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Verzicht auf Steg-Anbau gefordert

Weidenhäuser Brücke Verzicht auf Steg-Anbau gefordert

Falsche Kostenkalkulation bei der Sanierung der Weidenhäuser Brücke? Die „Bürger für Marburg“ werfen Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) „nicht immer korrekte Aussagen“ zur Höhe des kommunalen Anteils vor.

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Die Sanierung der Weidenhäuser Brücke und die Umgestaltung des Rudolphsplatzes sind trotz zugesagten Landesfördermitteln von SPD, BfM und CDU in der Stadtverordnetenversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. In der Debatte um die Sanierung habe auch der Ortsbeirat Oberstadt zuletzt auf Grundlage überholter Zahlen argumentiert, heißt es von BfM: Tatsächlich handele es sich mittlerweile bei Brückensanierung und Rudolphsplatz-Umbau nicht mehr um einen Betrag von 4,5 Millionen, sondern um 8,3 Millionen Euro – eine Summe, die Mitte November vom Baudezernat gegenüber den Fraktionen genannt worden sei, sagt Andrea Suntheim-Pichler. Da auch „erfahrungsgemäß Mehrkosten“ von bis zu 15 Prozent eingerechnet werden müssten, sei das Projekt „zurzeit finanziell nicht zu stemmen“.

Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sagte im OP-Interview, dass die Stadt angesichts der aktuellen Preise­ etwa 20 Prozent teurer bauen müsste als üblich. Schon deshalb halte er als Kämmerer ­einen Aufschub – unabhängig von den bewilligten, millionenschweren Landesfördermitteln – für „sinnvoll“.

Nur wenige Angebote für die Brücken-Sanierung

Ein Grund für die Kosten­kalkulationssteigerung ist nach OP-Informationen die geringe Zahl der Angebote für die Ausführung der Sanierung seitens der Privatwirtschaft. Bieterkonkurrenz und Auswahlmöglichkeiten für die Kommune? ­Gering. Die BfM schlagen angesichts der neuen Zahlen und des erhofften Fördermittelaufschubs eine Neu-Kalkulation für die Weidenhäuser Brücke vor: eine Sanierung ohne den geplanten Steg-Anbau. Ähnlich äußerte sich zuletzt die FDP, die die Sanierung auf eine Riss-­Reparatur beschränken, eine „Luxus-Sanierung“ vermeiden will.

Der Ortsbeirat Weidenhausen fordert indes, dass die Brücke wie vorgesehen saniert wird – also inklusive Fußgängersteg, wie Ortsvorsteher Wolfgang Grundmann (SPD) der OP sagte. Der Antrag sei vergangene Woche mit drei Ja-Stimmen und drei Enthaltungen angenommen worden. „Die Enthaltungen sind zu verstehen als Hinweis an den Magistrat, nähere Informationen über die Standfestigkeit der Brücke sowie die Hintergründe der Entscheidung des Stadtparlamentes offen zu legen“, betonte Grundmann.

Auch der Ortsbeirat Oberstadt hatte sich kürzlich für die Sanierung stark gemacht. Die Befürchtung der Sanierungs-Befürworter: Verschlechtert sich der Zustand der 130 Jahre alten Brücke weiter, wird die Reparatur weitaus teurer und vor allem eine Sperrung zwingend – und länger dauern als ein bis zwei Jahre, wie das im Zuge von Sanierungsarbeiten geplant war. Für Lastkraftwagen, die 30 Tonnen wiegen, ist die Brücke seit langem gesperrt. Sollten die Risse größer werden, gebe es laut Bürgermeister Kahle eine Erweiterung des Brücken-Befahrverbots für Fahrzeuge, die zehn bis 20 Tonnen wiegen – in diese Kategorie würden dann auch Busse und Feuerwehrautos fallen. OB Spies kündigte für nächstes Jahr neue Stabilitätsuntersuchungen an.

Der ursprüngliche Sanierungsplan sah vor, die Brücke bereits ab diesem Jahr fit für die steigenden Verkehrsbelastungen zu machen, sie deshalb oben abzudichten, die Gewölbe­ freizulegen und die Hohlräume­ ­
mit Leichtbeton aufzufüllen.­ Die Fußwege sollten mit ­Natursandstein gepflastert, ein zusätzlicher Steg für Rad- und Fußverkehr an der Nordseite  angebracht werden. Die letzte große Reparatur gab es 2002 als die Pfeiler am Grund der Lahn mit Beton gesichert wurden.

von Björn Wisker
und Stefan Dietrich

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