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Vertrag fix - und VfB bleibt im Stadion

Wohnungsbau Vertrag fix - und VfB bleibt im Stadion

Der vorerst letzte Akt im Ringen um die Zukunft des VfB Marburg: Ein Antrag der Linken, wonach der Verein auf einen anderen Sportplatz umziehen soll, ist im Stadtparlament kontrovers diskutiert worden.

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Der Platzverkauf des VfB Marburg und ein Antrag der Linken, der fordert, für den Verein einen Kunstrasenplatz als Ersatzfläche zu bauen, beschäftigte die Kommunalpolitiker. Ziel des Antrags: sozialer Wohnungsbau an der Gisselberger Straße. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Raus aus dem Fußballstadion an der Gisselberger Straße, um anderswo in der Stadt eine neue Heimat zu finden: Im Kampf um die Zukunft des VfB Marburg und die Nutzung der Rasenfläche, fordert Tanja Bauer-Wöhr (Linke) den Magistrat und den Klub zu einem Umzug auf. „Ausgleichsflächen, etwa ein Kunstrasenplatz könnten auf den Afföllerwiesen oder beim Cappeler Feld entstehen“, sagt sie. Nach dem nun fixen Platzkauf durch die Stadt - Kaufpreis rund 450 000 Euro - sollte die Fläche nicht mehr für Training und Spiele des VfB genutzt werden, sondern zu Bauland für Sozialwohnungen genutzt werden.

„Der VfB kann als unterklassiger Verein, als Gruppenligist auch außerhalb der Gisselberger Straße existieren“, sagt Bauder-Wöhr. Ein Breitensportverein werde „hingestellt, als ob er Gott weiß wie viel Geld“ benötige. Die unstrittig gute Jugendarbeit im Verein sei dem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken - „also ohne das große Geld zu brauchen“.

Oberbürgermeister Vaupel: "Emotionen zurückfahren"

Einspruch von Björn Backes (SPD): „Das nun Ex-VfB-Gelände hängt mit einem hervorragend genutzten Sportareal zusammen, es bildet eine Einheit der Sportstätten. Man reißt dem Verein das Herz raus, wenn man ihn dort vertreibt und Häuser hinstellt“, sagt er. Ein Kunstrasenplatz, neben dem die Stadt etwa auch noch Umkleidekabinen und Duschen bauen müsse, komme zudem noch teurer als der Platzkauf.

Sorge bereitet vielen Kommunalpolitikern weiterhin der Wirtschaftsplan. „Die Basis für alle Debatten sind Zahlen von 2012. Aber was 2014,2015,2016 ist - da gibts keine Perspektive. Wir stochern im luftleeren Raum. Und das ist gefährlich“, sagt Philipp Stompfe (CDU). Eine neuen Kunstrasenplatz für den VfB außerhalb der Kernstadt erteilt auch er eine Absage. Ob oder wie sich allerdings die Entwicklung rund um den VfB mittelfristig auf das Sportkonzept der Stadt auswirkt, „muss schnell auf die Tagesordnung“, sagt er.

Reinhold Becker (MBL) befürchtet schon bald spürbar negative Auswirkungen der Entscheidung: „Schulden des VfB werden mit Geld der Stadt Marburg, mit Steuergeld abgebaut. Und dass es alles irgendwann schon besser wird im und bei dem Verein, hören wir seit Jahren“, sagt er. „Woher wir den Betrag nehmen, beziehungsweise: wem wir diesen abnehmen, um den Kauf zu finanzieren, ist bis heute nicht gesagt worden.“

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) plädiert dafür „die Emotionen zurückzufahren“. Er habe zum einen Signale empfangen, dass einst verprellte Sponsoren unter einer neuen Vereinsführung die Wiederaufnahme ihrer finanziellen Hilfen zugesagt haben. „Zum anderen stelle ich klar, dass wir den Verein nie für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bezahlt haben und das auch jetzt nicht tun. Es geht um die Rettung der Jugendabteilung, der auch finanziellen Basis des VfB. Und zwar auf diesem Platz, nirgendwo anders“, sagt er.

von Björn Wisker

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