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Vielfältige Arbeit für Integration

Ausländerbeirat Vielfältige Arbeit für Integration

Der Ausländerbeirat Marburg sieht Fortschritte bei der Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

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Mariko Engel (von links), Goharik Gareyan-Petrosjan und Sherif Korodowu erstatteten den Bericht des AUsländerbeirats Marburg.Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Zum zweiten Mal nach dem Februar 2013 trug der Ausländerbeirat seinen Jahresbericht in der Stadtverordnetenversammlung vor – nach wie vor ein besonderes Ereignis für das Gremium, dennoch noch immer ist es nicht selbstverständlich in Hessen, dass Ausländerbeiräte vor ihren kommunalen Parlamenten ihre Arbeit bilanzieren dürfen.

Für den Ausländerbeirat berichten die Vorsitzende Goharik Gareyan-Petrosjan, sowie Marico Engel, Somayeh Mansouri und Sherif Korodowou über die Aktivitäten im Jahr 2013.

Der Ausländerbeirat der Universitätsstadt Marburg setzt sich für die Integration von ausländischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen ein. Sein Ziel ist es, ein „friedliches und gleichberechtigtes Miteinander von deutschen und ausländischen Einwohnern“ in Marburg zu fördern.

Zu den Serviceangeboten des Gremiums gehören kostenlose Migrationsberatung, Rechtsberatung in Fragen des Ausländerrechts, Integrations-und Sprachkurse oder muttersprachlicher Unterricht.

In Marburg leben etwa 6000 Bürgerinnen und Bürger aus 140 Nationen mit einem ausländischen Pass. Sie haben zwar das kommunale Wahlrecht, aber ansonsten wenig Möglichkeiten, ihre spezifischen Themenstellungen in die Kommunalpolitik einzubringen.

Ihre Stimme will der Ausländerbeirat sein. Goharik Gareyan-Petrosjan, die Vorsitzende, wies deswegen schon einmal auf die Neuwahl zu dem Gremium im kommenden Jahr hin: Je mehr ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger wählen, je mehr sich auch für die aktive Mitarbeit zur Verfügung stellen, desto effektiver seien die Aufgabenstellungen zu erledigen. Bei der letzten Wahl hatten sich nur knapp über sechs Prozent der Wahlberechtigten beteiligt.

Oberstes Ziel: allen den Zugang zu wichtigen Informationen ermöglichen. Rund 20 Veranstaltungen organisierte der Ausländerbeirat deswegen auch im vergangenen Jahr 2013.

 

Darunter war im Januar 2013 ein Besuch von Schülerinnen und Schülern der Brüder-Grimm-Schule. Die Kinder, vielfach mit Migrationshintergrund, erhielten eine „Einführung in die kulturelle Vielfalt“ der Stadt – und durften, ganz nebenbei, das Amtszimmer von Oberbürgermeister Egon Vaupel besuchen.

Feste wie das Suppenfest am Richtsberg gehören inzwischen zum festen Bestandteil des jährlichen Veranstaltungskalender in der Stadt. Hier wird Integration hautnah erlebt – ein Anliegen, das der Ausländerbeirat unterstützt, auch durch seine aktive Teilnahme an solchen Veranstaltungen.

Da etwa 2500 ausländische Studierenden in Marburg leben, begrüßte der Ausländerbeirat im vergangenen Jahr zum Semesterbeginn die Neuankömmlinge. Hier ging es vor allem um wichtige Tipps im Zusammenhang mit den Regeln, die mit dem Aufenthalt zwecks Studium verbunden sind. Der Ausländerbeirat hat eine Broschüre in leicht verständlichem Deutsch zu dieser Thematik erstellt.

Überhaupt die Neuankömmlinge: Der Ausländerbeirat begrüßte die Teilnehmer an den Deutschkursen der VHS und machte sie mit seiner Arbeit bekannt und gestaltete den Wartebereich im der Ausländerbehörde um. „Neuankömmlinge sollen sich wohl fühlen.“

Das gilt auch für die Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben. Jährlich laden Stadt und Ausländerbeirat diese Menschen zu einem kleinen Fest ein.

 

„Willkommensfest“ hieß es früher, „Einbürgerungsfest“ heißt es heute – weil viele der neuen Staatsbürger bereits lange Zeit vor ihrer Einbürgerung in Marburg gelebt haben. Die Einbürgerung vollziehe die erfolgreiche Integration oft formal nur nach.

Ein Höhepunkt im Jahr ist das „Fest der kulturellen Vielfalt“, das mit Bedacht am Tag der deutschen Einheit, dem 3. Oktober gefeiert wird. Integration durch Austausch ist die Motivation für dieses Fest, das sich seit Jahren großer Beliebtheit bei Angehörigen zahlreichen Kulturen erfreut. Inzwischen kann das Fest regelmäßig deutlich mehr als 1000 Gäste und mehrere hundert Teilnehmer begrüßen.

Die Besucherzahlen bei den gut 20 Veranstaltungen, die der Ausländerbeirat unterstützt oder selbst organisiert, ermuntern den Ausländerbeirat, mit seinen Angeboten weiterzumachen. Zum Beispiel beim „Speed-Dating der Kulturen“. Diese neuen Formen des Kennenlernens kommen offenbar an.

Das Arbeitsmotto des Beirats lautet „Integration, Gleichberechtigung, kultureller Austausch, harmonisches Miteinander.“

von Till Conrad

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