Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Vom Dialogmodell zu neuen Enzym-Varianten

Promotionspreise Vom Dialogmodell zu neuen Enzym-Varianten

Die Promotionspreise der Universität wurden am Freitag in der Alten Aula feierlich übergeben.

Voriger Artikel
Zoff um Ausbau von Ferienwohnungen
Nächster Artikel
Patienten nutzen Notversorgung aus

Uni-Vizepräsident Professor Ulrich Koert (rechts) zeichnete (von links) Dr Nadine Bollig, Dr. Heiko Grönitz, Dr. Hendrik Reinhardt, Dr. Astrid Lohöfer und Dr. Veronika Schmid aus. Es fehlt der ebenfalls prämierte Dr. Johannes Freitag.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Ehrung für die besten Doktorarbeiten des Jahres 2013 der Uni Marburg wurde von Uni-Vizepräsident Professor Ulrich Koert vorgenommen. „Doktorarbeiten bilden das Rückgrat universitärer Forschung“, sagte Koert.

Und dies sind die Preisträger im Einzelnen:

Die Biologin Dr. Nadine Maria Bollig untersuchte in ihrer Doktorarbeit ein Genprodukt, das die Immunabwehr beeinflusst - insbesondere die Wechselwirkung zwischen zwei Zelltypen, die Antikörper produzieren. Ihre Erkenntnisse könnten interessant für künftige Therapiestrategien werden. Bollig, 1989 in Koblenz geboren, war Doktorandin bei Professor Michael Lohoff am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene.

Der Biologe Dr. Johannes Freitag ging in seiner Doktorarbeit erfolgreich der Frage nach, wie Proteine an ihren Zielort innerhalb der Zelle gelangen. Er fand dabei eine Reihe von neuen Enzym-Varianten. „Die von Freitag erzielten Ergebnisse haben ein neues Feld eröffnet“, konstatiert ein Fachkollege. Freitag wurde 1982 in Fulda geboren. Er verfasste seine Doktorarbeit bei Professor Michael Bölker am Fachgebiet Genetik des Fachbereichs Biologie.

Beschäftigen Sie Schwarzarbeiter? Haben Sie schon einmal oder Versicherungsbetrug begangen? Auf solche Fragen gibt es in Umfragen häufig keine ehrlichen Antworten. Deswegen hat der Mathematiker Dr. Heiko Grönitz in seiner Doktorarbeit ein Verfahren entwickelt, mit dem man trotzdem verlässliche Informationen über solch heikle Fragen gewinnen kann: das „Dialog-Modell“. Die Arbeit von Grönitz sei „äußerst vielseitig, sehr anspruchsvoll und außerordentlich innovativ“, lobte ein Gutachter. Grönitz wurde 1984 in Altenburg geboren und promovierte bei Professor Karlheinz Fleischer am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Wie die sprachliche Gestaltung moderner Gedichte und ihre ethisch-politische Dimension voneinander abhängen - das steht im Mittelpunkt der Dissertation der Anglistin Dr. Astrid Lohöfer . „Die wesentliche Leistung der Arbeit besteht darin, dem Klischee der gesellschaftlich-ethischen Irrelevanz von Lyrik entgegenzuwirken“, konstatierte ein Gutachter. Die 1981 geborene Lohöfer stammt aus Gießen. Sie wurde von dem verstorbenen Marburger Anglisten Professor Dr. Claus Uhlig und Professorin Dr. Claire Omhovère (Montpellier ) betreut.

Die Doktorarbeit des Chemikers Dr. Hendrik Martin Reinhardt ist der Erforschung selbstorganisierender Prozesse gewidmet, die er am Beispiel des Materials Edelstahl untersuchte. Dem 1980 in Dresden geborenen Chemiker gelang es, optische, elektrische, magnetische oder chemische Oberflächeneigenschaften des Metalls nach Wunsch zu verändern, effizienter und simpler als zuvor. Reinhardt war Doktorand bei Professor Norbert Hampp.

Wo liegen die Ursachen von Vorurteilen? Die Soziologin Dr. Veronika Schmid hat eine Doktorarbeit zu diesem Thema vorgelegt. Darin entwickelte sie ein Modell, das die Neigung zu Vorurteilen gegenüber Minderheiten erklärt. „Die Arbeit trägt die klare Handschrift einer ungewöhnlich ausgereiften Forscherpersönlichkeit“, urteilt ein Gutachter. Schmid stammt aus Frankfurt (Main) und fertigte ihre Doktorarbeit bei Soziologie-Professor Mathias Bös an.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr