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Von wegen Sommerschlaf an der Uni!

Semesterferien Von wegen Sommerschlaf an der Uni!

Das Klischee von den Semesterferien trifft auch in diesem Sommer nicht zu. Studierende zwischen Klausuren und Hausarbeiten.

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Mit einem Lächeln dem Uni-Stress entgegen: Fabiola Schmidt und Nora Wilkening studieren Kultur- und Religionswissenschaft.
 Foto: Matthias Weber

Marburg. „Andere Städte haben eine Universität, Marburg ist eine.“ Auch in der vorlesungsfreien Zeit geht von dem Charakter der Universitätsstadt nichts verloren. Nach wie vor lernen und arbeiten Studenten hier für Prüfungen und Hausarbeiten, sodass das Wort Ferien für viele unzutreffend ist.

Nachdem Vorlesungen und Seminare absolviert sind, geht die heiße Phase nämlich erst einmal los. Klausuren und Prüfungen stehen dann auf dem Programm und dieser Abschnitt beginnt schon in den letzten Wochen der Vorlesungszeit. „Man hat alle Prüfungen am Ende des Semesters und gerade während der Vorlesungszeit ist man nur am Lernen“, sagt Pharmaziestudent Sascha Sobieraj.

Wer meint, dass es aber nach den Klausuren ruhiger wird, hat sich wieder getäuscht. Für viele geht es darum, Hausarbeiten abzuschließen. Gerade diese Phase kann sich über mehrere Wochen hinziehen. Besonders in den Fächern der Geisteswissenschaften nimmt dieses Arbeitsfeld den meisten Raum im Studium ein.

Ein Blick in die Bibliothek der Philipps-Uni verrät mehr als tausend Worte. „Besonders im Lesesaal merkt man, dass konzentriert für noch ausstehende Prüfungen gelernt wird und ausstehende Hausarbeiten vorbereitet werden. Auch im oberen Foyer, wo Tische für die Gruppenarbeit bereitstehen, sind fast alle Plätze belegt“, berichtet Bärbel Schäfer, Diplombibliothekarin. Dadurch, das ebenfalls die Öffnungszeiten in der vorlesungsfreien Zeit die gleichen geblieben und die Schließfächer voll belegt sind, kommt kein Ferieneindruck auf..

„Wegen der Schulferien fällt es dann aber schon auf, dass weniger Studierende und Mitarbeiter da sind“, sagt Dr. Lydia Kaiser, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der Universitätsbibliothek. Ihre freie Zeit komplett aufgeben, das wollen dann einige Studenten auch nicht.

„Bei guter Zeiteinteilung ist der Aufwand relativ locker zu bewältigen“, dies behaupten die Religions- und Kulturwissenschaftlerinnen Fabiola Schmidt und Nora Wilkening. Trotz stressiger Phasen im Studium lassen sich die beiden nicht aus der Ruhe bringen.

Nicht weit von der Universitätsbibliothek entfernt befindet sich die Mensa. Zur Mittagszeit läuft der Betrieb gewohnt weiter und die Plätze sind stets gut gefüllt. „Einen Einbruch merkt man erst ab August, bis jetzt bleibt die Arbeit stabil“, erzählt Mensaangestellter Franz-Josef Barthel.

Ein anderes Bild erwartet einem in den Gebäuden der einzelnen Fachbereiche. Sobald Vorlesungen und Seminare wegfallen, ist von einer Studiumatmosphäre nicht mehr viel zu spüren. Trotzdem werden Fachbibliotheken immer wieder aufgesucht. Viele Studierende lernen und arbeiten natürlich auch zuhause.

Ein zusätzlicher Aufwand sind Praktika und Nebenjobs, um sich das Studium zu finanzieren. Für solche Pflichten bleibt den meisten nur die Ferien, weil die Zeit dafür in der Vorlesungszeit nicht gegeben ist. „Während des Studiums zu arbeiten ist oft mit Stress verbunden, daher arbeite ich in den Semesterferien. Ich kann am Stück arbeiten und verdiene so auch mehr Geld, als nebenbei während der Vorlesungszeit.“, sagt Geschichtsstudent Michael Kubacki.

von Matthias Weber

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