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Viel Sport und zur Mittelmeer-Küche ein Glas Wein

Bürgervorlesung zum Thema "Krebs" Viel Sport und zur Mittelmeer-Küche ein Glas Wein

Rund 100 Interessierte hörten am Mittwoch im Hörsaalgebäude auf Einladung des Universitäsklinikums Vorträge zu Lungen- und Prostatakrebs.

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Professor Rainer Hofmann erklärte die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Laut einer dem Publikum gezeigten Statistik des Robert-Koch-Instituts von 2012 ist die Tumorhäufigkeit bei Männern in der Lunge und bei Frauen in der Brust am höchsten. „Früherkennung heißt deshalb einfach, ich erkenne einen Tumor auch früher“, sagte der Klinikdirektor für Hämatologie, Onkologie und Immunologie, Professor Andreas Neubauer, in seiner Anmoderation. Dennoch liefern Vorsorgeuntersuchungen wie „Screenings“ nicht unbedingt gleichzeitig einen eindeutigen Krebsbefund. So vielfältig diese Gewebeveränderungen sind, so unterschiedliche Erkennungs- und Therapiemöglichkeiten existieren auch.

Über die Früherkennung und Prävention des Lungenkrebses referierte Professor Claus Franz Vogelmeier, Leiter der Inneren Medizin am Uniklinikum, in seinem anschließenden Fachvortrag. Als wesentliche Risiko­faktoren skizzierte er neben dem Tabakkonsum und Radon auch Passivrauchen und Luftverschmutzung. Zehn Zigaretten am Tag reichten aus, um eine Risikosteigerung um 15 Prozent zu erreichen. „Dabei macht die Erkrankung keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen“, betonte Vogelmeier. Zur Vorbeugung seien deshalb gezielte Aktionen an Schulen notwendig. Selbst eine Geldprämie für den Verzicht auf Tabak erzielte in einer US-amerikanischen Studie keinen Langzeiterfolg. Auch E-Zigaretten und Shishas bergen ein gleiches Krebsrisiko. Nikotin ist ebenso ein Gift, betonte Vogelmeier. Seine Botschaft lautete daher: „Wir müssen dafür sorgen, dass so wenig junge Menschen wie möglich mit dem Rauchen anfangen.“

Mit einer Häufigkeit von 65000 Neuerkrankungen im Jahr stellte Urologe Professor Rainer Hofmann den Prostatakrebs als eine wesentliche Männerkrankheit in seinem folgenden Vortrag fest. „Es ist ein individuelles Risiko, das im Alter und auch mit familiärer Vorbelastung besteht.“ Dennoch muss das Abtasten der Prostata als gesetzlich bezahlte Vorsorgeleistung der Krankenkassen nicht unbedingt ein richtiges Ergebnis liefern, erklärte Hofmann. Der sogenannte PSA-Test (Prostata-spezifisches Antigen) liefert dafür ein exakteres Ergebnis, ist aber keine gesetzliche Kassenleistung.

Behandlungsmöglichkeiten gibt es für diese Krebsart dennoch viele, erfuhren die Gäste später: Bestrahlung, Immuntherapie oder eine Operation. Schwierig wird es erst, wenn der Krebs lange unerkannt und weit fortgeschritten ist, dann können oftmals nur noch Chemotherapien helfen. Als Alternative empfahl der Universitätsprofessor deshalb vorbeugend viel Sport, eine mediterrane Ernährung und ab und an ein Glas Wein.

  • Weitere Informationen zur Krebsdiagnostik gibt es beim Marburger Tumorzentrum unter: www.ccc-marburg.de

von Arnd Hartmann

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