ist Younis Vorstandsmitglied der Moschee der Islamischen Gemeinde und leitet dort eine Mädchengruppe. Außerdem ist sie seit einigen Jahren an der Organisation des Internationalen Mädchentages beteiligt.

Dabei zeige die Geehrte, wie man sich als selbstbewusste muslimische Frau nicht nur im eigenen Kulturkreis, sondern auch in der deutschen Gesellschaft behaupten könne, sagte Spies. Er hob besonders ihre klare Haltung hervor, die sie stets respektvoll vertrete.

Ebenfalls eine große Freude war die Ehrung für Wouloh Korodowou. Der aus dem afrikanischen Staat Togo stammende Dolmetscher ist ebenfalls schon seit rund zwei Jahrzehnten in Marburg ehrenamtlich tätig.
Geehrt wurde er von Spies einerseits für seine Anstrengungen für die afrikanischen Studierenden und andererseits für seine langjährige Mitarbeit im Marburger Ausländerbeirat.

Korodowou berät bis heute Afrikanischen Studierendenvereins

Korodowou gehörte diesem Gremium, das die ausländischen Mitbürger in Marburg vertritt, bereits zwischen 1997 und 1999 an und ist seit April 2010 wieder Mitglied des Ausländerbeirats und derzeit aktuell dessen stellvertretender Vorsitzender.

Sechs Jahre lang war Korodowou zuvor bereits Präsident des Afrikanischen Studierendenvereins. Bis heute berät er diesen Verein bei der Konzeption und Organisation der Afrika-Tage und des jährlichen afrikanischen Begegnungstages.
Beide Geehrten hätten mit ihrem Wirken als Vorbilder einen großen Anteil an einer bunten und weltoffenen Stadt Marburg, würdigte OB Spies und beendete seine Ansprache mit den Worten: „Herzlichen Dank, machen Sie weiter so!“

Auch die Ausländerbeiratsvorsitzende, Goharik Gareyan-Petrosyan, gratulierte den beiden Geehrten und freute sich über die lange Tradition der Ehrung. „Es ist schwer, jedes Jahr nur zwei auszuwählen“, sagte sie. „Auch dieses Mal wurden zwei besonders würdige Personen gefunden“, ergänzte die Marburger Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk (SPD).

von Kristina Lieschke

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