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Viel Wasser bei Brunnenfest

Tradition Viel Wasser bei Brunnenfest

Bei der Veranstaltung auf dem Marktplatz mussten die Besucher dem Wetter trotzen. Viele Bänke blieben zwar leer, aber eine Spaßband sang den Wetterwechsel herbei. Ein Vortrag fand hingegen im Trockenen statt.

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Die „Spaßrebellen“ auf dem Brunnenfest. Fotos: Freya Altmüller

Marburg. Ludwig Ernst höhlte einst Erlenstämme aus, die den Marburgern, verbunden mit Eisenhülsen, noch bis vor 140 Jahren als Wasserleitungen dienten. Anlässlich des Brunnenfests hielt sein Nachfahre Christopher Ernestus, der bei der Ahnenforschung auf das Thema gestoßen war, einen Vortrag zur Wasserversorgung in Marburg.

Erst in den letzten Jahrzehnten habe man ein Brunnennetz in der Oberstadt entdeckt. Etwa beim Bau des Schlossbergcenters sei ein Brunnen gefunden worden, der sich in einem Rundturm der Stadtmauer befunden hatte. Die Brunnenschächte reichten bis zu wasserführenden Schichten oder wurden aus Quellen gespeist. Zu den ältesten und ertragreichsten Brunnen gehörte der an der Ecke Wehrdaer Weg/Bahnhofstraße, der vermutlich schon zu Zeiten der heiligen Elisabeth im 13. Jahrhundert existierte.

Das Netz bauten Klostergemeinschaften wie die Dominikaner, die Franziskaner und die Kugelherren sowie der Deutsche Orden aus. Dabei handelte es sich jedoch um nicht öffentliche Brunnen. Erst Ende des 14. Jahrhunderts wurde aus dem Stadthaushalt der Bau einer Röhrenleitung finanziert. So entstanden viele neue öffentliche Brunnenkümpfe, Behälter, die an das Leitungssystem angeschlossen waren. Der Landgraf schenkte den Marburgern die Marbacher Quelle - was immer wieder für Streitig­keiten sorgte. Von der heutigen Brunnenstraße in der Marbach aus führten die Leitungen am Hang entlang, durch den Köhlersgrund als tiefsten Punkt, am Berg entlang, vorbei am Renthof, schließlich entlang der Wettergasse, über den Markt, die Barfüßerstraße und runter Am Plan. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Leitungssystem genutzt.

Wasser - davon gab es während des Vortrags reichlich. Das Brunnenfest drohte im Regen zu versinken. Doch der Sänger der Band „Spaßrebellen“ versprach, den „Sommer herbeizusingen“. Und tatsächlich: Wenige Lieder später wurde das Wetter besser, die bislang leeren Bänke voller.

von Freya Altmüller

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