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Verteidiger kritisieren Kripo

Bordell-Prozess Verteidiger kritisieren Kripo

Im Mittelpunkt des fünften Prozesstages stand am Dienstag die Vernehmung eines Polizeibeamten.

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Vor Beginn des fünften Verhandlungstags wurde im Gerichtssaal noch gelächelt. Während der Verhandlung war die Stimmung gereizt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die zehn Verteidiger der inzwischen acht verbliebenen Angeklagten aus dem Rotlichtmilieu warfen dem Beamten der Kriminalpolizei, der am Dienstag vor der ersten Strafkammer des Landgerichts als Zeuge aussagte, Versäumnisse in den Ermittlungen vor.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Juni 2007 vier Männer im Erotic Island in den Hinterhalt gelockt und dort schwer verletzt zu haben. Zwei der vier mutmaßlichen Opfer treten als Nebenkläger auf.

Die Identität des „vierten“ Mannes sei nicht bekannt, wohl habe die Polizei versucht, diesen zu ermitteln, erklärte am Dienstag der Polizist. „Sie haben es doch gar nicht versucht“, warf ihm einer der Verteidiger vor. „Das war wahrscheinlich zu viel Arbeit“, legte ein anderer Verteidiger nach.

Der Beamte ließ sich jedoch nicht provozieren. Der Kripobeamte sagte, die Aussagen der mutmaßlichen Opfer seien ihm glaubhaft vorgekommen, „auch wenn sie nicht exakt passend waren“. Angesichts der geladenen Atmosphäre im Schwurgerichtssaal bat der Vorsitzende Richter Dr. Carsten Paul Verteidiger und Angeklagte, die durch Zwischenrufe oder Gelächter auffielen, mehrmals um Zurückhaltung.

Staatsanwältin Kerstin Brinkmeier erklärte im OP-Gespräch, die Verteidiger würden pauschale Behauptungen aufstellen, aber keine konkreten unterlassenen Ermittlungshandlungen benennen. Mit einem Urteil ist nicht vor April zu rechnen.

von Anna Ntemiris

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