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Vorbestrafter Einbrecher muss ein Jahr in Haft

Aus dem Amtsgericht Vorbestrafter Einbrecher muss ein Jahr in Haft

Eine am Tatort zurückgelassene Eisteeflasche mit DNA-Anhaftungen ist einem 29-Jährigen zum Verhängnis geworden. Das Marburger Amtsgericht verurteilte ihn ­wegen Einbruchdiebstahls zu einer Gefängnisstrafe.

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Der Angeklagte musste sich vor dem Amtsgericht Marburg verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Fest steht, dass am 30. Januar 2013 in eine Marburger Wohnung eingebrochen wurde und Gegenstände im Wert von etwa 3000 Euro entwendet wurden. Wie die Bewohner berichteten, sei die Tür nicht abgeschlossen, sondern nur zugezogen gewesen. Schlimmer als der Sachschaden sei der immaterielle Schaden gewesen, so eine Zeugin, denn auf ihrem Laptop und einem zusätzlichen Speichergerät befand sich ihre Doktorarbeit. „Ich habe wieder von vorne anfangen müssen“, berichtete sie.

Wie ihr Lebensgefährte sagte, habe auf seinem Schreibtisch die Flasche gestanden. „Kein Mensch bei uns trinkt so was“, betonte er. Sie habe auch nicht dort gestanden, als er das Haus verlassen habe. Die Rechtsmedizinerin, welche die DNA-Spuren untersucht hat, berichtete von einer Mischspur auf der Flasche, jedoch hätte eine Spur deutlich überwogen und das sei zu nahezu 100 Prozent die des Angeklagten. Der Mann aus Kassel schwieg zu den Vorwürfen, sein Verteidiger Markus Sittig plädierte auf Freispruch.

Gericht: Eine günstige Prognose fehlt

„Die-DNA-Spur ist nur ein Indiz, und sonst haben wir nichts“, hob er hervor. Es gebe keine Zeugen, die seinen Mandanten in Tatortnähe gesehen haben. Eine Verurteilung nur wegen der Flasche halte ich für bedenklich“, sagte der Verteidiger. „Wenn ich meine Zigarette irgendwo hinwerfe und am nächsten Tag wird dort jemand umgebracht, dann war das der Rechtsanwalt Sittig“, so sein Beispiel. Möglich sei, dass ein Bekannter des 29-Jährigen die Flasche dabei hatte, oder sie sei gezielt hingestellt worden, um ihn zu belasten. „Es muss etwas hinzukommen, weitere Anhaltspunkte haben wir nicht, deshalb ist er freizusprechen“, forderte Sittig – allerdings vergeblich.

Strafrichterin Annika Woltmann sah wie die Staatsanwaltschaft die Täterschaft als erwiesen: „Die von der Verteidigung angeführten Szenarien halte ich für etwas weltfremd, es sind reine Spekulationen für die nichts spricht.“

Eine Aussetzung der einjährigen Haftstrafe zur Bewährung sei nicht möglich, eine günstige Prognose fehle. Erst zwei Monate vor der Tat sei der mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, von weiteren Straftaten abgehalten habe ihn das nicht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Heiko Krause

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