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Von sich erzählen oder einfach nur zuhören

Neuer Gesprächskreis "Trialog" Von sich erzählen oder einfach nur zuhören

Ein neuer Gesprächskreis soll das Verständnis von und für seelische Krankheiten fördern. Der Slogan des Gesprächskreises könnte eindringlicher nicht sein: „Gesundheit ist nicht das Frei-sein von Problemen, sondern der Mut mit ihnen umzugehen.“

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Der Vorbereitungskreis: Thomas Hohl (von links), Andreas Koch, Joya Bose, Andreas Jung und Barbara Höfler.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Um diesen Mut zu fördern, soll ein von verschiedenen therapeutischen Einrichtungen Marburgs organisierter Gesprächskreis namens „Trialog“ eingerichtet werden, der das gegenseitige Verständnis zwischen seelisch Erkrankten, deren Angehörigen und professionellen Helfenden stärken soll.

Die Referenzen des fünfköpfige Vorbereitungskreises, der den Trialog leitet, können sich sehen lassen: Mit Sozialtherapeut Andreas Jung (BI Sozialtherapie), Psychologin Barbara Höfler (Soziale Hilfe Marburg) und Ergotherapeutin Joya Bose (Lebenshilfewerk Marburg) gehören Menschen mit langjähriger Berufserfahrung zum Team. Hinzu kommen die psychiatrieerfahrenen Thomas Hohl und Andreas Koch (EX-IN Hessen), die aufgrund der seelischen Erkrankungen in ihrer Vergangenheit einzigartige Perspektiven im Kreis einbringen können.

Ein Trialog ist allgemeinhin ein Gespräch zwischen drei Seiten. So verhält es sich auch bei diesem neuen Gesprächskreis: Menschen, die seelische Erschütterungen erlebt haben, deren Angehörige sowie professionelle Helfende. Alle drei Seiten sollen laut Andreas Jung in einen „gleichberechtigten und vertrauensvollen Austausch“ treten, miteinander diskutieren, und voneinander lernen. „Der Fokus liegt darauf, jeder Seite die Perspektive der anderen beiden Seiten näherzubringen“, fügt Jung hinzu. Somit ist der Trialog ein Perspektivwechsel der besonderen Art, der mehr gegenseitiges Verständnis hervorbringen soll.

Vertraulichkeit wird großgeschrieben

Doch der Trialog wendet sich nicht nur an die besagten drei Seiten: „Es gibt Menschen, die merken, dass es ihnen nicht gut geht, sich vielleicht in einer seelischen Krise befinden. Ich glaube, dass gerade in diesen Situationen der Trialog ein guter erster Schritt ist. So kann man Informationen einholen, Erfahrungen machen und sich vielleicht professionelle Hilfe ersparen“, meint Höfler.

„Wer kommen will, um von sich zu erzählen, dem steht die Tür weit offen. Aber das gleiche gilt für diejenigen, die nur zuhören möchten“, erklärt Ergotherapeutin Joya Bose. Dabei werde Vertraulichkeit großgeschrieben: Alles, was besprochen werde, bleibe „hinter verschlossenen Türen“. Auch seinen Namen müsse man nicht preisgeben.

Die bis jetzt feststehenden Trialog-Termine finden jeweils von 19 bis 21 Uhr im Gemeinschaftshaus der Ortenberggemeinde in der Rudolf-Bultmann-Straße 7 an folgenden Tagen statt: 24. Juni, 26. August und 28. Oktober. Die Termine bauen nicht aufeinander auf. „Man kann direkt zur ersten Sitzung oder zu einer der folgenden kommen. Man kann einmal oder jedes Mal kommen. Wie es beliebt“, unterstreicht Bose.

von Benjamin Kaiser

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