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Jubiläum des Uni-Rechenzentrums Von der Lochkarte bis zur Netz-Serviceeinheit

50 Jahre Hochschulrechenzentrum: Dieses Jubiläum war Anlass für eine Feier in der Alten Aula der Marburger Universität.

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Über den 50. Geburtstag des Marburger Hochschulrechenzentrums (HRZ) freuen sich (von links) der ehemalige HRZ-Direktor Dr. Jürgen Radloff, die frühere HRZ-Abteilungsleiterin Dr. Jutta Weisel, Professor Peter Schirmbacher (Direktor des Rechenzentrums der Humboldt-Universität Berlin) sowie der amtierende HRZ-Direktor Dr. Clemens Helf. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Der Start des Hochschulrechenzentrums vor 50 Jahren verlief weniger feierlich als der gestrige Jubiläumsfestakt. Er bestand aus der sachlichen Unterzeichnung der Entgegennahme des Rechners Z 22 der Firma Zuse durch den Physik-Professor Otfried Madelung. Dieser gebrauchte Rechner stammte übrigens aus dem Bestand der Universität Münster und war dort zuvor schon fünf Jahre in Betrieb gewesen. Immerhin bedeutete der Einzug dieses Rechners in den Keller des Alten Amtsgerichts in der Universitätsstraße die Geburtsstunde der Zentralen Rechenanlage der Universität, dem Vorläufer des Hochschulrechenzentrums. Dies erläuterte gestern in der Alten Aula vor rund 200 Zuhörern der langjährige HRZ-Direktor Dr. Jürgen Radloff.

An die ersten Jahre in Marburg kann er sich nicht aus eigener Anschauung erinnern. Aber von 1966 bis zu seiner Pensionierung war er Mitarbeiter im Rechenzentrum - ab 1987 war er der Chef.

In seiner unterhaltsamen und informativen Geschichtsstunde machte er auch klar, wie rasant die Entwicklung in der Informationstechnologie nicht nur in Marburg war.

In den 60er und 70er Jahren funktionierten die Rechner völlig anders als heute: Die Utensilien waren Lochkarten und Stanzer, und die Speicherung erfolgte mithilfe von Magnetbändern. Mehr als 20 Jahre lang war die Zahl der universitären Nutzer stark limitiert und überstieg die Zahl 300 nicht. Dies lag unter anderem daran, dass die Nutzer ihre Computerprogramme selber schreiben mussten. Die Mitarbeiter im HRZ betreuten aber auch andere Dinge wie beispielsweise eine Präzisions-Zeichenanlage, mithilfe derer im Deutschen Sprachatlas Sprachkarten erstellt wurden.

Schnellere und kompaktere Rechenanlagen und der Siegeszug des Internet und der „Personal Computer“ sorgten vor allem in den vergangenen beiden Jahrzehnten für einen rasanten Anstieg der Computer-Beliebtheit in allen Fachbereichen.

Waren es am Anfang rund zehn Mitarbeiter, so verfügt das Marburger Hochschulrechenzentrum mittlerweile über 80 Mitarbeiter. Rechnerbetrieb, Systempflege und Benutzerberatung wurden zu den Hauptaufgaben der Zentrums-Mitarbeiter.

„Wir können uns die heutige Zeit kaum mehr vorstellen ohne Kommunikations- und Informationstechnologie“, sagte der Marburger Uni-Vizepräsident Professor Joachim Schachtner, der im Präsidium zuständig ist für das Thema Informationsmanagement.. Von einer Hochschule werde die Bereithaltung einer Informations-Infrastruktur erwartet, die sich auf dem aktuellsten Stand der Technik befände. Die Entwicklung des Hochschulrechenzentrums in den vergangenen 50 Jahren spiegele die rasante Entwicklung im IT-Sektor wider. Sei es am Anfang vor allem um wissenschaftliche Hochleistungsrechner für wenige gegangen, so sei das HRZ längst eine Service-Einheit für die gesamte Hochschule.

Dr. Werner Nickel (Wissenschaftsministerium) bezeichnete die Mitarbeiter im Rechenzentrum der Universität zusammen mit den Mitarbeitern in der Uni-Bibliothek als Informationsverwalter der Universität. Nickel wünschte dem Marburger HRZ „immer eine auskömmliche Ausstattung“ und sprach die Hoffnung aus, die Mitarbeiter des Rechenzentrums mögen sich immer „am Puls der Zeit“ befinden.

Doch nicht nur in Sachen Forschung und Internet, sondern auch als Unterstützer der universitären Lehre sind die Mitarbeiter des HRZ in der zurückliegenden Zeit aktiv geworden, erläuterte Dr. Jutta Weisel, bis zur Pensionierung im vergangenen Jahr Abteilungsleiterin im HRZ. So gehe es unter anderem um den Einsatz von „Neuen Medien in der Lehre“, die Installation von PC-Sälen und die Mitwirkung an der Bereitstellung von elektronischen Semesterhandbibliotheken.

von Manfred Hitzeroth

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