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Vor dem Studium steht der Online-Test

Online-Self-Assessments Vor dem Studium steht der Online-Test

Ein Kongress zu "Online-Self-Assessments" mit mehr als 100 Teilnehmern findet im Hörsaalgebäude der Marburger Universität statt.

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Die Tagung zum Thema „Online Self-Assessments“ startete gestern im Uni-Hörsaalgebäude.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wie findet man sein Traumstudium? Studieninteressierte haben die Qual der Wahl, um aus einem reichhaltigen Angebot das Studium auszusuchen. Insgesamt gibt es für Studienanfänger derzeit 16666 Studiengänge an 439 deutschen Hochschulen, berichtete Dr. Svea Hasenberg (Uni Marburg) im Eröffnungsvortrag zum Kongress über „Online Self-Assessments“.

Neben der klassischen Studienberatung existieren seit einigen Jahren vermehrt die so genannten Online Self-Assessments (OSA) an deutschen Hochschulen. Sie sind meist nicht verbindlich vorgeschrieben, helfen aber Studieninteressierten bei einer ersten Auswahl, ­indem diese online testen können, wie gut ein Studiengang zu ihren eigenen Interessen und ihren persönlichen Kompetenzen passt.

Der Marburger Psychologie- Professor Gerhard Stemmler nennt ein mögliches Ziel der OSA-Angebote: „Bei durchschnittlich 25 Prozent Stu­dienabbrüchen muss etwas getan werden, um die Passung von Studienbewerbern und Studienfach zu verbessern“. Schließlich reiche allein das Interesse für ein Studienfach für einen erfolgreichen Studienabschluss nicht aus, sondern es müssten die passenden Erwartungen, die richtige Motivation und die erforderlichen Fähigkeiten hinzukommen, fügt der Marburger Psychologie-Professor Lothar Schmidt-Atzert hinzu. Beide Marburger Wissenschaftler organisieren den Kongress, der gestern begonnen hat und heute fortgesetzt wird.

Die Tests bestehen meist aus mehreren Bausteinen, die Fähigkeiten und Vorwissen erfassen oder eine Rückmeldung zu Erwartungen und Vorstellungen vom Wunschstudium geben, erläutert Schmidt-Atzert. „Manche Studieninteressierte denken zum Beispiel, dass Chemie und Physik beim Biologiestudium nur eine geringe Rolle spielen oder das Psychologiestudium direkt zum Therapeuten ausbildet“, sagt er. Solche Irrtümer könne ein Test korrigieren, indem Erwartungshaltungen abfragt werden oder eine Verlinkung auf Studieninformationen erfolgt. Außerdem könne der Bewerber prüfen, ob Persönlichkeitsmerkmale wie Leistungsmotivation bei ihm hinreichend ausgeprägt sind. „Bestimmte Eigenschaften sind wichtig, wenn man erfolgreich studieren will,“ erklärt Schmidt-Atzert. Somit würden Online Self-Assessments zu einem Schlüssel für ein erfolgreiches Studium.

Auch die Marburger Uni-Leitung ist interessiert an den Tagungsergebnissen. Denn schließlich wird die Erforschung der Online-Self-Assessments auch in einem Modellprojekt des Bundesforschungsministeriums gefördert, erläutert der Marburger Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit. Die Online-Tests sollen auch an der Marburger Universität dazu dienen, dass die künftigen Marburger Studierenden sich für Fächer bewerben, die ihnen besonders gut liegen.

In mehreren Workshops sollen Ergebnisse zu unterschiedlichen Fragestellungen erarbeitet werden. So geht es um das Verhältnis zwischen Studienberatung und Online-Self-Assessments, um die Erwartungen von Schülern an die neuartigen Tools, aber auch um Fragen des Datenschutzes und der rechtlichen Einordnung.

  • Heute schließt die Tagung ab 13.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zur Bedeutung der Online-Self-Assessments an den Hochschulen. Professor Martin Kersting (Universität Gießen) moderiert die Debatte. Gäste auf dem Podium sind: Dr. Ulf Bade (Geschäftsführer der Stiftung für Hochschulzulassung), Joachim Diercks (Geschäftsführer der Cyquest GmbH), Daniel Köfer (Leitender Ministerialrat im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst), der Marburger Uni-Vizepräsident Professor Harald Lachnit und der Psychologie-Professor Lothar Schmidt-Atzert (Marburg).

von Manfred Hitzeroth

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