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Veruntreuung hat tiefe Wunden hinterlassen

Betrug Veruntreuung hat tiefe Wunden hinterlassen

Wie viele Spenden sind niemals auf das Konto des Fördervereins des Landschulheims eingegangen? Diese Frage beschäftigt die Vereinsmitglieder wohl noch lange.

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Der neue Vorstand des Fördervereins der Steinmühle: Vorsitzende Jasmine Weidenbach (Mitte), stellvertretende Vorsitzende Carmen Schumacher, Kassenwart Uwe Posingies (rechts), Beisitzer Christoph Potthast (links) und Schriftführer Christian Finance.

Quelle: Baier

Marburg. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die wegen der Veruntreuungs- und Betrugsvorwürfe gegen den Kassenwart einberufen wurde, trat am Donnerstagabend der bisherige Vorstand des Fördervereins des Landschulheims Steinmühle geschlossen zurück. Ein Interimsvorstand mit Jasmine Weidenbach als Vorsitzende wurde eingesetzt. „Wir haben jetzt einen hundertprozentigen Neustart mit Leuten, die vorher noch nie im Vorstand waren“, sagte Jasmine Weidenbach. „Wir werden nach einer Übergabe mit dem alten Vorstand die Satzung des Vereins überprüfen und eine neue vorlegen“, sagte Weidenbach weiter.

Während der Versammlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit und im Beisein eines Rechtsanwalts stattfand, gab es eine teilweise emotionale und erhitzte Diskussion. Eltern und Mitglieder des Vereins wollten insbesondere wissen, ob der Kassierer auch Spenden in die eigene Tasche gesteckt haben könnte. Das wäre möglich, so die Antwort. Doch es müssten sich alle Spender melden, damit man diese Frage klären könnte. Insgesamt soll der Kassierer - nach bisherigem Stand und offiziellen Angaben - dem Verein einen Schaden von mehr als 80000 Euro zugefügt haben, davon soll er beziehungsweise seine Familie 35000 Euro zurückgezahlt haben.

Laut Schulleiter Björn Gemmer ist inzwischen bekannt, dass eine Einzelspende einer Firma in Höhe von 8000 Euro niemals auf das Vereinskonto geflossen ist. Den rund 50 Mitgliedern, die an der Versammlung in der Steinmühle teilnahmen, las der Anwalt aus gefälschtem Briefverkehr zwischen dem Kassierer und einer Bank vor - der Verein besaß nicht einmal ein Konto bei diesem Kreditinstitut. Fassungslos erfuhren die Förderer, dass der Kassierer wohl über Jahre hinweg das Vertrauen des Vorstands missbrauchte. Man habe Fehler gemacht und zu sehr vertraut, bekannte der alte Vorstand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen den Kassierer, der auch als Schatzmeister der Wirtschaftsjunioren Geld veruntreut haben soll. Die Kripo werte beschlagnahmte Unterlagen noch aus, so Staatsanwalt Holger Willanzheimer.

von Anna Ntemiris

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