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Vom Töpfern zum Turm zur Eisenbahn

Denkmaltag Vom Töpfern zum Turm zur Eisenbahn

Die Besucher des Denkmaltags haben im Landkreis eine große Auswahl. Von Konzerten über Fahrten mit der Dampflok bis hin zu Turmbesteigungen und vielen handwerklichen Aktionen reicht das Programm.

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Auf der „Zeiteninsel“ Argenstein gibt‘s Mitmachaktionen wie Töpfern für Groß und Klein.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Tag des offenen Denkmals steht 2015 unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Doch öffnen bei weitem nicht nur Industriedenkmäler ihre Pforten: von Kapellen über Villen und Herrenhäuser bis zu Türmen und Höfen ist alles dabei.

Stadt Marburg An der Waggonhalle beginnt um 12 Uhr ein mehrstündiges Programm mit Vorträgen zum Streckennetz, der Geschichte des Hauptbahnhofs und einem Rundgang übers Gelände mit den alten Lokschuppen. Fahrten mit der Draisine sind möglich. Am Bahnhof bietet die Deutsche Bahn zur Inbetriebnahme der Bahnstrecke Korbach-Frankenberg (Eder) ein ganztägiges Programm – Sonderfahrten mit modernen und historischen Zügen gehören dazu (Fahrplan im Internt: http://korbach-frankenberg.de/wp-content/uploads/2015/08/KHB-Programmheft_150820_SES.pdf). Und ein Bahnhofsfest wird gefeiert.

In der Innenstadt bietet Gästeführer Manfred Brücker von 13 Uhr bis 14 Uhr einen Gang durch Weidenhausen unterm Motto „Handwerk an der Lahn“, Treffpunkt: Bootsverleih am Trojedamm. 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr: Führung und Ausstellungsbesuch mit Gästeführerin Christiane Peters, Thema: Nobelpreisträger Emil von Behring, Treffpunkt: unterer Schlossvorhof am Schaukasten. 14 bis 18 Uhr Ausstellung „Blut ist ein ganz besonderer Saft“, Mediziner und Unternehmensgründer Emil von Behring, Bahnhofstraße 7. 14 bis 14.30 Uhr: Führung zum Schlossbrunnen, Treffpunkt: unterer Schlossvorhof am Schaukasten. 16 Uhr: Weidenhäuser Brücke, Vortrag zur Baugeschichte, Treffpunkt: BiP, am Rudolphsplatz. 14 und 16.30 Uhr, Schwanhof, Führung zur Entwicklungsgeschichte, Treffpunkt: Schwanallee 29-31 (Innenhof des Schwanhofs). 14 bis 18 Uhr: Töpferei Schneider öffnet ihr Geschäft und bietet drei Werkstattführungen an - Start um 14.30, 16 und 17 Uhr für jeweils maximal 15 Personen, Steinweg 8.

Die Elisabethkirchenge-meinde bietet ein vielfältiges Angebot - Führungen zur Glocke, mit Orgelmusik und als Besonderheit Führungen von Kindern für Kinder. Der Gottesdienst ab 10 Uhr in der Elisabethkirche rückt die Silberglocke im Vierungsturm der Elisabethkirche in den Fokus, denn sie besteht seit 500 Jahren. Die Führungen: 11.15 Uhr, Kirchenführung; 12 Uhr, Dachstuhlführung; 12 Uhr, Führungen von Kindern für Kinder; 13.30 Uhr, Kirchenführung; 13.30 Uhr, Dachstuhlführung; 14.30 Uhr, Glockenführung; 15 Uhr, Kirchenführung; 15 Uhr, Dachstuhlführung; 15 Uhr, Führung von Kindern für Kinder; 16 Uhr, Kirchenführung mit Orgelmusik; 16.30 Uhr, Dachstuhlführung; 19 Uhr, Dachstuhlführung mit abschließender Orgelmusik; 20 Uhr, Dachstuhlführung mit abschließender Orgelmusik. Für die Dachstuhlführungen gilt ein Mindestalter von 14 Jahren. Zu den Kinderführungen ist der Eintritt frei.

Nordkreis DerHeimat- und Geschichtsverein Lahntal lädt von 14.30 bis 17 Uhr zur „Kaffeekannen-Ausstellung“ ins Heimatmuseum in Caldern ein. Es gibt selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Der Eintritt ist frei.

