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Verteidigung bereitet noch Plädoyer vor

Gericht Verteidigung bereitet noch Plädoyer vor

Fast wäre der Vergewaltigungsprozess am Landgericht Marburg am Montag an seinem zweiten Verhandlungstag zu einem Ende gekommen – doch die Verteidigung bat sich Zeit aus, ihr Plädoyer vorzubereiten.

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Marburg. Die beiden Angeklagten sollen im September 2008 eine damals 18-jährige Frau auf einer Feier angesprochen und gegen ihren Willen in ein Auto verfrachtet haben (die OP berichtete). Bis in die frühen Morgenstunden, so die Anklage, seien die beiden dann mit ihr durch das Marburger Umland gefahren, wobei es zu mehreren sexuellen Übergriffen gekommen sei. Später, nachdem er seinen Freund bei dessen Auto abgesetzt hatte, habe der Fahrer des Wagens die junge Frau vergewaltigt.

Erst als er einen Unfall baute, bei dem der Wagen in einem Graben nahe Cölbe landete, gelang ihr die Flucht. Der mutmaßliche Haupttäter bestritt zwar nicht, an diesem Abend Sex mit der Frau gehabt zu haben, dieser sei allerdings einvernehmlich erfolgt. Nachdem bereits am ersten Verhandlungstag mehrere Zeugen gehört worden waren, wurde Montag der Polizeioberkommissar vernommen, der die Anzeige aufgenommen hatte, sowie zwei Gutachter und weitere Zeugen.

Der Kommissar bestätigte dabei die Korrektheit des Vernehmungsprotokolls und gab an, er habe keine Anzeichen erkannt, die ihn an der Aussage der jungen Frau hätten zweifeln lassen. Auch das im Anschluss gezeigte Überwachungsvideo einer Tankstelle, an der die drei gehalten hatten, führte zu keinen neuen Erkenntnissen. Die Ärztin, die die Frau untersucht hatte, berichtete, sie habe Hämatome an den Armen gehabt und eine kleine Verletzung im Intimbereich, die auf unfreiwilligen Geschlechtsverkehr hindeute.

Trotz längerer Beratung kam es nicht zu einer Einigung zwischen Verteidigung und Anklage. Die Verteidigung erbat sich Bedenkzeit zur Ausarbeitung ihres Schlussvortrags, sodass der Prozess auf die nächste Woche vertagt wurde.

von Christoph Wohlleben

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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