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„Vertrauen ist uns sehr wichtig“

Netzwerk Bosnien-Hilfe „Vertrauen ist uns sehr wichtig“

Das „Netzwerk Inklusion Bosnien und Herzegowina“ ist unmittelbar nach dem Bosnienkrieg gegründet worden, als zahlreiche Kriegsflüchtlinge nach Deutschland kamen.

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Professor Johannes Schädler berichtete über die Arbeit des Netzwerks.

Quelle: Emily Davies

Marburg. „Befrein wir ihn aus diesem engen Tale! Einmal gerettet ist‘s für tausend Male“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Schon im 18. Jahrhundert haben die Menschen die Wichtigkeit von Hilfsbereitschaft begriffen. Auch der Verein „Netzwerk Inklusion BIH (Bosnien und Herzegowina)“ in Marburg legt darauf viel Wert. Gegründet wurde er vor 20 Jahren. Nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 kamen Flüchtlinge nach Deutschland, die dort aufgenommen wurden. Dadurch entstand die Initiative, und zahlreiche Projekte wurden in Bosnien entwickelt und begleitet, die auch durch die Aktion Mensch gefördert wurden. In den Projekten geht es besonders um den Aufbau von Strukturen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien.

Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens waren zur Feier im Technologie- und Tagungszentrum Amira Huric, Vorsitzende von Zivotna Pomoc, BIH, Dr. Vesna Bratovcic von der University of Tuzla, BIH, und Studenten dieser Universität aus Bosnien angereist. Nach der Begrüßung von Dr. Wolfgang Göbel, Vorsitzender von „Netzwerk Inklusion BIH“, richtete auch Huric Grußworte an die Gäste. „Die vergangenen 20 Jahre waren nicht immer einfach, aber wir sind alle Freunde geworden, weil solch eine Arbeit die Menschen zusammenschweißt“, betonte sie. Anschließend berichtete Professor Johannes Schädler, stellvertretender Vorsitzender von „Netzwerk Inklusion BIH“, über die Erfahrungen des Vereins in den vergangenen 20 Jahren. Er und Huric kamen in Kontakt, weil sie zu Beginn der Projekte, 1996, die Übersetzerin des Vereins war. Zu dieser Zeit war der Verein nur in der Hauptstadt ­Sarajevo beschäftigt. Durch Huric­ bekam der Verein auch Kontakte in Tuzla, weil es ihre Heimat ist.

„Die europäische Vernetzung ist sehr wichtig“

Damit begann die Vernetzung, denn mittlerweile werden in zehn Orten von Bosnien Projekte entwickelt. „Die europäische Vernetzung ist sehr wichtig“, sagte Schädler. Auch Dr. Vesna Bratovcic erzählte, was sich in der Universität in Tuzla verändert habe, denn dort gibt es nun einen Studiengang, „Faculty of Education and Rehabilitation“, der sich mit dieser Thematik beschäftigt. Danach berichteten die Studenten dieses Studiengangs über Perspektiven für behinderte Menschen in Bosnien-Herzegowina. Im Anschluss an die Vorträge gab es Essen, Musik und Kultur. Dabei wurde eine Dia-Show gezeigt und Ismar Smajlovic, ein Rapper aus Bosnien, unterhielt die Gäste mit seinen Liedern.

Auch in Zukunft sind Voraussetzungen für den Verein, dass es weiterhin engagierte und zuverlässige Partner in Bosnien-Herzegowina gibt und die Freude am wechselseitigen Kennenlernen von Land und Leuten.­ Daher sind Einigung unter allen Beteiligten vor Beginn eines­ Projekts und gemeinsame Überzeugungen und Grundsätze Priorität für eine gute Zusammenarbeit. „Vertrauen war und ist uns sehr wichtig“, betonte Professor Schädler.

von Emily Davies

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