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Vertrauen ist das Zauberwort für 2013

Neujahrsempfang im Uni-KLinikum Vertrauen ist das Zauberwort für 2013

Der Wiederaufbau von Vertrauen nach dem schwierigen Jahr 2012 stand im Mittelpunkt der Reden beim Neujahrsempfang im Uni-Klinikum.

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Medizin-Dekan Professor Matthias Rothmund (vorne links) und Friedrich Bohl, der Präsident der Von-Behring-Röntgen-Stiftung, fanden wie die übrigen 80 geladenen Gäste beim Neujahrsempfang im Klinikum Gelegenheit zum Gespräch.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Eine gestörte Vertrauensgrundlage bewirkt Misstrauen, erläuterte Professor Jochen Werner. Ärztlicher Geschäftsführer des Marburger Uni-Klinikums, zum Auftakt seiner Rede beim gemeinsamen Neujahrsempfang des Uni-Klinikums und des Fachbereichs Medizin. Und genau dieses sei im vergangenen Jahr am Uni-Klinikum Gießen und Marburg (UKGM) geschehen. „Durch die im letzten Jahr eingetretene Störung wurde das gegenseitige Vertrauen auf verschiedenen Ebenen beschädigt und schlug bei Vielen eben in Misstrauen um“, machte Werner deutlich.

Dennoch will der Ärztliche Geschäftsführer positiv in das neue Jahr schauen und kündigte an, er wolle „immer wieder um Vertrauen für das UKGM werben. Die Talsohle sei zwar durchschritten, hofft Werner. Jedoch stehe vor den Beschäftigten auf dem Weg zu einem exzellenten Klinikum sicher noch eine schwierige Phase.

Um das Vertrauen der anwesenden Chefärzte, aber auch der Vertreter der heimischen Politik hatte zuvor Dr. Martin Siebert - der neue Vorstandsvorsitzende der Rhön-Klinikum AG und dadurch auch Hauptverantwortlicher fürs UKGM - geworben. Siebert, der seit Anfang des Jahres den Vorsitz des Krankenhauskonzerns übernommen hat, sagte: „Wir müssen gemeinsam arbeiten, allen Interessengegensätzen zum Trotz. Wir sind zusammen vergattert auf das gemeinsame Projekt und müssen nach gemeinsamen Lösungen suchen“.

Als Ziele für 2013 formulierte Siebert, dass im UKGM in der Krankenversorgung die beste Medizin und Lehre sowie eine exzellente Forschung und Lehre erreicht werde. Es solle aber auch eine „gewisse Arbeitszufriedenheit“ bei den Beschäftigten geben. Auf die kritischen Worte im Jahresrückblick des Medizin-Dekans Professor Matthias Rothmund, die dieser direkt davor geäußert hatte ging Siebert nicht explizit ein. Rothmund hatte deutlich gemacht, dass das Jahr 2012 unter anderem wegen der zunächst erfolgten Ankündigung des Wegfalls von 500 Arbeitsplätzen ein schreckliches Jahr gewesen sei, dass man so am Klinikum und am Fachbereich Medizin nicht mehr erleben wolle (die OP berichtete)

Uni-Präsidentin hofft auf neue Kooperation

Kritische Worte im Rückblick kamen auch von der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. „Das Jahr 2012 legt die Latte für vertrauensbildende Maßnahmen noch einmal höher als in den vergangenen Jahren“, mahnte die Präsidentin. Krause hofft allerdings, dass das zurückliegende Jahr sich im Angesicht der fast 500-jährigen Geschichte der Marburger Hochschulmedizin bald nur noch als eine kleine Fußnote erweisen werden. „Aus dem bisherigen Handeln der neuen Geschäftsführung entnehme ich, dass wir uns wieder auf den Weg der Kooperation begeben wollen“, sagte Krause.

Als Vertreterin der Landesregierung hielt Ministerialdirigentin Irene Bauernfeind-Rossmann aus dem Wissenschaftsministerium als Vertreterin der Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) eine Rede. Dabei vermied sie es, klar Position zu beziehen. „Ich akzeptiere die Hinweise, dass 2012 ein schwieriges Jahr gewesen ist. Wir haben alle aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt“, sagte sie. Bauernfeind-Rossmann sagte allerdings nicht, worin dieser Lernprozess im Ministerium bestanden habe. Sie betonte außerdem, dass über alles Wesentliche über die Ereignisse des vergangenen Jahres bereits in den Zeitungen berichtet worden sei.

Jenseits aller Debatten um Vertrauen und Misstrauen habe es aber im zurückliegenden Jahr durchaus auch Erfolge und eine Menge an Arbeit im Uni-Klinikum gegeben, sagte Professor Werner. So seien 43000 Patienten stationär behandelt worden, und zudem seien bei 174000 Patienten insgesamt 363000 ambulante Behandlungen durchgeführt worden.

Auch der Fachbereich Medizin habe ungeachtet finanzieller Engpässe in der Grundfinanzierung im vergangenen Jahr einige Erfolge in Forschung und Lehre zu verzeichnen, betonte die Uni-Präsidentin. So hätten die beiden Fachbereiche in Marburg und Gießen gemeinsam Platz 7 im DFG-Förderatlas erreicht. Zudem seien in der Kooperation der mittelhessischen Fachbereiche viele international beachtete Forschungsvorhaben entstanden.

von Manfred Hitzeroth

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