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„Viele Kinder zerbrechen daran“

Marburg „Viele Kinder zerbrechen daran“

Auf die Not der vielen Kinder von psychisch kranken Eltern machte am Donnerstag ein Marburger Arbeitskreis aufmerksam. Geplant sind eine Projektstudie, eine Filmreihe und ein Infostand beim Stadtfest „3 Tage Marburg“.

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Marburg. Die Zahlen sind schockierend, doch werden sie in der deutschen Öffentlichkeit kaum beachtet: 25 bis 30 Prozent der 11,5 Millionen Kinder in Deutschland sind verhaltensauffällig oder psychisch krank. Für mehr als 80 Prozent dieser Kinder gibt es keine adäquaten Behandlungsplätze. Die Wartelisten sind ebenso lang wie die Wartezeiten auf Therapieplätze. „Das ist erschreckend, man muss sich fragen, was da los ist“, sagt Professor Bernd Röhrle vom Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität. Gemeinsam mit dem DGB Marburg, dem Kinderschutzbund Marburg und der Marburger Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie lenkten Röhrle, seine Mitarbeiterin Hanna Christiansen und eine Studierendengruppe den Blick am Donnerstag auf eine Gruppe, die in der öffentlichen Wahrnehmung aus Sicht des Psychologen geradezu sträflich vernachlässigt wird: Jedes dritte Kind in Deutschland lebt in einem Haushalt mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil. „Viele Kinder zerbrechen daran. "Aus menschlicher und medizinischer Sicht darf dies nicht passieren“, betont Röhrle. Er fordert dringend ein verbessertes Präventionsgesetz. Die Regelversorgung für Menschen in riskanten Lebenslagen müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden. Prävention sei zudem auf Dauer deutlich günstiger.

von Uwe Badouin

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