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Volle Keller und Aquaplaning-Crash

Unwetter Volle Keller und Aquaplaning-Crash

Ein heftiges Gewitter mit starkem Regen hat gestern ab etwa 15 Uhr vor allem im Cölber Ortsteil Bürgeln und im Kirchhainer Stadtteil Sindersfeld zu rund 30 Feuerwehreinsätzen geführt. Wegen Aquaplanings kam es auf der Bundesstraße 454 zwischen Stadtallendorf und Kirchhain zu einem Unfall mit zwei leicht verletzten.

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Während des Gewitters kam es außerdem zu einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 454 zwischen Stadtallendorf und Kirchhain. Dabei wurden zwei Fahrzeuginsassen leicht verletzt.

40 Liter Regen pro Quadratmeter: Feuerwehrleute und Betroffene arbeiteten gestern Nachmittag Hand in Hand, um die Folgen des heftigen Regens zu beseitigen. Stundenlang mussten Keller vom Wasser befreit werden.

Knöcheltief steht das Wasser bei Stefan Kaczmarek im Keller. Zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte des Familienvaters aus Bürgeln sind mit Schrubbern und Besen bewaffnet und kämpfen gegen die Wassermassen. Feuerwehrleute eilen mit einer Pumpe heran, um den Keller leer zu pumpen.

„Als erstes haben wir natürlich Lilly gerettet“, sagt Kaczmarek lachend und schaut zu dem Hasen, der friedlich – und trocken – in seinem Käfig sitzt. Stefan Kaczmarek hat seinen Humor nicht verloren, auch wenn vor seiner Garage Unmengen an aufgeweichten Kartons stehen. „Wir sind vor zwei Jahren hier eingezogen und hatten noch viele volle Kartons, sowie Möbel und Elektrogeräte im Keller gelagert“, sagt er und inspiziert seine Sachen. „So genau kann ich den Schaden jetzt noch nicht beziffern, aber ich denke es werden schon mehrere tausend Euro werden.“

 Wie bei Kaczmareks sah es gestern Nachmittag in diversen Kellern in Bürgeln aus. Insgesamt 13 Einsatzstellen verzeichnete die Feuerwehr in dem Cölber Ortsteil. „So einen Einsatz hatten wir hier eigentlich noch nie“, sagte Einsatzleiter Volker Vincon, der rund 50 Feuerwehrmänner aus Bürgeln und Cölbe koordinierte. „Der Regenfall war kurz, aber heftig. Der Deutsche Wetterdienst hatte eine Unwetterwarnung mit einem Niederschlag von 40 Litern pro Quadratmeter gemeldet und davon waren wir hier dann auch betroffen“, so Vincon.

Ähnliche Bilder gab es im Kirchhainer Stadtteil Sindersfeld. Die Einsatzorte lagen im Dorf verteilt, von der Rauschenberger Straße bis zum Neubaugebiet. Heftige Böen hatten die Straßen teilweise mit Blättern und Ästen zugeweht. Die Kirchhainer Feuerwehren verlegten ihre Einsatzleitung kurzerhand ans Sindersfelder Feuerwehrgerätehaus. Wehren aus Sindersfeld, Anzefahr und Betziesdorf, unterstützt von Fahrzeugen der Kernstadt-Wehr, waren im Ort mehrere Stunden beschäftigt. Zehn Einsatzstellen registrierte Kirchhains Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker bis 17 Uhr allein in Sindersfeld, weitere 2 befanden sich in Betziesdorf. In Anzefahr, in der Nähe des Pfarrheimes, war außerdem ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt.

Nachbarn halfen bei einem verreisten Ehepaar. Sie inspizierten sicherheitshalber deren Keller und riefen angesichts des eingedrungenen Wassers gleich die Feuerwehr zu Hilfe. In einigen Fällen sei Wasser auch aus Kanälen in die Keller gedrückt worden, erläuterte Gordon Schneider, Pressesprecher der Kirchhainer Feuerwehren. Auf der Bundesstraße 454 zwischen der Abfahrt Kirchhain-Langenstein und Kirchhain-Ost, kam ein Auto während des Unwetters ins Schleudern und überschlug sich.

Die Kirchhainer Feuerwehr streute ausgelaufenes Benzin ab. Es kam zu einer kurzzeitigen Fahrbahnsperrung. Auch Stadtallendorfs Feuerwehr musste mit ihrem Rüstwagen ausrücken: Bei der Sparkassen-Filiale an der Straße Am Bahnhof war Wasser in den Keller eingedrungen. Dort dürfte es allerdings einen Zusammenhang mit einer Kanalbaustelle geben.

Kreisbrandmeister Stephan Schienbein bezeichnete die Unwetterfolgen aus Feuerwehrsicht als „gut beherrschbar“. Vor dem hohen Gewitterrisiko sei bereits lange vorher gewarnt worden.     

von Nadine Weigel
 und Michael Rinde

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