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Vom Kornspeicher zum Museum

500 Jahre Backhaus Vom Kornspeicher zum Museum

500 Jahre Backhaus: Dieses Jubiläum wird am Mittwoch im Mineralogischen ­Museum der Uni gefeiert.

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Vor 500 Jahren wurde das Gebäude des Mineralogischen Museums der Universität erbaut. Anlässlich dieses Jubiläums wird dort am Mittwoch eine Sonderausstellung eröffnet.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. Noch einige Jahre vor der 500-Jahr-Feier der Philipps-Universität, die 2027 geplant ist, wird das 500-jährige Bestehen eines speziellen Uni-Gebäudes gefeiert: Die Rede ist vom Mineralogischen Museum auf dem Firmaneiplatz unweit der Elisabethkirche. Dort weist bereits eine Rafel auf das Jahr 1515 hin, in dem das Gebäude errichtet wurde.

Die Bauzeit habe wohl insgesamt rund zwei Jahre gedauert, so dass das Gebäude im Jahr 1516 in Betrieb genommen worden sei, erklärt Uni-Archivarin Dr. Katharina Schaal auf Anfrage der OP. Ursprünglich habe sich im unteren Teil des Gebäudes ein Backhaus befunden, und in den oberen Stockwerken sei ein Kornspeicher gewesen.

Brot als Lohn

Oberhalb der Hinweistafel sieht man die Jahresinschrift 1515 sowie links darunter das Wappen des Deutschen Ordens und rechts das Wappen des damaligen Landkomturs Dietrich von Cleen. Vom Deutschen Orden, der schon seit dem 13. Jahrhundert in Marburg rund um die Elisabethkirche einen großen landwirtschaftlichen Gutshof (Wirtschaftshof) betrieb, wurde das neue Gebäude damals Backhaus genannt.

Dort seien die Brote gebacken worden, die auch mit als Entlohnung für die Beschäftigten und vom Deutschen Orden bezahlten Handwerker benötigt worden seien, berichtet die Uni-Archivarin. Es sei wohl auch ein Teil des oberhalb des Backofens gelagerten Getreides für die Brotherstellung verwendet worden.

Dieses Getreide habe nicht nur von den Besitzungen des Deutschen Ordens gestammt, sondern zu Teilen auch aus Abgaben, die der Deutsche Orden eingenommen habe. Man könne sich bei einem Rundgang durch das Gebäude auch heute noch gut vorstellen, dass es einst als Kornspeicher gedient habe, meint Schaal.

Bau wurde 1977 Museum

Übrigens habe es schon zuvor einen größeren Kornspeicher des Ritterordens gegeben, und zwar an der Stelle, wo sich heute vor dem Haupteingang der Elisabethkirche der Elisabethkiosk befindet. Das Jahr 1809, in dem die Besitzungen des Deutschen Ordens von Napoleon auf dem damaligen Gebiet des Rheinbundes aufgehoben worden seien, habe auch das Ende der Marburger Deutschordens-Niederlassung bedeutet.

An die landwirtschaftliche Nutzung des Gebäudes habe dann aber der neue Eigentümer Wilhelm Hofmann angeknüpft. Im Jahr 1917 zog die Mineralogische Sammlung der Universität in das Gebäude ein, 1977 wurde der frisch renovierte Bau zum Museum.

  • Anlässlich des 500-jährigen Bestehens des früheren Backhauses wird am Mittwoch im Mineralogischen Museum vor geladenen Gästen die Ausstellung „Eine mineralogische Reise durch Hessen“ eröffnet. Sie wird ab Donnerstag auch öffentlich zugänglich sein (Bericht folgt). Dr. Katharina Schaal erläutert bei einem Vortrag auch Rechnungen, die die Geschichte des Gebäudes erhellen.

von Manfred Hitzeroth

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