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Vom Kite durch die Lüfte gewirbelt

Abenteuer Sport Vom Kite durch die Lüfte gewirbelt

Sich der unberechenbaren Kraft des Windes hinzugeben, kostet so manchen viel Überwindung. Doch meine Abenteuerlust hat mich gepackt, und ich habe mich im Kite-Sport versucht.

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 Lebendigen und actionreichen Sport habe ich schon immer bevorzugt. Risiko erwünscht: Da kommt die OP-Serie „Abenteuer Sport“ gerade recht. Übermütig wie ich bin, hätte ich die Theorie lieber im Anschluss an die Praxis besprochen. „Das geht aber nicht – die Basics gibt‘s aus Sicherheitsgründen zuerst“, erklärt Kai Schwafert, der Experte für den Kite-Sport in Marburg. Gut, o.k. Ich bin vorbereitet. Ich weiß, dass ein Kite eine Zugmatte ist, die aus einzelnen Windkammern besteht, in die der Wind hineinströmt und so dem Kite sein Profil gibt. Außerdem gibt es spezielle Handgriffe, wie der Kite korrekt entfaltet wird und die Leinen gesichert werden.

Boxen statt Autofahren ist nicht so einfach

Ausgestattet mit Helm und Sicherheitsgurt, an dem mich der Profi im Falle eines Windstoßes wieder zurück auf den Boden holt, will ich aber nun endlich anfangen. Kai gibt mir noch mit auf den Weg: „Es hat nichts mit Kraft, sondern vielmehr mit Technik zu tun, die Zugmatte kontrolliert zu koordinieren.“ Die Haltung meiner Hände und Arme soll aussehen, als sei ich im Boxring unterwegs. Keinesfalls dürfe ich mir vorstellen ich säße im Auto, das Lenkrad in beiden Händen, bei dem Versuch zu lenken.

 

Will ich den Drachen nach rechts bewegen, steht der rechte Fuß vorn, lenke ich nach links, der Linke. „Kinderspiel“, denke ich. Boxen anstatt Auto fahren. Immer an die korrekte Fußstellung denken. Alles klar.Leichter gesagt, als getan. Um meine Taille ist der Gurt geschnallt. Vorne ist eine Leine des Kites befestigt, hinten eine Sicherungsschnur, mit der ich von Assistent Bernd gesichert werde. „Deine Arme musst du ausstrecken und waagerecht halten“, erklärt Kai Schwafert mir. Er zieht einmal an der mittleren Leine und schon sammelt sich genügend Wind in den Luftkammern, sodass der Kite ruhig in die Lüfte steigt.

Übermut tut selten gut

Ich zupfe also an der Bar, der Lenkstange. Daran sind die Leinen des Kites befestigt. Links, rechts, links, rechts. „Arme ausstrecken und nicht Autofahren“, denke ich panisch. Zack! Da kommt die unerwartete Böe und es reißt mir fast den Boden unter den Füßen weg. Sichtlich zur Erheiterung unserer Kamerafrau Nadine Weigel, die mir zuruft:„Katha, nicht lenken, sondern boxen!“
Doch boxen tue ich zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Stattdessen drehe ich die Bar hektisch nach links und rechts. Dabei wundere ich mich noch darüber, dass nicht ich den Kite unter Kontrolle habe, sondern Wind und Kite mich fest im Griff haben. Wie ein Blatt im Wind werde ich hin- und hergerissen. Schwafert zieht die Notleine, der Kite sinkt zu Boden und ich bin völlig überwältigt von der Zugkraft, die der Wind dem Kite gibt. Die Vorzüge dieser Sportart sind mir schon bewusst: Bewegung an der frischen Luft und je nach Geschmack verschiedene Varianten: Bei Schnee kann man sich ein Snowboard unter die Füße schnallen und für Wasserratten ist das Kite-Surfen eine spannende Alternative. Wer‘s trocken lieber mag, kann sich ein Board, ähnlich wie ein Skateboard, zulegen und waghalsige Sprünge machen. Die letzte Möglichkeit ist, sich in einem Buggy zu setzen und sich vom Kite darin ziehen zu lassen, wie Profi Kai es vormacht.
Fazit? Es macht wahnsinnig Spaß. Der Adrenalinkick ist garantiert. Aber: Übermut tut selten gut, denn die Kraft des Windes ist unberechenbar und unfassbar heftig. Für Abenteuerlustige ist es definitiv eine Erfahrung wert.

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