Die Alte Kirche Bürgeln öffnet von 11 bis 18 Uhr für Führungen ihre Pforten. Eine Fotoausstellung von Hans Junker über Bürgeln und Umgebung wird gezeigt.

Auf dem Christenberg werden von 11 bis 18 Uhr Gäste des Denkmaltags empfangen. Eine Führung zu den archäologischen Ausgrabungen, zur Martinskirche und zum Museum Altes Küsterhaus beginnt um 14 Uhr.

Ostkreis

Das Kleine Dachmuseum in Kirchhain in der Bahnhofstraße 14 (neben der Volksbank) zeigt seine heimat- und militärgeschichtliche Sammlung von 14 bis 18 Uhr. Die bestehende Dauerausstellung zeigt Kirchhainer Stadtgeschichte von der Stadtgründung 1352 bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. Das „Kleine Dachmuseum“ können Interessenten auch sonst nach Absprache mit Harald Pausch, Telefon 06422/2670 kostenlos besichtigen.

Die Stiftskirche St. Johannes der Täufer Amöneburg öffnet am Denkmaltag von 11.30 bis 18 Uhr für Besucher. Führungen werden nach Bedarf angeboten.

Die Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Stausebach ist von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet. Jürgen Bromm bietet ab 12 und ab 15 Uhr Führungen an. Zu sehen sind dabei Kirche und Dachstuhl, Ausstellung von Postkarten, Bildern und persönlichen Gegenständen der gefallenen und vermissten Stausebacher Soldaten des I. und II. Weltkriegs. Der Junker-Hansen-Turm als der weltweit größte Fachwerk-Rundbau mit seinem imposanten Durchmeser von 13 Metern ist von 14 bis 18 Uhr für Besichtigungen geöffnet.

Südkreis

Die historischen Dorfkirchen in Niederwalgern und Oberwalgern sind für interessierte Besucher von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Beide Kirchen stammen im Ursprung aus dem 13. Jahrhundert und haben von daher sowohl von außen als auch von innen eine besondere historisch-sakrale Ausstrahlung. Vor Ort gibt es Auskünfte und Faltblätter zu den Kirchen.

Die Höfe bei Dreihausen, Londorfer Weg, erbaut im 8. und 9. Jahrhundert als zwei Hektar große karolingische Befestigung können von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden. Es gibt Ausstellungen zum Thema Handwerk im Ausstellungsgebäude Wenze Ställche, Dreihäuser Straße 39a. Zu sehen ist Dreihäuser Steinzeug, eine Reise durch 800 Jahre Töpferei in Dreihausen. Und es gibt Informationen über Geschichte und Technik des Basaltabbaus, Steinrichtens und des Pflastererhandwerks in Dreihausen.

Das Schloss Rauischholzhausen, gebaut 1876 im Stil des Historismus, mit seinem 30 Hektar großen englischen Landschaftspark ist von 12 bis 18 Uhr zur Besichtigung geöffnet, der Cafébetrieb läuft - wie immer sonntags - von 13 bis 18 Uhr.

Die ehemalige Vogtei des Reichsstifts Essen, Gießener-straße 4 in Fronhausen, ist sonst nicht für die Öffentlichhkeit zugänglich, kann aber am Denkmaltag besichtigt werden. Mit Wasserburg, Herrenhaus und Kavaliersbau sowie einem Gutspark ist sie von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen mit Gunthram Schenk zu Schweinsberg beginnen um 10, 12, 14 und 16 Uhr. In Zusammenarbeit mit dem Singkreis Fronhausen gibt es begleitend dazu Schmalzbrote, Kaffee und Kuchen im ehemaligen Kuhstall, ein Dialekt-Café und einen Herbstmarkt mit handgefertigten Artikeln.

In Lohra findet zum Denkmaltag ein Fest des alten Handwerks am Alten Rathaus statt. Am Lindenplatz 1 präsentieren sich Weber, Schuster, Steinmetz, Töpfer, Imker, Käserei und Backhaus - von 11 bis 17 Uhr. Im Alten Rathaus gibt es Kaffee und Kuchen.

Die ehemalige Synagoge in Roth ist am Sonntag von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Bedarf angeboten. Ab 18 Uhr klingt der Tag mit einer öffentlichen Feierstunde aus - der Arbeitskreis der Synagoge wird für seine kulturellen Verdienste mit der „Jakobsmuschel“ ausgezeichnet.

