Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Vom Winter, der ein Sommer wird?

Auswirkungen des milden Winters Vom Winter, der ein Sommer wird?

War der November nicht schön? Schön sonnig statt neblig trüb. So könnte er von seinem Image, der wettermäßig doofste Monat zu sein, endlich wegkommen. Aber tut das auch unserem Klima gut?

Voriger Artikel
AfD bietet Liste zum Kreistag
Nächster Artikel
Neue Halle geht Ende Mai in Betrieb

Winterblüten gibt es derzeit nicht nur in Turin, sondern auch im Renthof in Marburg. Rosen und andere Blumen gibt es in manchen Gärten im Landkreis ebenfalls noch zu sehen, wie allerdings auch schon das Grün der kommenden Frühlingsblumen.

Quelle: Ruth Korte

Marburg. Na bitte, geht doch. Immer diese Horrormeldungen zur Erderwärmung. Wir stehen am Jahresende, und die Temperaturen sind gefallen, bis in den Minusbereich. Also haben wir doch Winter, oder? Winter schon, aber mit den Wetterkapriolen im Oktober, November und den überwiegenden Dezember hat 2015 keineswegs nur einige wenige Abweichungen geliefert.

Hatten wir doch im zurückliegenden Sommer ein bisschen mehr als nur Sommer. Ja, erinnern Sie sich? Es war ein Sommer der Hitzerekorde. Im Juli wurden tatsächlich in Deutschland Temperaturen über 40 Grad gemessen. Und jetzt Mitte Dezember tatsächlich wieder Temperaturen, die eher an Frühling als an Herbst erinnerten, 15, 16 oder 17 Grad. Vielerorts wurde gar draußen gegrillt, kaltes Bier statt Glühwein getrunken.

Extremwetter haben deutlich zugenommen

Anderenorts ging es zuletzt nicht so gechillt wie bei uns zu. In Großbritannien war es auch viel zu warm, aber die Insel wurde im Gegensatz zu uns hier in Mitteleuropa mit ordentlich Regen bedacht, was jetzt in großen Landesteilen von Nordengland bis Wales für die schlimmsten Hochwasser seit 70 Jahren sorgte.

Im selben Wales, das erst vor zwei Jahren mit Temperaturen von 30 Grad den heißesten Sommer seit 70 Jahren feierte. Die Schäden sind wohl kaum mehr zu beziffern. Viele Menschen haben Hab und Gut verloren, stehen vor nicht mehr nutzbaren Wohnungen und Häusern.

Und erinnern wir uns, wenn es hierzulande in den letzten Jahren Unwetter gab, ging es meistens auch nicht ohne gewaltige Schäden ab. Auch als Laie ist leicht zu erkennen, dass Extremwetter deutlich zugenommen haben. Da sind ein sonniger November und ein milder Dezember bis Weihnachten ja schon fast eine angenehme Pause.

Wenigstens richteten sie keine Schäden an. Oder etwa doch? Schäden, die man jetzt nicht sieht oder wahrnimmt, die sich aber irgendwann auswirken. Etwa die überdimensionale Vermehrung von Schädlingen wie Borkenkäfer und Konsorten.

Auswirkungen sind für jeden wahrzunehmen

Wir müssen jetzt nicht das ganz große Thema Erderwärmung und Klimawandel erläutern, um doch zur Kenntnis zu nehmen, dass Schwankungen und Extreme immer Auswirkungen haben. Hobbygärtner, die in dieser Herbstsaison nachlässig waren, wurden bis in diese Tage hinein mit Farbtupfern im sonst tristen Garten belohnt. Zahlreiche Rosen setzen neue Knospen an, blühten sogar noch einmal.

Und wer nachlässig bei Dunkelheit beim Lüften das Licht anließ, durfte sich nicht darüber beschweren, mit juckenden Mückenstichen unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen. Nun, die einen werden jetzt sagen, das ist alles in allem doch noch im Rahmen und kommt eben mal vor, andere erwarten hingegen den nicht mehr zu stoppenden Zuzug von Insekten, Tieren und Pflanzen, die unser Ökosystem verändern und uns Menschen gar gefährlich werden können, wie etwa Stechinsekten aus Afrika.

Und auch wenn sich jetzt die Medien in Deutschland damit überschlagen, zum Jahreswechsel den Winter anzukündigen, ist für die Monate Januar und Februar laut Mitteilung auf „wetter.de“ doch nicht wirklich mit „Winter“ zu rechnen. Das sagen die da nicht einfach mal so, sie beziehen sich auf konkrete Langfristprognosen der amerikanischen Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA).

OP befragt Imker, Förster, Landwirt und Vogel-Experten

Die OP hat vier Personen gefragt, was milde Tage, Wochen und Monate in der eigentlich kalten Jahreszeit auf ganz speziellen Themenfeldern für Auswirkungen haben. Lesen Sie dazu in einer kleinen Serie in den nächsten Tagen die Antworten eines Imkers, eines Försters, eines Zugvogel-Experten und eines Landwirts.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr