Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Von Alter und Krankheit gezeichnet

Bäume am Elisabethbrunnen Von Alter und Krankheit gezeichnet

Das beliebte Ausflugsziel in Schröck ist um zwei alte Bäume am Eingangsweg ärmer geworden. Die Pflanzung neuer Bäume ist für Herbst dieses Jahres geplant.

Voriger Artikel
"Ich weiß nicht, warum das passiert ist"
Nächster Artikel
Ein Puff namens Mon Cherie

Elke Prautsch auf der umgestürzten Buche am Elisabethbrunnen.Privatfoto

Schröck. Der Anwohnerin aus Schröck, Elke Prautsch, ist es beim Spaziergang sofort aufgefallen. „Es ist so schade. Wenn man hier lang gewandert ist, war das immer so ein schöner Anblick. Man kann sich hier richtig gut erholen. Die beiden Bäume am Eingang waren eine Pracht“, sagt Prautsch.

Gemeint sind jene Blutbuchen, die wahrscheinlich schon seit mehr als 100 Jahren am Platz des Elisabethbrunnen standen. Beide Bäume stehen nun seit kurzer Zeit nicht mehr.

Der Legende nach soll an diesem Ort die heilige Elisabeth, Stammmutter der hessischen Landgrafen, ihren Durst gelöscht und eine Kapelle erbaut haben.

Erst im April dieses Jahres wurde durch die Anlegung einer Wiesenfläche der Elisabethbrunnen wieder sichtbar gemacht. Um dem Wert des Schröcker Kulturdenkmals gerecht zu werden, wurden einige Bäume gerodet (die OP berichtete). Der 1596 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Brunnentempel war bis dahin nicht sichtbar. Um einen Ort zum Entspannen zu errichten, wurde einige Bänke aufgebaut und ein Hauch von Idylle entworfen. Jener idyllische Anblick ist nun durch den Wegfall der beiden alten Bäume etwas getrübt.

Der Schröcker Ortsvorsteher Uwe Heuser gab aber bekannt, dass zumindest der eine Baum von allein gestürzt ist. „Aufgrund von Stockfäulnis ist er eingestürzt. Zum Glück ist er in eine Richtung gefallen, wo nicht viel passiert ist. Bei der Betrachtung des zweiten Baums ist aufgefallen, dass dieser genauso von der Fäulnis belastet ist. Deshalb wurde dieser aus Sicherheitsgründen gefällt“, erklärt Heuser.

Es handelte sich demnach um „keine Willkür und auch keine mutwillige Entscheidung, die Bäume zu beseitigen“, so Heuser weiter. Aus verkehrstechnischer Sicht wurden beide entfernt.

Grund für die Fäulnis ist wahrscheinlich das Alter. „Trotz regelmäßiger Kontrolle des Eigentümers“, wie Stadt-Pressesprecher Ralf Laumer betont, mussten schließlich beide Bäume beseitigt werden.

Im kommenden Herbst ist von dem Eigentümer, der Verwaltung staatlicher Schlösser und Gärten in Hessen, geplant, zwei neue Bäume am Eingangsweg zu pflanzen. „Es ist ziemlich traurig, was dort passiert ist. Das Risiko war zu groß, den zweiten Baum stehen zu lassen. Wir müssen nun noch entscheiden, welche Baumart wir neu hinpflanzen. Ich bin persönlich für die Eiche. Jedenfalls muss das Bild um den Brunnen wieder verfeinert werden“, sagte Manfred Hanke von der Verwaltung staatlicher Schlösser und Gärten in Hessen.

Soweit bleibt zu hoffen, dass der Platz um den Elisabethbrunnen nichts von seinem Charme einbüßt. Schließlich steht in der Inschrift auf der Steintafel oberhalb der Brunnenmündung geschrieben: „Sei rein, entweihe und beschmutze mich nicht durch schamlose Worte oder Handlungen.“

von Matthias Weber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr