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VfB Marburg vor Verkauf seines Vereinsgeländes

Kaufinteressent gefunden: VfB Marburg vor Verkauf seines Vereinsgeländes

Der Vorstand des VfB Marburg schlägt seinen Mitgliedern vor, den vereinseigenen Platz an der Gisselberger Straße für 935000 Euro an einen heimischen Bauträger zu verkaufen.

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Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Seit Langem versucht der von der Insolvenz bedrohte Fußball-Traditionsverein VfB Marburg sein Vereinsgelände an der Gisselberger Straße zu verkaufen. Nun scheint ein Käufer gefunden:

Wie Vorsitzender Dietrich Möller der OP auf Nachfrage bestätigte, sollen die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am 29. November über einen entsprechenden Antrag des Vorstands entscheiden. Danach soll das Gelände einschließlich Gaststätte und Funktionsgebäude an die Firma PR-Immobilien aus Rauschenberg für 935000 Euro verkauft werden. Deren Geschäftsführer Peter Rother - „ein früherer VfB-Spieler“, so Möller - wollte sich zu dem Vorhaben gegenüber der OP nicht äußern.

Möller: Verein brauchtneue Spielstätte

Möller teilte dagegen an Einzelheiten mit, dass etwa 250000 Euro des Kaufpreises sofort fällig werden - damit soll der Rest der städtischen Bürgschaft abgelöst werden, die den Verein 2003 vor der Insolvenz gerettet hatte. Die restliche Kaufsumme ist fällig, „wenn es dann losgeht“, sagte Möller, etwa in zwei Jahren. Der Verein sei anschließend nicht nur schuldenfrei, sondern habe dann ein Guthaben von etwa 20000 Euro.

Was mit dem Gelände geschehen soll, darüber wollte Möller ebensowenig spekulieren wie Rother. Der VfB-Vorsitzende merkte aber an, dass die Mannschaften des Vereins dann eine neue Spielstätte brauchten - und da sieht er die Stadt in der Pflicht. „Bisher sind wir der einzige Verein in Marburg mit einem eigenen Vereinsgelände.

Vaupel: Stadt brauchtSozialwohnungen

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) zeigte sich merklich überrascht von der Entwicklung. Die Stadt hatte mit Übernahme der Bürgschaft ein Vorkaufsrecht erworben. Er wolle sich in Ruhe ein Urteil bilden, sagte Vaupel, ließ aber erkennen, dass er an drei entscheidenden Punkten Schwierigkeiten sieht:

 „Wir brauchen die Plätze an der Gisselberger Straße“, sagt Vaupel mit Verweis auf Anwohnerbeschwerden rund um das Sportgelände am Zwetschenweg. „Wir können uns keine zusätzlichen Anwohnerprobleme schaffen“, sagt der Oberbürgermeister.

Er habe deswegen schon vor einiger Zeit dem VfB Marburg und einem früheren Interessenten mitgeteilt, dass mit einer Änderung der Bauleitplanung - der Voraussetzung für eine Bebauung des Geländes - in den kommenden Jahren nicht zu rechnen sei. Möller hält dagegen, dass er sich eine Renovierung des Platzes an der Umgehungsstraße in Cappel, gegebenenfalls den Umbau in einen modernen Hartplatz, vorstellen könnte. Er brachte einen „runden Tisch“ von Stadt und fußballtreibenden Vereinen ins Spiel.

„Wenn der Platz an der Gisselberger Straße bebaut wird, dann mit dem, was wir in Marburg am dringendsten brauchen: mit Sozialwohnungen“, sagte Vaupel. Ob das mit den Plänen des potenziellen Käufers übereinstimmt, war gestern nicht zu klären.

Schließlich äußerte Vaupel Bedenken, „ob sich die Finanzprobleme des VfB Marburg auf lange Sicht durch einen Verkauf lösen lassen.“ Es scheint also noch längst nicht ausgemachte Sache, ob der vom VfB Marburg geplante Verkauf des Vereinsgeländes so tatsächlich zustande kommt.

Für den Verein mag ein Verkauf die letzte Chance sein. „Wenn wir nicht verkaufen, können wir Insolvenz anmelden “, sagte Möller.

von Till Conrad

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