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Vom Elisabeth-Hospital zum Uni-Klinikum

Ausstellung "Medizin in Marburg" Vom Elisabeth-Hospital zum Uni-Klinikum

Eine Ausstellung zum Thema "Geschichte der Medizin in Marburg" im Foyer des Staatsarchivs wird am Dienstag eröffnet.

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Die Ausstellungsmacher Dr. Kornelia Grundmann (von links), Professor Gerhard Aumüller und Professorin Irmtraut Sahmland zeigen vor den Vitrinen in der bereits teilweise fertigen Ausstellung im Foyer des Staatsarchivs ein Operationsbesteck aus der Augenheilkunde.Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Vom Elisabeth-Hospital hin zum Marburger Großklinikum auf den Lahnbergen: Vor dem Hintergrund der allgemeinen Medizingeschichte wird die Entwicklung der Medizin in Marburg von der Hospitalgründung der heiligen Elisabeth im 13. Jahrhundert bis in das 20. Jahrhundert exemplarisch verfolgt. Die Idee zur Ausstellung entstand im Jahr 2014, als die 50-jährige Wiederkehr der Gründung des Instituts für Medizingeschichte an der Marburger Universität gefeiert wurde. Das erläuterte im Gespräch mit der OP die Marburger Medizinhistorikerin Professorin Irmtraut Sahmland, die zusammen mit den Medizinhistorikern Dr. Kornelia Grundmann und Professor Gerhard Aumüller für die Ausstellung verantwortlich zeichnet. Ziel ist es, die Vielfältigkeit der Marburger Medizingeschichte zu dokumentieren und die ungebrochene Leistungsfähigkeit der Marburger Medizinhistoriker zu demonstrieren.

Denn bereits seit einigen Jahren gibt es an der Universität aus Ersparnisgründen kein Institut für Medizingeschichte mehr, sondern nur noch die an die Philipps-Universität angegliederte Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin/Emil-von-Behring-Bibliothek. Aber auch diese nicht mehr so gut personell ausgestattete Arbeitsstelle leiste einiges, betonte Sahmland und verwies unter anderem darauf, dass Dr. Ulrike Enke derzeit eine wissenschaftliche Behring-Biographie verfasst.

In sieben Vitrinen finden sich zahlreiche Dokumente und spezielle Materialien wie Medizin-Instrumente, die die Geschichte der Medizin in der Universitätsstadt anschaulich machen.So kann man historische Opera­tionsbestecke aus der ­Augenheilkunde wie Starstechmesser. Lidspreizer und ­Augenspiegel bewundern, aber auch Prototypen wie die in der ­Geburtsmedizin verwendeten Geburtszangen.

Interesse reichte weit über die Medizin hinaus

Die Ausstellung soll auch die Brüche, neuen Entwicklungen und Impulse nachzeichnen, die die Universitätsmedizin seit der Gründung der Marburger Universität aufnahm, hervorbrachte und weitergab. Dabei beginnt der in der Ausstellung dargestellte Reigen der Medizingeschichte sogar schon in der voruniversitären Zeit - und zwar mit der Beschreibung des Elisabeth-Hopitals.

Einen entscheidenden Raum nimmt aber natürlich die Darstellung der Geschichte der Marburger Universitätsmedizin ein: Die Medizinische Fakultät war schließlich eine der vier Gründungsfakultäten bei der Hochschulgründung durch Landgraf Philipp den Großmütigen im Jahr 1527. „Die ersten Medizinprofessoren waren umfassend humanistisch gebildet, ihre Interessen reichten über die Medizin weit hinaus“, erläutert Aumüller.

So erstellte­ der ­„Pestarzt“ Dryander auch eine der ersten Landkarten Hessens. Wichtige Rollen spielten später nach der Annexion Hessens durch Preußen 1866 in Marburg auch weltberühmte Mediziner wie der erste Medizin-Nobelpreisträger Emil von Behring. Auch besondere Erfolgsgeschichten wie die erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen durch Rudolf Zenker im Jahr 1958 mithilfe der von ihm konzipierten Herz-Lungen-Maschine werden in der Ausstellung nachgezeichnet. Die Ausstellungsmacher wollen in den kommenden Jahren auch die Grundlagen für eine medizinhistorische Ausstellung im Jahr 2027 zum 500. Geburtstag der Universität legen.

 Die Ausstellung „Medizin in Marburg“ wird am Dienstag, 8. November, ab 18 Uhr im Landgrafensaal des Staatsarchivs mit einführenden Vorträgen der Ausstellungsmacher und von Annegret Wenz-Haubfleisch, stellvertretende Leiterin des Staatsarchivs, eröffnet. Sie ist bis zum 31. März 2017 im Foyer des Staatsarchivs zu sehen.

von Manfred Hitzeroth

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