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Verspottung und Verrat gibt es auch heute noch

Ökumenischer Frauenkreuzweg Verspottung und Verrat gibt es auch heute noch

Nachdem der ökumenische Frauenkreuzweg in den beiden vergangenen Jahren durch Stadtallendorf geführt hatte, ging es diesmal durch Cappel.

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Etwa 50 Frauen beteiligten sich am ökumenischen Kreuzweg durch Cappel.

Quelle: Mareike Bader

Cappel. „Wir gucken immer in den Orten, wo wir sind, nach den aktuellen Themen. Das war hier mit den Flüchtlingen ja sehr naheliegend“, sagt Andrea Wöllenstein, Pfarrerin im Referat Erwachsenenbildung für Frauenarbeit der evangelischen Kirche von Kurhessen-Wal­deck. Zusammen mit dem Vorbereitungsteam hatte sie einen Weg mit insgesamt sechs Stationen in Cappel von der evangelischen Kirche St. Martin über die freiwillige Feuerwehr mit Blick auf das Flüchtlingscamp bis zur katholischen Kirche St. Franziskus erarbeitet.

Etwa 50 Frauen folgten dem Kreuzweg und erinnerten dabei an die Leidensgeschichte Jesu. Bei jeder Station wurde ein Teil der Passionsgeschichte vorgelesen, aus der Perspektive von Flüchtlingserfahrungen. „Sind Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht auch Verspottung der Würde und Menschlichkeit?“, fragte Theresia Zeeden bei ihrer Einordnung.

Flüchtlingsfrauen scheuen sich oft, Kurse anzunehmen

Im Laufe des Kreuzweges erhielten die Frauen allerlei Informationen zu den einzelnen Stationen, wie der Geschichte des Roten Kreuzes, der Arbeit der Diakonie oder zum Leben und Wirken von August Bebel, nach dem ein Platz in Cappel benannt worden ist.

Zwischen den Stationen wurden die Teilnehmerinnen gebeten, miteinander etwa über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen zu reden. Die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Marburg, Gudrun Fleck-Delnavaz, berichtete von ihrer Arbeit und dem Umzug der Anlaufstelle ins „Portal Gisselberg“, wo das Angebot von Sprachkursen oder auch die Kleiderkammer um zusätzliche Kurse erweitert werden konnte. Sie berichtete von speziellen Frauenkursen, weil Frauen sich oft scheuten, Kurse anzunehmen. Die Situation der weiblichen Flüchtlinge wurde im Vortrag von Birgit Scheibel thematisiert. Frauen flüchteten oft auch aus ihrer Unterdrückung und vor Gewalt.

„Die Auflösung sozialer und gesellschaftlicher Strukturen einer Gesellschaft führt zur Zunahme von Gewaltbereitschaft“, sagte Scheibel, die auf das eigene Zelt für Frauen im Marburger Camp sowie dem Schutzhaus für Frauen, dem Haus Syra hinwies, mit dem die Frauen besonderen Schutz erhalten sollen.

von Mareike Bader

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