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Vor allem die schwere Straftaten nehmen ab

Kriminalstatistik Vor allem die schwere Straftaten nehmen ab

Durch neue Ermittlungsgruppen und mehr Streifen auf der Straße will die Polizei verschärft gegen Einbrecher, Diebe, Schläger und Fälscher im Landkreis vorgehen.

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Marburg. Im vergangenen Jahr gingen die Fallzahlen bei Raub und Erpressung im Landkreis zurück, sanken von 91 auf 65 Taten im Vorjahresvergleich. Die Polizei erreichte eine Aufklärungsquote von 75,4 Prozent.

Noch besser schnitt sie bei den Sexual-Straftaten ab - Aufklärungsquote: 81,4 Prozent. Die Anzahl dieser Straftaten sank zudem erheblich: von 167 Taten im Vorjahr auf 113 im Jahr 2015. Worauf dies zurückzuführen ist, kann die Polizei nicht sagen. „Jedenfalls liegt es nicht daran, dass weniger sexuelle Übergriffe angezeigt würden, ganz im Gegenteil“, erklärt Polizeisprecher Martin Ahlich.

Die Polizei leitet von ihrer Statistik ab, dass Marburg-Biedenkopf einer der sichersten Landkreise in Hessen sei. Sie legt die so genannte Häufigkeitszahl zugrunde - sie setzt die Straftaten ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Das ergibt für Marburg-Biedenkopf einen Wert von 4344 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Und damit liegt der Landkreis deutlich unterm Schnitt für Hessen (6616 pro 100.000 Einwohner).

„Ab einem Wert von 7000 Straftaten je 100.000 Einwohner wird es aus Sicht der Kriminalisten kritisch“, sagt Ahlich. Marburg-Biedenkopf ist aus dieser Perspektive sicher - das wird man anders empfinden, wenn man 2015 zum Oper von Einbruch, Ladendiebstahl oder Körperverletzung wurde.

Bei diesen Delikten sind die Zahlen gestiegen, teils erheblich. So gab es 30 Einbrüche mehr als im Vorjahr, das entspricht einem Anstieg um fast 19 Prozent. Und zugleich fiel die Aufklärungsquote auf einen Tiefstand von 18 Prozent. Neue Ermittlungsgruppen sollen helfen - oder auch mehr Polizeipräsenz auf der Straße, erklärt die Polizei.

Die Kriminalstatistik 2015 zeugt von einer auffällig hohen Zahl von Drogendelikten - in den vergangenen zehn Jahren gab es niemals so viele Fälle, die angezeigt wurden: 805 Rauschgiftdelikte, 78 mehr als ein Jahr zuvor, 437 mehr als noch im Jahr 2006. Die Aufklärungsquote bewegt sich mit 98,6 Prozent auf dem Vorjahresniveau.

Mehr Drogendelikte bedeutet mehr Drogenkonsum? Dieser Rückschluss lässt sich freilich nicht ziehen, erläutert Ahlich. Die hohe Anzahl von Rauschgiftdelikten führt die Polizei auf mehrere Sammelverfahren zurück. „Wenn man einmal in ein Wespennest gestochen hat, dann ergeben sich immer weitere Delikte“, sagt Ahlich und verweist auf mehr Kontrollen. Die Polizei spürt verstärkt die Verkehrsteilnehmer auf, die im Rausch unterwegs sind.

In ihrer Auswertung vergleicht die Polizei die Gemeinden untereinander - mit teils auffälligen Unterschieden (siehe Grafik). So ist Biedenkopf statistisch gesehen sicherer geworden, Fronhausen unsicherer.

von Carina Becker

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Mehr Gewalt, Diebstahl und Drogendelikte

Die Zahl der Straftaten im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist gestiegen. Im Jahr 2015 registrierte die Polizei laut Kriminalstatistik 10.495 Fälle - das sind rund 500 mehr als im Vorjahr.

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