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Vor dem Zeltlager kommt es zu einzelnen Kontakten

Flüchtlinge Vor dem Zeltlager kommt es zu einzelnen Kontakten

Die ersten Flüchtlinge, die am Montag in Cappel eingetroffen sind, sind schon wieder weg.

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Ortsvorsteher Heinz Wahlers (von links), Professor Siegfried Keil und Irmgard Nickel bringen Willkommensschilder am Flüchtlingscamp in Cappel an.

Quelle: Thorsten Richter

Cappel. Die Pressesprecherin des Regierungspräsidiums, Ina Velte, bestätigte gegenüber der OP, dass etliche Menschen Marburg wieder verlassen haben. Insgesamt steigt die Zahl der in Marburg Untergebrachten aber, am Dienstag waren es 319. Die, die das Camp verlassen haben, sind entweder auf ein anderes Bundesland verteilt oder einer hessischen Kommune zur dauerhaften Unterbringung zugewiesen worden, erläuterte Velte.

Ein Teil der Flüchtlinge ist zurück nach Gießen gebracht worden, weil es hier in der Erstaufnahmeeinrichtung ein festes Dach über dem Kopf gibt. „Wir wollen die Fluktuation, weil wir den Flüchtlingen die Notunterkunft Zelt nur so kurz wie möglich zumuten wollen“, so Velte.

Zu Zwischenfällen jedweder Art kam es bislang  nicht. Martin Ahlich, Pressesprecher der Polizeidirektion Marburg, sagte, es habe keine Einsätze im Zusammenhang mit dem Flüchtlingslager gegeben. Die Polizei sei aber wie auch in Neustadt darauf eingerichtet, im Bedarfsfall schnell eingreifen zu können. Schichten seien aber personell nicht verstärkt worden.

Sachspenden nur beim Roten Kreuz abgeben

Die Welle der Hilfsbereitschaft in Marburg ist ungebrochen. Bis Dienstagmittag registrierten sich fast 1000 Menschen in der Facebook-Gruppe „Den Flüchtlingen in Cappel helfen“. Viele Menschen bieten über diese Plattform ihre Mitarbeit bei der Versorgung der Flüchtlinge an oder fragen, wo sie Sachspenden abgeben können.

Am Lagereingang ist dies nicht möglich. Eine Frau, die am Dienstag gegen Mittag zwei Bälle abgeben wollte, musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Sachspenden können aber beim Deutschen Roten Kreuz Im Rudert 13 abgegeben werden, insbesondere Kleidung und Spielzeug – hier derzeit vor allem Wachsmalstifte und Lego-Bausteine – von 8.30 bis 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Das teilte Stadtsprecherin Sabine Preissler mit.

Wer ehrenamtlich mitarbeiten möchte – sei es bei einem Sprachkurs, Telefondienst oder der Essensausgabe, wird von der Stadt gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Er ist unter www.marburg.de zu finden. Die Stadt bittet um Verständnis dafür, dass es einige Tage dauert, bis die Hilfsangebote gesichtet und abgearbeitet sind. Die soziale Anlaufstelle wird Anfang der kommenden Woche eingerichtet. Flüchtlingskoordinatorin Gudrun Fleck-Delnavaz hat immerhin eine Hilfskraft zugeordnet bekommen, um die zahlreichen Hilfsangebote zu bearbeiten.

Ortsvorsteher zieht positive Zwischenbilanz

Sporadisch kam es am Dienstag zu vereinzelten Kontakten zwischen Flüchtlingen und der Marburger Bevölkerung. Die Ruhebank vor dem Zeltcamp ist ein beliebter Platz für Flüchtlinge geworden, und der ein oder andere Marburger blieb Dienstag auf seinem Spaziergang stehen, um sich zu unterhalten.

Insgesamt, so berichtet Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers, hat sich die Stimmung auch bei jenen, die zuvor heftige Bedenken gegen die Errichtung des Zeltlagers hatten, gebessert. Unmittelbare Nachbarn berichteten, dass ihre ursprünglichen Befürchtungen nicht eingetreten seien.

Etwa ein Drittel aller 7000 Menschen, die in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) untergebracht sind, haben sich für Ramadan registrieren lassen. Sie erhalten ihre täglichen Essensrationen so, dass sie sie, den Vorschriften für gläubige Moslems entsprechend, nach Sonnenuntergang verzehren können. Grundsätzlich, so Velte, sind die Mahlzeiten, die ausgegeben werden, frei von Schweinefleisch.

von Till Conrad

Feedback

Mit offenen Armen
„Endlich mal eine erfreuliche Nachricht, auch wenn man die Zelte erstmal als Notlösung sehen muss. Ich hoffe die Menschen werden mit offenen Armen begrüßt, denn sie haben schon genug durchlebt.“
Pajtim Ajeti (via Facebook)

Andere Unterbringung
„Es ist einfach peinlich, die Menschen, die so viel erlebt haben, so unterzubringen. Es gibt genug leer stehende Gebäude in Deutschland.....Kasernen....alte Verwaltungsgebäude oder Krankenhäuser....wo man die Unterbringung menschenwürdiger organisieren könnte....“
Ulla Ried (via Facebook)

Verantwortung tragen
„Wer Waffen verkaufen kann an die Saudis, der kann auch die Betroffenen aufnehmen! Oder meint ihr, die ganzen Terroristen haben sie vom Nikolaus bekommen? ... “
Josef Hiyo (via Facebook)

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