Das archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ in Argenstein, Ortsausgang Richtung Wenkbach, bietet am Sonntag von 10 bis 17 Uhr Führungen nach Bedarf an. Auf dem Gelände gibt es viele Aktionen für große und kleine Besucher: Bronzegießen und Töpfern, Spinnen, aus Fasern Schnüre zwirnen, praktische Vorführungen der Handwerke.

Hinterland

Der Burgverein Hohenfels aus Allendorf (Dautphetal) gestaltet rund um den Denkmaltag an mehreren Tagen ein außergewöhnlich umfangreiches Programm. So wird die Wanderausstellung „Neugestaltung in der Mitte des Reiches - Die Langsdorfer Verträge von 1263“ im Allendorfer Dorfgemeinschaftshaus eröffnet. Die Schau war anlässlich des 750-jährigen Bestehens 2013 vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zusammengestellt und auf Tour geschickt worden und kommt jetzt von der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt nach Allendorf. Zur Eröffnung der Schau am Freitag, 11. September, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus führt einer der Mitinitiatoren, Professor Ulrich Ritzerfeld aus Marburg, die Besucher in das Thema ein. Ein Rundgang schließt sich an.

Genau am Tag der Ausstellungseröffnung in Allendorf jährt sich der sogenannte Langsdorfer Frieden zum 752. Mal. An jenem 11. und 12. September 1263 trafen sich in Langsdorf nahe Gießen Markgraf Heinrich der Erlauchte von Meißen, Sophie von Brabant und der Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein, um die Machtverhältnisse in der Mitte des deutschen Reiches auf friedliche Weise neu zu regeln. Wichtigstes Ergebnis: Hessen löste sich von der Landgrafschaft Thüringen und erlangte seine Souveränität.

Dem Thema „Die Hohenfelser im Umfeld thüringer und hessischer Landgrafen“ widmet sich Reinhold Schmidt am Samstag, 12. September, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Am Sonntag sind dann ab 11 Uhr die Reste der Burgruine am Hohenfels Schauplatz eines Vortrags von Norbert Buthmann. Anschießend steht eine Führung auf dem Programm.

Auf einen Ausflug in die Welt der kleinen und größeren Gauner der Region entführt Reinhold Schmidt seine Zuhörer dann am Samstag, 19. September, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Allendorf. Thema seines Vortrags über Räuber- und Diebesbanden im frühen 19. Jahrhundert: „Wer am Galgen hängt, kann nicht ersaufen.“ Dabei schlüpft er in die Rolle eines Gauners aus Damshausen, der im Carlshof am Alten Feld eingekehrt ist und über das Leben Kleinkrimineller an der Grenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel berichtet. Der Carlshof war ein Gutshof mit Gasthaus am Alten Feld auf der Höhe zwischen Elmshausen, Kernbach, Damshausen und Allendorf. Günstig an der Landesgrenze gelegen, darf man davon ausgehen, dass es ein beliebter Treffpunkt und Unterschlupf für Räuber und Diebe war.

Die Kapelle Niedereisenhausen in der Schelde-Lahn-Straße 69 ist am Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen werden nach Bedarf angeboten. Ab 14 Uhr lautet das Thema: Holz im Fachwerkbau. Besucher hören Erläuterungen zum Fachwerk in der Kapelle und denkmalgeschützten Häusern im Dorfmittelpunkt. In einer Ausstellung sind Geräte aus Holz in Haushalt und Handwerk zu sehen. Das handwerkliche Herstellen der Holz-Gitterstäbe für die Empore wird vorgeführt. Für Kinder gibt es ein Ratespiel: Bestimmung von heimischen Hölzern. In einem Kreativ-Workshop können die Besucher sich im Holzbrennen versuchen.

Das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf hat am Denkmaltag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Claudia Röhl führt die Besucher durch Schloss und Ausstellung. Eine Sonderschau zum Handwerk des Zinngießens ist zu sehen. Ab 13 Uhr gibt es Vorführungen zum Handwerk des Druckers - Besucher können sich ihren eigenen Steckbrief als gesuchter Posträuber von Kombach mit einer Handdruckpresse drucken lassen.

In Wallau öffnet die Villa Friedrich, Alte Straße 22, ihre Pforten von 10 bis 18 Uhr. Nach Bedarf werden Führungen angeboten.

von Carina Becker

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