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Verurteilte Cousins werden abgeschoben

Aus dem Amtsgericht Verurteilte Cousins werden abgeschoben

Mehrere Einbrüche, Hehlerei, Körperverletzung. Laut Anklageschrift hatten die beiden Angeklagten viel auf dem Kerbholz. Letztlich ließ sich jedoch nicht alles beweisen.

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Zwei Cousins mussten sich vor dem Amtsgericht Marburg verantworten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Rede ist von ­einem Einbrecher-Ring, dessen Netzwerk sich über mehrere Bundesländer erstrecken soll: Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen (die OP berichtete).

Zwei angebliche Bandenmitglieder mussten sich vor dem Marburger Amtsgericht am zweiten Verhandlungstag verantworten. Die beiden Angeklagten wurden in Handschellen vorgeführt. Beide saßen bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft.

Laut kriminalpolizeilichen Ermittlungen sollen die beiden Cousins, 18 und 20 Jahre alt, bei mehreren Einbrüchen in einem halben Dutzend Städten in Hessen ihre Finger im Spiel gehabt haben. Darunter ein Einbruch in einem Anwesen in Frankfurt, den das Duo mit einem Komplizen, der bereits das Land verlassen hat, verübt haben soll.

„Die Figur kommt hin“, meinte eine Zeugin, die das Trio auf der Flucht nach dem Einbruch gesehen haben soll. Die Gesichter der drei Männer habe sie jedoch nicht erkennen können. „Die hatten ihre Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Außerdem war es dunkel“, erklärte sie. Für Richter Thomas Rohner zu wenig für eine Verurteilung.

Laut der Geschädigten sei auch Goldschmuck abhanden gekommen. Dieser tauchte nicht wieder auf. Allerdings wurde bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung bei einem der Angeklagten ein E-Book-Reader, der aus dem Frankfurter Anwesen gestohlen worden war, gefunden.

Nicht nachgewiesen werden konnte der Diebstahl eines Fernsehers aus einem Restaurant in Stadtallendorf, an dem das Duo beteiligt gewesen sein soll. Der Inhaber des Restaurants, der den Tathergang beobachtet haben wollte, widersprach sich derart oft in seiner Aussage, dass das Gericht auch in diesen Anklagepunkt keine Verurteilung aussprach.

Als ebenso haltlos erwies sich der Anklagepunkt eines Ladendiebstahls in Kirchhain.

„Er wird noch in diesem Monat ausreisen“

Der 20-Jährige wurde wegen Körperverletzung verurteilt. In der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Frankfurt soll er einen Mitbewohner mehrmals geschlagen haben. Außerdem befand ihn das Gericht für schuldig, einen Einbruch begangen zu haben. Aber auch nur, weil der Angeklagte das Verbrechen gestanden hatte.

Des Weiteren wurden die Cousins wegen Hehlerei verurteilt, da sie auf Bildern in sozialen Netzwerken mit gestohlenen Schmuck posiert hatten.

Sieben Monate Gefängnis sprach das Gericht für den 18-Jährigen aus. Dessen älterer Verwandter erhielt eine längere Haftstrafe - zwei Jahre und sechs Monate.

Allerdings werden beide die Haft nicht vollends in Deutschland verbüßen, sondern vorher abgeschoben.

Der Strafbefehl gegen den 18-Jährigen wurde bereits aufgehoben, um ihn in Abschiebehaft zu überführen. „Er wird noch in diesem Monat ausreisen“, meinte Verteidiger Thomas Strecker.

von Benjamin Kaiser

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