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Von Plüschteddys und Patchworkdecken

Kreativmesse Von Plüschteddys und Patchworkdecken

Mehr als 4000 Besucher kamen am Wochenende in die Stadthalle, um bei der Kreativmesse ­Anregungen für ihr ­Hobby zu erhalten.

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Manfred und Margot Schneegans aus der Nähe von Wiesbaden betreiben eine Teddywerkstatt im eigenen Haus, wo sie Workshops geben und unter dem Namen „Margosch“ Bären herstellen. Die Frankfurterin Petra Ittner hat über 200 verschiedene Stoffe im Angebot, aus denen man Patchworkdecken nähen kann.
Foto: Freya Altmüller

Marburg. Jana Riehl greift ein Stückchen Glas, drückt aus einer Flasche einen Tropfen Kleber darauf. Die kleine Platte platziert die Achtjährige dann am Rand von einem Styropor-Stück in der Form einer Echse. Ihre Mutter Annika Riehl, die daneben sitzt, bereitet schon mal die Glasstückchen vor, mit denen Tochter Jana gleich die Innenfläche ausfüllen möchte.

Bei der Kreativmesse am Wochenende durfte nicht nur zugeschaut, sondern auch selbst ausprobiert und mitgemacht werden. Zum ersten Mal fand die Messe im neuen Erwin-Piscator-Haus statt, auf drei Etagen und mit Marktcafé. „Der Trend zu Handarbeiten ist ungebrochen“, so Martina Klinge vom zuständigen Fachdienst der Stadt. Während beispielsweise Wolle wieder in Mode gekommen sei, sei die Arbeit mit Glas ungebrochen.

Angelika Fritsch aus Kirchhain will sich auf der Messe neue ­Anregungen holen. In ihrer Heimatstadt leitet sie eine Bastel-AG für Kinder ab fünf Jahren. Als Erstes ist die 58-Jährige mit ihrer Tochter aber an einem Stand hängengeblieben, der einen Workshop anbietet. Aus selbst gewählten Stoffen wollen sich die beiden kleine Bügeltaschen nähen. Kosmetik oder Arznei für unterwegs will sie darin aufbewahren. „Wenn ich das hier schon mal gemacht habe, kann ich mir danach vielleicht auch ein Brillenetui mit Bügel nähen“, so Fritsch.

„Stempel werden immer aktuell sein“, glaubt Lydia Süß, die über 200 Exemplare im Angebot hat. „Mit Papier und Farbe arbeiten die Leute immer gerne, das fängt im Kindergarten an und hört im Rentenalter auf“, so die Händlerin. Auch in sogenannten Scrapbooking-Fotoalben würden Stempel heute gerne verwendet. Dabei würden in dem Album nicht nur Fotos, sondern auch zahlreiche andere Erinnerungsstücke wie Eintrittskarten aufbewahrt, die an eine Reise erinnern. Zum Verzieren würden auch gerne Schneideschablonen verwendet. Süß präsentiert die Prozedur: Zwischen zwei Platten wird eine­ Metallschablone gelegt, dazu­ ein Stück Papier. Das „Sandwich“ schiebt sie zwischen zwei Walzen, kurbelt mal in die eine, dann in die andere Richtung. Als sie die Platten voneinander abhebt, kommt eine ausgestanzte Blume zum Vorschein. Mit einer Nadel drückt sie Papierreste heraus, zum Schluss hebt sie einige der Blütenblätter an. „Auch 3-D-Effekte lassen sich damit erzeugen“, erklärt Süß.

Petra Ittner steht an einem Stand mit Hunderten von Stoffstücken. Die Frankfurterin hat sie in verschiedene Größen ­zurechtgeschnitten, damit ihre Kunden daraus Patchwork-Decken nähen können. „Die meisten kaufen sich erst die Stoffe und machen dann einen Entwurf“, erklärt sie. Auch für Anfänger sei die Handarbeit machbar. Mit einem Zeitaufwand von einem Monat müsse man aber rechnen, so die Händlerin.

„Junge Frauen interessieren sich nicht mehr so für Teddybären“, erklärt Manfred Schneegans. Seit 30 Jahren betreibt er mit seiner Frau eine kleine ­Teddywerkstatt in seinem Haus in Niedernhausen bei Wiesbaden, wo er auch Workshops anbietet. „Die älteren Frauen haben teilweise 400 bis 500 Bären zu Hause.“

Für Anfänger gebe es Bastelsets, bei denen das Stofftier nur noch gestopft werden müsse. Bis zu drei Stunden brauche man für einen Bären, bei dem die Gliedmaßen bereits gestopft seien, man nur noch die Gelenke anbringen und den Körper stopfen müsse. Und 15 Stunden brauche man für die „Königsklasse“. „Dafür muss man vorher einen Kurs gemacht ­haben“, so Schneegans. Das langlebigste Fell-Material sei Mohair, da koste der Meter aber auch schon mal 180 Euro. Daher haben er und seine Frau, auch Plüsche und Edelplüsche im Angebot.

von Freya Altmüller.

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