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Vom Mops zum Mandelkeks

Zaungucker-Gärten Vom Mops zum Mandelkeks

Ob Garten in der Stadt, Garten im Wald, Garten XXL oder Garten mit Mops. Bei den „Gärten für Zaungucker“ ist Abwechslung geboten. Und das auch noch mal am kommenden Wochenende.

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Mit ihrem großen Terrassengarten nahmen die Knöbels aus Schweinsberg am vergangenen Wochenende bei "Gärten für Zaungucker" teil. Am bevorstehenden Wochenende öffnen nochmals sechs Gärten in der Region ihre Pforten.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Schweinsberg. Ob man das Gelände lieber nicht betreten sollte? Beim Näherkommen erweist sich der Mops in der Einfahrt, den man von Weitem für eine Statue hielt, als echt - und er guckt äußerst grimmig. Gerlinde Knöbel lacht. Das ganze Jahr über gebe er sich als sei er ein kleiner „Kampfhund“, aber bei den Zaunguckern sei er lammfromm. In der Tat. Luigi lässt sich kraulen und schaut schlimmstenfalls gelangweilt aus der Wäsche.

Luigi heißt nicht ohne Grund Luigi. Zu ihrem „mediterranen Bauerngarten“, wie Gerlinde Knöbel selbst sagt, braucht es eben auch einen mediterran anmutenden Namen für den dazugehörigen Mops. Hinter dem Haus in Schweinsberg, in dem sie geboren wurde, finden sich unter anderem ein Teich mit Brücke, ein Strandkorb, mehrere Sitzecken, Obstbäume, ein kleiner Nutzgarten, ein Beet ganz in Gelb, herrlich duftende Rosen und viele entzückende Details. Ehemann Michael hat extra noch Namensschilder für die Rosen ausgedruckt.

Die Liebe zu Gärten hat sie in die Wiege gelegt bekommen, sagt Gerlinde Köbel. Der Großvater habe schon alles voller Blumen gehabt. Ihre Mutter habe den Platz vor allem für den Anbau von Essbarem genutzt. Als echter „Salatfreak“ pflanzt auch Gerlinde Köbel noch Grünes an, aber der größte Teil des Gartens ist heute Zierde. Mittendrin wird am Samstag Prosecco geschlürft und gefachsimpelt. Alles habe mit der nahezu mannshohen Amphore angefangen, nachdem sie unbedingt ein Wasserfass habe kaufen wollen, erzählt Gerlinde Köbel. Und dann sei „alles so gewachsen“.

Dasselbe sagt auch Sonja Feussner. Stück für Stück haben sie und ihr Mann Herbert in Buchenau ihren Traumgarten verwirklicht. Zunächst gehörte nur ein kleiner Garten zu ihrem Haus. 1989 kauften sie dann das angrenzende Grundstück hinzu und heute geht es auf knapp 650 Quadratmetern über viele Treppchen und Wege durch verschiedene Ebenen hinauf und hinab. Der Lieblingsplatz von Feußners ist eine Bank ganz hinten im „Tal“ des Gartens. Dort habe man alles im Blick und könne wunderbar entspannen, verrät Sonja Feussner.

Durch die kühle und unbeständige Witterung kamen am ersten Zaungucker-Wochenende weniger Besucher in die Gärten als in den Vorjahren. Das ist aber für Besucher und Gartenbesitzer durchaus angenehm - es gehe schließlich nicht darum, Massen durch die Gärten zu schleusen. Und: „Ich musste nicht gießen“, sagt Dodo Taubner, deren Garten in Niederklein auch am kommenden Wochenende - bei voraussichtlich sehr viel schönerem Wetter - geöffnet haben wird.

Der Garten - Ort des beständigen Wandels

Rosemarie Lecher in Kirchhain hatte sich in eine große Strickjacke gehüllt, um die Gäste in ihrer kleinen „Stadtoase“ zu begrüßen.

Rund ums Haus findet sich alles vom plätschernden Wasser über prächtige Rosen bis hin zum Kräuterbeet. Ihre neueste Errungenschaft ist ein Gewächshaus, in dem Salat und alte Tomatensorten wachsen. Nur ein paar Kilometer weiter, im Stadtteil Langenstein, erwartet die Besucher dann ein Garten in XXL: Mehr als 6000 Quadratmeter groß ist das Gelände rund um die denkmalgeschützte Hofanlage von Inge Stein.

„Ein Garten ist nichts Statisches, er verändert sich laufend“, erklärt sie. Hinter den Gebäuden hat man einen traumhaften Blick hinüber auf die Amöneburg. Im hohen Gras steht ein „schräger Vogel“ - gestaltet von demselben Künstler, der aus einem alten Birnbaum einen Drachen gemacht hat. An alten Balken hängt eine traumhafte Hollywood-Schaukel. Und es gibt frisch gebackene Mandelkekse. Was will man mehr?

Am kommenden Wochenende haben noch einmal sechs Gärten im Landkreis für Besucher geöffnet. Nähere Informationen unter www.gaerten-fuer-zaungucker.de

von Nadja Schwarzwäller

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