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Vielschichtige Entwicklung der Uni-Medizin

Ausstellung Vielschichtige Entwicklung der Uni-Medizin

Vom Elisabeth-Hospital bis zum Groß-Klinikum: Seit vergangenem Dienstag ist die geballte Vielfalt der Marburger Medizin aus acht Jahrhunderten im Hessischen Staatsarchiv in Marburg zu besichtigen.

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Mit großem Interesse besichtigten die ersten Besucher die neue Ausstellung zur Marburger Medizingeschichte.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Die neue Ausstellung der Emil-von-Behring-Bibliothek richtet den Blick exemplarisch auf „Meilensteine aus 800 Jahren Medizingeschichte in Marburg“, wie es Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, stellvertretende Dienststellenleiterin des Staatsarchivs, während der Eröffnungsfeier ausdrückte. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Medizingeschichte stellt die Präsentation die Entwicklung und Impulse in und aus Marburg in den Mittelpunkt - von der voruniversitären Ära christlicher Krankenpflege, über Aufzeichnungen aus den Annalen der Medizinischen Fakultät, bis zum Werdegang hin zum universitären Großklinikum. In mehreren Schaukästen ist die Entwicklung seit der Hospitalgründung der Stadtheiligen, den Marburger „Wurzeln des Dienstes am Kranken“, bis in das 20. Jahrhundert hinein dokumentiert, ein großer Teil widmet sich der Universitätsmedizin seit der Gründung 1527. Organisiert wurde das neue Projekt vom Kuratoren-Team Dr. Gerhard Aumüller, Professorin Irmtraut Sahmland und Dr. Kornelia Grundmann von der Emil-von-Behring-Bibliothek, Arbeitsstelle für Geschichte der Medizin. Erste bildliche Darstellungen der Heiligen Elisabeth bei der Krankenpflege sind ebenso Teil wie die Anerkennung durch Universitätsgründer Landgraf Philipp und „die Vielschichtigkeit der Entwicklung der Universitätsmedizin“, berichtete Sahmland.

Fortschrittliche Instrumente und seltene Exemplare

Zahlreiche neu ausgebildete Lehrfächer und „zukunftsweisende Beiträge“ namhafter Marburger Mediziner stehen dabei im Fokus. Darunter etwa George Wilhelm Stein, Professor für Arzneikunde, Chirurgie und Geburtshilfe und „einer der herausragenden Vertreter seines Faches“. Stein kam zur Zeit der sich entwickelnden Geburtsmedizin nach Marburg, einer Phase mit „deutlichem Innovationsschub“. Er war Leiter des 1792 eröffneten Gebärhauses am Grün, entwickelte fortschrittliche Instrumente der Geburtshilfe, wie den Geburtsstuhl, und propagierte die Vorteile der Geburtszange, von denen ebenfalls einige Exemplare zu sehen sind. Darüber hinaus ist die rasante Entwicklung der Krankenversorgung im 19. Jahrhundert Thema, ein Auszug aus dem Inventar des Elisabeth-Hospitals aus dem Jahr 1847 gibt Einblicke in die Zustände und den Aufbau der Klinik - von der Chirurgischen Abteilung bis hin zu den damaligen „Irren-Zimmern“. Auch die Behringwerke sowie das Marburg-Virus erhalten ihren Platz in der Präsentation. Zu sehen ist unter anderem die erste elektronenmikroskopische Aufnahme des mit dem Ebola-Virus verwandten Erreger von 1967.

  • Besucht werden kann die Ausstellung im Foyer des Staatsarchivs am Friedrichsplatz noch bis zum 31. März 2017.

von Ina Tannert

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